9. Juni 2010

Hop'n Pop

Danke an Udo für diese Bilderserie bei einem Sprung aus 1.500 Metern am letzten Wochenende.





8. Juni 2010

Von Haho nach Holo

Ein hammergeiles Wochenende liegt hinter mir und was bleibt ist die Erkenntnis, dass dieser Sport der großartigste ist, den es gibt. Wer was anderes behauptet ist ein verdammter Lügner! Ok, zugegeben, diese Meinung ist recht einseitig und subjektiv, aber was soll's, ist ja mein Blog ;-)

Mit neun Sprüngen habe ich gut 10% meiner gesamten Sprünge am letzten Wochenende gemacht. Und bei jedem Sprung gibt's was Neues zu erleben. Zwei Sprünge sind dabei besonders erwähnenswert. Am Samstag bin ich mit Sarah und Steffi zusammen gesprungen und wir haben ein Rhönrad-Exit dabei gemacht. Dabei fast jeder dem Vordermann an den Beinen an so das ein geschlossenes Rad entsteht. Der Aufbau erfolgt schon im Flugzeug und ist aufgrund der für diese Aktion relativ kleinen Tür gar nicht so einfach. Dann kugelt man sich gemeinsam aus dem Flugzeug heraus und wenn alles klappt dreht sich das Rad dann schnell in der Luft. Bei uns hat sogar alles geklappt und wir haben uns einige Sekunden lang ziemlich schnell gedreht. Das war super lustig und schreit nach einer Wiederholung.

An diesem Samstag war dann noch eine Sunset-Load der besonderen Art geplant, in die ich mich relativ spontan noch eingetragen habe. Zuvor jedoch überflog die Cessna Caravan des YUU-Skydive Vereins unseren Platz und dropte 14 Skydiver. Anschließend war ein Absprung aus zwei Maschinen auf die Dropzone von YUU geplant. So starteten beide Absetzmaschinen um 20:40 mit Springern von Hartenholm in das etwa 35km entfernte Hohenlockstedt. Schon der Steigflug war ein echtes Erlebnis, da beide Maschinen im Formationsflug auf 4.000 Meter gingen (Foto von der YUU-Homepage):


Oben angekommen wurde aus beiden Maschinen gleichzeitig abgesprungen und zwei Große Formationen mit jeweils Springern aus beiden Maschinen gebildet. Ich war zwar in keiner der beiden Formationen, sondern bin mit Jessie zu zweit gesprungen. Die Aussicht war dafür richtig klasse, man konnte die Elbmündung richtig gut erkennen und die rote Sonne tauchte gerade in die Nordsee ein. Dann hingen auf einmal 24 Schirme über dem Sprungplatz in der Nähe von Itzehoe.

Die Dropzone befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Luftwaffenstützpunktes "Hungriger Wolf" der Bundeswehr. Die Landewiese für die Springer ist im Gegensatz zu der in Hartenholm riesig und so war es kein Problem zu landen, auch wenn ich den Boden des Platzes bis dahin noch nie betreten hatte. Abends gab's auf der Dropzone noch eine Party mit allen Springern, viel zu Essen und einer Live-Band. Ein gelungenes Event, das ebenfalls nach Wiederholung schreit.

1. Juni 2010

Flugstunden zu viert

Endlich war mal schönes Wetter für einen Samstag vorausgesagt, und so bin ich um Punkt 9 Uhr am letzten Samstag am Platz gewesen. Weil ich wusste, dass ich an diesem Tag nur bis halb zwei Zeit habe und für Sonntag schon wieder schlechtes Wetter angekündigt war, wollte ich wenigstens Vormittags ein oder zwei schöne Sprünge machen. Naja, letztendlich sind es zwei geworden und die waren auch super lustig.

Mit mir bereits so früh am Platz waren Soltan, Gerald und Alex und so haben wir uns für einen 4er RW Sprung gleich in die erste Load des Tages eingetragen. Kurze Zeit später waren wir auch schon wieder raus, weil mit uns auch sehr viele Schüler bereits früh am Platz waren. Naja, und weil eben diese jetzt schon seit drei Wochen auf auch für Schüler geeignetes Wetter warteten, haben die den Vorrang bekommen. Klar war das im ersten Moment ärgerlich, denkt man jedoch an sein eigenes Schülerleben zurück und daran wie es ist am Boden zu sein, während alle um einen herum springen, geht das schon in Ordnung. Wir waren also in der Zwei.

Wir sind gelinkt aus dem Flugzeug gesprungen, dabei standen Soltan und Gerald draußen am Flugzeug und Alex und ich drinnen. Wir haben uns so festgehalten, dass in der Luft als erste Figur der Stairstep Diamond dabei herauskommen sollte und der sieht so aus:


Der Exit ist gar nicht so leicht, wenn vier Leute möglichst gleichzeitig abspringen müssen und am besten sofort gut im Wind liegen. Wir haben es ganz gut hinbekommen und lagen dann auch tatsächlich stabil in der gewünschten Figur. Als nächste Figur war ein Open Accordion geplant:


Dazu löst man den Stairstep Diamond an den beiden Stellen wo Arm und Bein zusammen sind und die beiden Springer die sich gegenüberliegend anschauen fliegen zusammen und halten sich am Arm fest. So zumindest der Plan, die Realität sah leider etwas anders aus. Als wir uns losgelassen haben war's vorbei mit der Gemeinsamkeit und die beiden Zweiergrüppchen sind auseinander getrieben. Da das Zusammenfliegen einfacher ist, wenn man alleine unterwegs ist, haben wir die Zweiergruppen dann auch aufgegeben mit der Folge, dass alle wild umhergeflogen sind. Mal war der Eine zu hoch, dann der Andere zu tief. Mal war Einer zu weit links, ein Anderer dafür zu weit rechts. Letztenendes haben drei von uns es noch zu einem Star geschafft.

26. Mai 2010

Eine Stunde im freien Fall

Fast drei Wochen war er her, mein letzter Sprung. Leider meint es der Wettergott dieses Jahr bisher nicht besonders gut mit den Fallschirmspringern. Es gab viel schlechtes Wetter und so war am Wochenende die Freude groß, als endlich mal wieder gesprungen werden konnte. Bereits am Freitag war schönes Wetter und so bin ich zwischen Arbeitsalltag und Junggesellenabschied noch für einen Sprung mit Matthias am Platz gewesen.

Wir hatten uns den Arbeitssprung vorgenommen und die Arbeit gab's dann auch tatsächlich. Allerdings bestand die nicht wie geplant im Abarbeiten von Punkten, sondern vielmehr darin nach dem Exit die richtige Bauchlage einzunehmen. Nach reichlich 15 Sekunden Luftkampf blieb uns nix anderes übrig als das Release und uns einzeln zu stabilisieren. Ab da funktionierte der Sprung dann auch einigermaßen - wir haben einen Durchgang geschafft und waren am Ende beim Star. Als wir zurück am Boden die nach uns folgenden Springer nach unserem Exit interviewten, blieben die ganz diplomatisch und behaupteten, sie hätten ihn nicht gesehen - puh!

Am Samstag hatte ich schon was anderes vor und so war ich erst am Sonntag wieder in Hartenholm und konnte noch drei schöne Sprünge machen. Der erste war ein 2er mit Sandra. Das war unser erster gemeinsamer Sprung, daher hatten wir uns relativ einfaches Programm vorgenommen. Wir wollten erstmal das Level halten und dann immer jeder 360° drehen und zwischendurch zum Star zusammengehen. Das klappte auch gar nicht schlecht, wir haben es gut geschafft das Level zu halten. Leider kam dann eine fette Wolke zwischen 2.800 und 1.800 Metern, so dass wir uns nicht mehr richtig sehen konnten.

Nachdem ich einmal alleine gesprungen war, bin ich mit Sarah und Michael zusammen zum Abschluss in der Sunset-Load gewesen. Sarah und ich sind gelinkt aus dem Flugzeug raus und Michael ist direkt hinterher gesprungen. Bei ungefähr 2.800 Metern waren wir alle drei stabil zum Star zusammen. Dann haben wir uns losgelassen jeder 360° um sich selbst gedreht und sind wieder zum Star zusammengeflogen. Das hat richtig gut geklappt, so dass wir uns noch einmal anlächeln konnten, bevor wir dann auseinander getrackt sind.

Während des Wochenendes habe ich mit meinem 69sten Sprung dann auch die Marke von einer Stunde aufaddierter Freifallzeit durchbrochen. Und so war es trotz des überaus schlechten Wetters am Montag dennoch ein schönes Pfingstwochenende mit super Sprüngen.

6. Mai 2010

Arbeitssprung

Ich habe viel überlegt, wie ich diesen Artikel schreiben soll. Das tue ich eigentlich nicht, sondern ich schreibe in der Regel einfach drauf los. Das liegt daran, dass die Springergemeinde in Hartenholm einen schweren Verlust zu beklagen hat. Am letzten Samstag verstarb unser Springerkollege und erster Vorsitzender des Vereins Norbert überraschend an einem Herzinfarkt. Am Sonntag wurde der Sprungbetrieb wieder aufgenommen, ich denke es wäre in seinem Sinne gewesen.

Ich habe einen 2er-RW-Sprung mit Steffi gemacht und wir haben den so genannten "Arbeitssprung" gemacht. Der Ablauf dabei sieht folgendermaßen aus: die erste Figur ist der Star, den wir auch gelinkt aus dem Flugzeug gemacht haben. Dann kommt das Open Accordion auf der rechten Seite dran. Das kann man sich so vorstellen, als wenn man sich die Hand gibt, man berührt sich gegenseitig am rechten Unterarm. Dann folgt das Open Accordion auf der linken Seite. Anschließend zweimal das Compressed Accordion erst rechts und dann links. Beim Compressed Accordion berührt man jeweils das Bein des anderen mit der Hand. Abschließend drehen sich beide um 360°, bevor man dann wieder mit dem Star von vorn anfängt.

Steffi war vor dem Sprung sehr optimistisch, dass wir mindestens einmal mit dem Programm durchkommen, ich hatte da ganz ehrlich meine Zweifel. Naja, sie sollte Recht behalten und der Sprung hat viel besser geklappt, als ich es erwartet hatte. Wir haben drei komplette Durchläufe geschafft, das bedeutet im Schnitt alle vier Sekunden ein Punkt. Es war ein sehr schöner Sprung - danke Steffi!

17. April 2010

Eyjafjallajökull

"Gesundheit!" möchte man sagen, aber Eyjafjallajökull ist nicht nur der Ausspruch den einige beim Niesen machen, sondern auch der Name des isländischen Vulkans, der gerade fröhlich seine Asche über gesamt Nordeuropa verteilt. An die vielen armen Fallschirmspringer, die sich schon auf ein sonniges Wochenende gefreut haben, hat dieser blöde Berg offensichtlich keinen einzigen Gedanken verschwendet. Denn, die Sonne scheint zwar, aber durch die Aschewolke ist u.a. der norddeutsche Luftraum komplett gesperrt und das betrifft nun mal auch Hartenholm. Folgerichtig gibt es keine Starterlaubnis für Flugzeuge und ohne diese springt es sich schwer aus selbigen. Eben alles ziemlich Asche...

Auf der Seite des deutschen Wetterdienst kann man sich Satellitenbilder anschauen, auf denen man auch die Aschewolke sehen kann:


Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Landkarte auf Droge, ist tatsächlich ein Satellitenbild, das Staub und andere Luftbestandteile sichtbar macht. Die in diesem Fall interessanten Bereiche sind die orange eingefärbten. Denn eine hohe Vulkanaschekonzentration wird orange eingefärbt. Am besten für Springer sind Blautöne (wolkenfreie Gebiete) und dunkelrot-schwarze Bereiche (dünne Cirres-Bewölkung). Beige-bräunlich ist die normale tiefe Bewölkung eingefärbt, auch interessant ist der magentafarbene Saharastaub.

Der letzte Ausbruch des Eyjafjallajökull ist ungefähr 200 Jahre her und hat damals 2 Jahre gedauert. Hoffen wir einfach mal, dass es dieses Mal nicht so lange dauert, denn solange will ich nicht auf meinen nächsten Sprung warten. Auf der Karte kann ich ehrlich gesagt auch gar nicht so viel orange über Hartenholm erkennen und so bleibt die Hoffnung, dass wir vielleicht schon morgen wieder starten dürfen.

12. April 2010

Float-Session

Am letzten Samstag habe ich aufgrund des schönen Wetters wieder zwei Sprünge in Hartenholm gemacht. Beide bin ich zusammen mit Mirko gesprungen, der mit mir zusammen Lizenz gemacht hat. Wie es unter Anfängern so üblich ist, haben wir uns gar nicht viel Programm vorgenommen, sondern wollten einfach nur voreinander liegen bleiben. Erklärtes Ziel war also auch bei 2.000 Metern noch dicht zusammen zu sein und vielleicht sogar wieder zusammen zu fliegen. Das allein war eine Aufgabe, die aufgrund der 25kg Gewichtsunterschied zwischen uns und der damit einhergehenden Differenz in der natürlichen Freifallgeschwindigkeit, schwer genug sein sollte.

Ich bin der Schwerere von uns beiden und so ging es für mich darum so langsam wie möglich zu fallen. Beim Springen erreicht man das dadurch, dass man sich so groß wie möglich macht um - bei logischerweise gleichem Gewicht (man wird im Freifall kaum zunehmen) - dem Wind eine größere Angriffsfläche zu geben. Man versucht also eine schlechte Aerodynamik zu erreichen. Das Ganze sieht dann so aus, als wollte man eine große Kugel mit zweieinhalb Metern Durchmesser umarmen. Der Fachbegriff dafür ist Floaten.

Dabei gibt es zwei Probleme, mit denen ich zu kämpfen hatte. Erstens ist diese Körperhaltung sehr instabil und wackelig, zweitens hat man, wenn man alle Viere von sich streckt, nicht mehr allzu viel Spielraum sich gezielt durch die Luft zu bewegen. Ein ähnliches Problem hatte Mirko im Übrigen, weil er sich so klein machen wollte wie's ging um möglichst wenig Angriffsfläche für den Wind zu bieten und damit schneller zu sein.

Da wir das alles vorher schon wussten, haben wir uns entschlossen auf jeden Fall einen gelinkten Exit zu machen, um zumindest am Anfang eine kurze Zeit den anderen im Freifall beobachten zu können. Der Exit klappte auch bei beiden Sprüngen einigermaßen, auch wenn wir uns beim zweiten mal einmal überschlagen haben, sind wir doch zusammen geblieben. Nach dem Release passierte dann, was passieren musste und wir hatten unheimlich viel Mühe das Level zu halten. Wir sind um uns herum geflogen und sind auseinander gedriftet. Beim ersten Sprung deutlich schlimmer, als beim zweiten, wo wir es auch einige Sekunden nach dem Release geschafft haben zusammen zu bleiben, bevor ich nach unten wegerauscht bin.

Wir haben uns vorgenommen, es auf jeden Fall nochmal zu versuchen. Auch wenn wir wohl das Gewicht dafür etwas angleichen müssen. Und das bedeutet nicht eine Diät für mich (Glück gehabt!), sondern ein Bleigurt für Mirko. Und da man ja bei jedem Sprung dazu lernt: hier war es zu Floaten.

4. April 2010

Sie heißt Cayenne

Wieder in Deutschland angekommen wurde auch in Hartenholm die Saison ein Wochenende später eröffnet. Aufgrund des eher mittelprächtigen Wetters gingen am gesamten Wochenende allerdings nur zwei Loads, die ich allerdings beide verpasst habe. Am Karfreitag war dann der erste richtig schöne Tag, an dem auch Sprungbetrieb war. Insgesamt 12 Loads gingen hoch und auch ich habe zwei Sprünge gemacht.

Ich habe bei beiden Sprüngen ein Sprungsystem ausprobiert, dass ich vielleicht kaufen wollte. Es ist ein gebrauchtes System, wobei alle Teile vom Baujahr her zwischen Oktober 2004 und Januar 2005 liegen, also ungefähr 5 Jahre alt sind. Im Detail handelt es sich um ein "Icon" Gurtzeug der Firma Aerodyne in den Farben schwarz, grau und rot.


Ja, es ist rot - auch wenn es auf dem Foto pink aussieht...

Als Hauptkappe steckt drin ein gelb-roter "Cayenne 150" von Performance Variable. Der Schirm ist aus Nullgewebe, das bedeutet er ist komplett luftundurchlässig. Der Schirm hat ein besonderes Kappendesign und ist daher am Himmel gut von anderen Kappen zu unterscheiden. Ich habe jetzt kein Bild von einem Schirm gefunden, der genauso aussieht, aber so ähnlich. Alles was auf dem Bild weiß ist, ist eigentlich gelb:



Abgerundet wird das Paket durch eine "Smart 160" Reserve und einen Cypres2 Öffnungsautomaten, die mir beide im Zweifelsfall das Leben retten können und sollen.

Wie gesagt, zweimal bin ich den Schirm am Freitag gesprungen und bei beiden Sprüngen habe ich relativ hoch in 1.500 Metern gezogen, um möglichst gut und viel den Schirm auszuprobieren. Und ich kann sagen: der kleine Schirm macht richtig Spaß. Im Vergleich zum bisher kleinsten Schirm, den ich gesprungen bin (ein 190er), fliegt sich dieser wesentlich dynamischer und ist auch schneller unterwegs. Trotz einiger Befürchtungen habe ich es auch tatsächlich geschafft beide Landungen im Stehen hinzubekommen, ohne mich groß hinzulegen.

Aber das wird bestimmt noch passieren, denn ich habe mich letztendlich dazu entschlossen ihn (oder sie?) zu kaufen. Und so bin ich dann am Freitag stolz wie Oskar und mit eigenem Schirm vom Platz gezogen. Und ja - keine Angst - die Kiste Bier gibt's auch noch...

17. März 2010

4 Sprünge an einem Tag

So stellt man sich das als Skydiver vor: morgens aufwachen, die Sonne lacht einen an, man ist schon auf dem Sprungplatz und macht dann 4 echt coole Sprünge, natürlich ganz entspannt und ohne Stress. Heute war so ein Tag und das wurde auch Zeit nachdem die letzten beiden Tage nur Vormittags gutes Wetter boten und es dann immer windiger wurde. Da war jeweils nur ein Sprung möglich.

Heute bin ich dann viermal in der Luft gewesen. Dreimal mit Matthias, wir haben unsere 2er-RW Qualitäten weiter verbessert. Inzwischen klappt das echt gut und die Sprünge machen super viel Spaß. Wir haben uns ein etwas schwereres Programm vorgenommen, dass wir nach holprigem Start dann aber doch gut hinbekommen haben. Hier mal ein Bild von dem Trackdive, den man nach einem RW-Sprung macht um im sicheren Abstand den Schirm zu öffnen:


Der vierte Sprung war ein 3er-RW mit Jens und Jogi. Der ist uns etwas missglückt, hat aber trotzdem richtig Laune gemacht. Am Ende des Sprunges waren wir zum Star zusammen, haben uns also alle an den Händen angefasst:


Den haben wir dann immer schneller gedreht bis wir durch die Fliehkraft nicht mehr festhalten konnten und somit quasi automatisch separiert haben. Super lustige Sache.

Morgen soll das Wetter leider schon wieder etwas schlechter werden, aber wir werden sehen, vielleicht ist ja der eine oder andere schöne Sprung möglich. Das Wetter wird schließlich am Platz gemacht und nicht auf der Wetterkarte.

12. März 2010

First ever Skydive Expo

Das Wetter hier in Florida ist momentan nicht so doll. Heute morgen regnet es und es sieht nicht danach aus, dass es über den Tag noch viel besser wird. Auch gestern hat es viel geregnet und es gab sogar eine Tornado-Warnung. Aber das Wetter ändert sich schnell hier und morgen soll es schon wieder richtig sonnig werden.

Um nicht den ganzen Tag sinnlos auf dem Campingplatz zu sitzen, sind wir gestern nach DeLand auf einen weiteren Sprungplatz gefahren, wo gerade die erste Skydive Expo statt findet. Verschiedene Hersteller von Skydive Equipment stellen dort ihre neusten Errungenschaften aus. Das ganze findet in einer relativ kleinen Halle statt und ist zwar ganz interessant, aber auch nicht so sehr, dass man sich dort stundenlang aufhalten könnte. Schade, wenn das Wetter besser wäre könnten wir hier auch noch den einen oder anderen Sprung machen.


DeLand ist einer der größten Sprungplätze der Welt mit diversen Absetzmaschinen. Ich habe einige auf dem Flogplatz gesehen, sie aber nicht gezählt. Auch die PAC aus der ich in Z-Hills gesprungen bin und eine der Twin-Otters sind hier beheimatet.


DeLand liegt etwa 35 min nördlich von Orlando. Heute wollen wir noch weiter nach Daytona und heute Abend wieder zurück nach Z-Hills, um morgen möglichst viel von dem guten Wetter mitzunehmen.

11. März 2010

2-way belly

Nachdem wir gestern mit unserem Wohnmobil in Tampa waren, weil das Wetter morgens nicht so toll aus sah, war heute wieder optimales Sprungwetter bei angenehmen 31° Celsius. Ich habe wieder zwei Sprünge mit Matthias gemacht und ich muss sagen: es klappt immer besser. Beide Sprünge haben extrem viel Spaß gemacht und der erste von beiden war mein 50ster. Ein durchaus gelungenes Jubiläum.

Bei beiden Sprüngen haben wir immer 90° Drehungen gemacht und sind dann wieder zusammen geflogen. Beim zweiten haben wir dann sogar 5 Punkte geschafft. Bei der Load-Besprechung, wo auch die Exit-Reihenfolge festgelegt wird, sagt jeder Springer was er machen will und wie hoch er zieht. Danach wird dann die Reihenfolge bestimmt. Das Ganze findet hier in Florida natürlich auf englisch statt und da heißt es dann immer "2-way belly", also 2er Formation auf dem Bauch. Und dann noch die Pullhöhe, natürlich in Fuß umgerechnet, naja hat man ja bei der Lizenzprüfung gelernt wie das geht.

Hier einmal zwei Bilder: diesmal stand ich beim Exit draußen, so sieht das dann kurz nach dem Exit aus:





Den dritten Sprung des Tages habe ich dann alleine gemacht, also "Solo belly". In der Zwichenzeit waren ein paar Wolken aufgezogen, was für eine wunderschöne Kulisse sorgte. Endlich kann ich auch mal ein paar Bilder zeigen, statt das immer nur zu schreiben. So siehts über den Wolken aus:


Zu guter Letzt habe ich mir heute noch eine schöne Freefly-Hose gekauft, die ich neben meiner Kombi für das Springen benutzen kann. Bilder gibt's davon allerdings noch nicht. Gleich um die Ecke ist der Lagerverkauf von Tony Suits und da gab's 30% Rabatt auf alle Suits, so dass ich die echt schicke Hose für nur 119$ bekommen habe. Zum Vergleich eine derartige Hose kostet in Deutschland, wenn man sie bestellt ab 200€, hat sich also gelohnt.

Für morgen ist durchwachsenes Wetter angesagt, ich hoffe wir können mindestens vormittags ein paar Sprünge machen, die Geschichte geht weiter...

9. März 2010

I FILM U

In Amerika kann man sich ja sein Kennzeichen am Auto oder Motorrad so gestalten, wie man möchte. Gestern stand auf dem Sprungplatz ein Motorrad eines Videofilmers und Fotographen (nehme ich jedenfalls an) mit dem Kennzeichen "I FILM U". Das allein ist ja schon witzig. Außerdem passt es gut zu diesem Artikel, weil ich gestern das erste mal mit Videokamera gesprungen bin.

Ich konnte gestern drei Sprünge machen. Zwei alleine, um mich ein wenig an die Kamera zu gewöhnen, und wieder einen mit Matthias. Wir haben wieder ein 2er RW versucht. Diesmal klappte es schon deutlich besser, wir waren die ganze Zeit viel dichter zusammen, war aber lange noch nicht perfekt. Wir haben es sogar geschafft nach dem Release auch wieder zusammen zu fliegen. Allerdings erst bei ca. 2.000 Metern, so dass wir ab da kein Programm mehr durchgezogen haben.

Das Video selbst wirds erst zu sehen geben, wenn ich wieder in Deutschland bin und die Ruhe habe es ein bisschen zu schneiden, denn so ist etwas langweilig. Aber es gibt auf jeden Fall schon mal einen Vorgeschmack, ein paar Bilder daraus. Gestern war es ziemlich ruhig, war ja unter der Woche, so dass nur die PAC geflogen ist und auch nur 19 Loads hochgegangen sind. Das wäre in Hartenholm nebenbei bemerkt schon ein Tag mit viel Betrieb. So, und jetzt endlich die Fotos.

Kurz nach dem Exit aus der PAC:


Z-Hills aus der Luft:


Skydive City aus der Luft, mit Start- und Landebahn:


Und schließlich der Sprung mit Matthias:



Überschattet wurde der Tag gestern leider dadurch, dass sich Phillip aus unserer Gruppe bei einer Landung sein Bein gebrochen hat und ins Krankenhaus gefahren werden musste. Heute wird er operiert und fliegt dann zurück nach Deutschland. So hat man sich den Urlaub natürlich nicht vorgestellt. Er ist einer der beiden AFF-Schüler, die mitgefahren sind und hatte gerade seinen dritten Sprung gemacht. In diesem Sinne gute Besserung!

Heute morgen ist das Wetter leider etwas schlechter geworden, so dass ich Zeit habe was zu schreiben. Es gibt bei ungefähr 10.000 Fuß eine Wolkendecke und die Absetzmaschine fliegt daher auch nur so hoch. Mal sehen morgen und übermorgen soll es noch etwas schlechter werden, dann aber wieder besser. In der Zwischenzeit werden wir wahrscheinlich mal irgendwo anders hinfahren und uns die Gegend anschauen.

8. März 2010

First Jumps @ Z-Hills

Heute habe ich die ersten Sprünge in Z-Hills gemacht. Vorher musste ich allerdings am Sprungplatz einchecken. Das bedeutet man muss zunächst ein vierseitigen Fragebogen ausfüllen auf dem ne Menge Text steht und man praktisch sämtliche Rechte, die man eventuell gegen den Sprungplatz haben könnte, abtreten muss. Danach muss man sein Gurtzeug dem Fallschirmwart auf dem Platz vorführen. Der checkt das Gurtzeug durch und erteilt einem - wenn alles in Ordnung ist - die Erlaubnis, mit dem Schirm zu springen.

Heute waren in Z-Hills zwei Absetzmaschinen im Einsatz. Eine Twin Otter und eine PAC750. Im Manifest habe ich dann das erste Ticket gelöst und bin in die PAC eingetragen worden. Und dann stand er an, der erste Sprung seit 4 Monaten. Als ich im Flugzeug saß begann dann schon das Kribbeln, das ich so lange Zeit vermisst hatte. In 4.000 Metern Höhe gings dann los. Ich war draußen und erstmal froh, dass ich nix verlernt hatte und gleich stabil lag. Ist halt doch so'n bisschen wie Fahrradfahren. Ich habe die Aussicht genossen und bin den Sprung ganz ruhig angegangen. Den Platz habe ich auch gleich gefunden und so war die Landung auf der Landewiese auch kein Problem. Zwar ist um den Platz herum fast nur Wald und Sumpf, in dem man logischerweise nicht unbedingt landen will, aber die Landewiese des Platzes ist so groß, dass man sie kaum verfehlen kann. Da ist man von Hartenholm anderes gewohnt.

Ich habe dann heute noch einen zweiten Sprung gemacht. Diesmal bin ich mit Matthias zusammen gesprungen und wir haben versucht, ein paar relative Übungen zu machen. Den gelinkten Exit haben wir noch ganz gut hinbekommen. Als wir stabil lagen, haben wir uns losgelassen und es dann nicht mehr geschafft wieder richtig zusammen zu kommen. Wir haben uns zwar bei ca. 2.500 Metern kurz berührt, das Ganze aber nicht stabil bekommen. Bei 2.000 haben wir dann aufgegeben und sind voneinander weggetrackt. Wir haben schon beschlossen es auf jeden Fall nocheinmal zu probieren. Wir werden die Gelegenheit dazu haben, denke ich. Der Sprung war übrigens aus der Twin Otter und so habe ich schon beide Absetzmaschinen mal ausprobiert.

So, und um jetzt die Daheimgebliebenen komplett neidisch werden zu lassen: heute hatten wir hier 25° und ich bin den ganzen Tag in kurzen Klamotten durch die Gegend gelaufen. Einfach herrlich :-)

6. März 2010

Good morning Orlando!

Hab grad festgestellt, dass das Hotel in dem wir die erste Nacht in Orlando verbringen ein W-LAN hat in das man sich einfach so einwählen kann. So kann ich hier gleich den ersten Artikel aus den Staaten schreiben. Es ist jetzt 7:30 Ortszeit und ich kann nicht mehr schlafen. Gestern um ca. 1:00 nachts deutscher Zeit sind wir gelandet und mussten dann erstmal die Einreisegeflogenheiten unserer Amerikanischen Freunde über uns ergehen lassen.

Unzählige Passkontrollen, Formulare und Interviews später standen wir am riesigen Flughafen von Orlando und haben den richtigen Ausgang gesucht wo dann schließlich auch schon unser Bus eintraf:


Schön amerikanisch halt. Aber was solls, bei gerade mal umgerechnet 50 Cent pro Liter Benzin nuss man sich nicht wundern. Im Hotel angekommen waren wir noch ein Bierchen in der Hotelbar trinken und sind dann früh um kurz vor 23 Uhr ins Bett, nach deutscher Zeit war's ja immerhin schon 5 Uhr morgens.

Heute werden wir die Wohnmobile übernehmen und uns auf den Weg nach Z-Hills machen, von dort gibt's dann mehr zu lesen.

4. März 2010

Morgen geht's los

Morgen geht's endlich los Richtung Orlando und heute hab ich quasi den ganzen Nachmittag damit verbracht Koffer zu packen. Und das war gar nicht so einfach. Denn man darf nur noch einen Koffer Gepäck aufgeben, ein weiterer kostet 40€ pro Flug, und die will ich natürlich sparen. Das Problem ist nur, dass mein Koffer mit Gurtzeug, Kombi und Helm quasi voll ist:


Ich hab dann noch sämtliche Pflegeprodukte (Duschgel, Sonnencreme, Haarwachs, ..., Wimperntusche ;-), zwei Handtücher, ein Paar Ersatztreter, eine Hose und etwas Elektrokram reingetan und schon hatte ich die 23 Kilo zulässiges Gesamtgewicht erreicht. Nur hatte ich bis auf die eine Hose noch keine Klamotten mit. Die hab ich schließlich in einem kleinen Koffer untergebracht der als Handgepäck durchgehen sollte. Der wiegt jetzt 7,8 Kilo und 8 sind erlaubt - Passt!

Das soll's erstmal aus Deutschland gewesen sein, den nächsten Artikel gibt's dann direkt aus Florida, wenn dort alles klappt.

22. Februar 2010

Noch zwei Wochen...

...und es geht endlich wieder in die Luft und auch dieser Blog wird wieder etwas belebter sein, so viel sei an dieser Stelle schon mal versprochen. Beim Blick aus dem Fenster und auf das "Sprungwetter" rechts fragt ihr Euch: zwei Grad und Regen, das soll Sprungwetter sein? Nein ist es nicht! Zumal die Sprungsaison auf meiner Home-DZ in Hartenholm auch erst am 27. März wieder startet. Ich verlasse diese Breiten- und Längengrade und mache in zwei Wochen für zwei Wochen Urlaub in Zephyrhills/Florida.

Im Wohnmobil werde ich 14 Tage auf einem der bekanntesten Sprungplätze der Welt in Z-Hills verbringen und dort BBQ essen, mir die Gegend ansehen und natürlich ordentlich in die Luft gehen. Die DZ ist auch bekannt als Skydive-City und das sagt doch eigentlich schon alles. Der Platz liegt zwischen Orlando und dem Golf von Mexiko und um diese Jahreszeit herrscht dort normalerweise bestes Fallschirmspringwetter.

Organisiert wird die Gruppenreise vom Go-Skydive Hartenholm, dem Sprungverein in Hartenholm. So weit ich weiß kommen dieses Jahr 18 Leute mit. Sogar zwei Neulinge, die das Springen dort erlernen wollen, sind mit von der Partie. Ich, für meine Fälle, freue mich nach inzwischen 4-monatiger Sprung-Abstinenz riesig und kann es kaum erwarten in's Flugzeug zu steigen. Auch wenn ich mir beim ersten Flug wohl noch keinen Fallschirm umschnallen werde - könnte ein falsches Bild auf mich werfen, wenn ich auf dem Flughafen darauf bestehe nur mit Schirm in's Flugzeug zu steigen. Wo die Ammis doch so genau kontrollieren, wer wann wie und wo in das Land einreist, obwohl: auf dem Fragebogen habe ich schon angekreuzt, dass ich keine terroristischen Absichten habe.

Ich werde live vom Ort des Geschehens berichten, sofern es mir gelingt dort ein fähiges WLAN zu finden in das ich mich mit meinem Notebook einklinken kann.

10. Januar 2010

Skydiver's Diary

Ja, diesen Blog gibt es noch. Doch die Winterpause ist lang und entsprechend fehlt mir die Motivation und der "Stoff" um hier viele Artikel zu schreiben. Mein letzter Sprung liegt nun schon mehr als 2 Monate zurück und ich kann sagen ich vermisse die Luft 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Es gibt zwar ein paar Dropzones, die bei Bedarf auch mal im Winter ein Flugzeug voller Springer in die Luft bringen, bisher ergab sich für mich aber nicht die Gelegenheit.

Um doch mal was zu schreiben, möchte ich diesen Beitrag dazu nutzen einen wichtigen Begleiter eines jeden Fallschirmspringers vorzustellen: das Sprungbuch. Das Sprungbuch ist - wenn man so will - das Tagebuch eines Springers, jeder einzelne Sprung wird darin festgehalten. Zu jedem Sprung werden Sprungnummer, Datum, Ort, der verwendete Fallschirm, die Absetzhöhe, das Absetzflugzeug und die Freifallzeit dokumentiert. Außerdem schreibt man auf, was die Aufgabe oder Übung bei dem Sprung war, zum Beispiel "AFF Level 3" oder "Handdeployeinweisung".

Bei meinem Sprungbuch gibt es dann bei jedem Sprung noch ein großes Freitextfeld in dem man für sich selbst den Sprung beschreiben kann, um ihn in Erinnerung zu behalten. Ich schreibe mir dort immer die wichtigsten Punkte eines Sprungs stichwörtlich auf. So sieht zum Beispiel ein Eintrag in meinem Sprungbuch aus:

Sprung-Nr. 38
Datum 8.10.09
Ort Hartenholm
Luftfahrzeug D-FALB C-208B
Fallschirm PD 190
Sprunghöhe 4.000m
Freifall 57 / 29:25
Vorhaben 2er RW mit Annette
Beschreibung - Neue Kombi
- Gelinkter Exit, Annette draußen
- Abwechselnd 90° Drehungen und andocken
- Insgesamt 13 Punkte
- Separiert bei 1.600, W.O. 1.200


Das Sprungbuch führt man aber nicht nur im eigenen Interesse um interessante Erlebnisse festzuhalten, sondern es dient auch als Nachweis dafür, wieviel Erfahrung ein Springer hat. So benötigt man zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Sprünge und eine gewisse kumulierte Freifallzeit um mit der Ausbildung zum Sprunglehrer oder Tandemmaster zu beginnen. Auch wenn man das erste Mal an einen neuen Sprungplatz kommt, dient das Sprungbuch dazu, zu zeigen, dass man sämtliche Voraussetzungen zum Springen erfüllt. In dem Fall sind das mindestens 12 Sprünge in den letzten 12 Monaten.

Jeder Eintrag im Sprungbuch wird von einem anderen Springer unterschrieben, der Inhaber einer Sprunglizenz ist und quasi als Zeuge auftritt. Unterschrieben wird dabei immer mit Namen und Lizenznummer. Eine Zeugin für den Sprung oben zu finden war natürlich einfach, Annette war ja dabei. Auch sonst ist es nicht schwer, man kann einfach einen Springer fragen, der mit in der Maschine saß oder gerade am Platz war.

24. November 2009

Skydivers Plansch

Am Wochenende haben wir - ein paar Leute vom Fallschirmspringen - das Arriba-Erlebnisbad in Norderstedt nördlich von Hamburg unsicher gemacht. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es war schön ein paar Gesichter, die man auf dem Sprungplatz kennengelernt hat, wieder zu sehen. Ich musste feststellen, dass man auch im Schwimmbad viele Aktivitäten auf das Skydiving beziehen kann, wenigstens wenn man mit der entsprechenden Truppe unterwegs ist.

Nach anfänglichem Frisbee-Spielen, das im Freifall schwierig sein dürfte, und Austesten der verschieden Rutschen, ging es darum beim Sprung vom Dreier die perfekte Pull-Haltung einzunehmen. Spörli kam als Einziger annähernd an die gewünschte Bauchlage heran, doch auch er hatte nach einhelliger Meinung deutlich zu wenig Hohlkreuz. Von anderen, die mit Füßen zuerst um Wasser landeten kam - nach entsprechender Kritik vom Beckenrand - nur der Kommentar: "Ich pull immer so."

Für vollends bekloppt müssen uns die anwesenden Badegäste schließlich gehalten haben, als wir einen 6er-Formations-Exit an der Einstiegsleiter ins Wellenbad nachgestellt haben. Angefangen damit, dass wir uns in zwei Reihen vor die Einstiegsleiter gesetzt haben, so wie wir es auch im Flugzeug tun. Drei von uns sind "raus" geklettert und drei sind von "innen" hinterher gesprungen. Im "Freifall" sind wir zur Star-Formation zusammengekommen und haben, so wie es sich gehört, in ausreichender Höhe separiert. Wir hatten unseren Spaß :-)

9. November 2009

Teures Hobby

Was schreibt man in einem Skydiving-Blog, wenn gerade keine Saison ist? Diese Frage stellt sich mir jetzt und das ist gar nicht so einfach. Ich werde trotzdem versuchen, den einen oder anderen Artikel zu schreiben, damit meine treuen Leser ('ne Hand voll gibt's da bestimmt) diesen Blog nicht ganz vergessen. Entweder um Fragen zu beantworten, die mir oft gestellt werden, oder falls doch mal ein Skydiving-Event ansteht, werde ich natürlich darüber berichten. Vielleicht schreibe ich auch mal einen Artikel, der nichts mit Fallschirmspringen zu tun hat - mal sehen. Anfangen möchte ich jedenfalls hiermit.

Oft werde ich gefragt: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? Nun ja, über Geld spricht oder schreibt man ja bekanntermaßen nicht, da es aber viele interessiert: meinetwegen. Es ist ja auch nicht unwichtig zu wissen. Gerade wenn man sich überlegt mit diesem Sport anzufangen, möchte man ja schon wissen, was auf einen zu kommt. Alle, die wissen wie teuer es ist, können jetzt im Prinzip aufhören zu lesen ;-)

Zurück zur Frage: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? - Ja. Klare Antwort. Gerade am Anfang muss erstmal eine Menge Geld investiert werden. Wenn ich dieses Jahr nicht mit Skydiving angefangen wäre, hätte ich jetzt viereinhalbtausend Euro mehr auf dem Konto. Und ich habe noch kein eigenen Schirm, für den man ohne Probleme nochmal das gleiche ausgeben kann. Der größte Posten liegt bei der AFF-Ausbildung, für die ich 1.800€ hingelegt habe, inklusive der zwei Wiederholungssprünge. Auch das Equipment, das ich mir bisher zugelegt habe, schlägt mit knapp 900€ zu Buche, dazu gehören Sprungbrille, Kombi, Helm, Handschuhe und Höhenmesser. Der Rest ging, bis auf relativ kleine Posten wie Lizenzgebühren oder Packkurs, für die restlichen 35 Sprünge drauf. Allerdings inklusive der fünf 1-by-1-Sprünge, die allein schon 460€ kosten.

Hat man die Ausbildung erstmal hinter sich, wird es deutlich günstiger. Für ein Sprungticket aus 4.000 Metern Höhe bezahlt man zwischen 20 und 30 Euro. Je nach Sprungplatz, in Hartenholm zum Beispiel 23€, wenn man Mitglied im Verein ist. Ist man nicht im Besitz eines eigenen Gurtzeuges kommen weitere 13€ Leihgebühr pro Sprung hinzu.

Also, definitiv ein teures aber auch einzigartiges, zutiefst aufregendes Hobby. Man spürt und sieht Dinge, die man mit nix anderem auf der Welt vergleichen kann. Und es gibt einem jedesmal 'nen ordentlichen Kick - und das ganz ohne Drogen. Obwohl die wahrscheinlich günstiger wären...

2. November 2009

Versöhnliches Ende

Nachdem ich am Samstag bei extrem schönen Wetter den ganzen Tag im Büro saß, weil ich arbeiten musste, hatte ich schon ziemlich schlechte Laune. Vor allem deshalb weil der Wetterbericht für den Sonntag alles andere als große Hoffnungen machte, dass ich noch einmal springen kann. Als ich mich dann am Sonntag aus dem Bett gequält hatte und einen Blick nach draußen werfen konnte, war es nicht wirklich besser. Eine graue, trist diesige Welt begrüßte mich an diesem Morgen des letzten Sprungtages in Hartenholm in dieser Saison.

Gegen Mittag entschied ich mich dann doch nach Hartenholm zu fahren, weil ich mir noch einen Helm kaufen wollte. Im Gepäck die Gewissheit, dass ich bestimmt nicht springen kann. Ich konnte es kaum glauben, als ich dann auf der Landstraße Richtung Flugplatz Fallschirme am immernoch grauen Himmel entdecken konnte. Ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal den Weihnachtsmann sieht. Am Flugplatz angekommen habe ich mich dann auch gleich in die nächste Maschine eingetragen - es war die zweite des Tages. Zwanzig Minuten später saß ich mit neuem Helm im Flugzeug.

Vom Boden aus betrachtet war das Wetter noch immer ziemlich schlecht und so flogen wir zwischen 1.500 und 1.800 Metern durch eine Wolkenschicht. Darüber war es dann komplett klar, ein irrer Anblick, der einem sofort klar macht: über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos. Der Sprung war toll. Ich flog auf die Wolkendecke zu, dann hindurch und konnte erst wenige Sekunden vor der Öffnung sehen, wo ich überhaupt war.

Als ich am Boden meinen Schirm wieder einpackte ging noch die dritte Load hoch, angekündigt als letzte Load der Saison, da das Wetter etwas schlechter wurde. Ich war nicht mehr schnell genug, dass ich da mit rein konnte und so trug ich in der Zwischenzeit den gerade gemachten Sprung in mein Sprungbuch ein, mit den Worten "Letzter Sprung der Saison in HaHo". Als alle wieder am Boden waren wurde das Wetter doch nicht so schnell schlechter wie vermutet und so kündigte uns Norbert tatsächlich noch eine vierte, allerletzte letzte Load der Saison an. Dort konnte ich mich dann auch eintragen.

Ich bin mit Stritz zusammen gesprungen, ein Sprunglehrer, der sich auch gerne mal als Pilot hinter das Steuer der Hartenholmer Absetzmaschine klemmt. Wir sind ungelinkt aus dem Flugzeug gesprungen, Stritz zuerst und ich hinterher. Ich sollte dann versuchen ihn anzufliegen, was mal wieder schwieriger war, als es sich anhört. Oft hatte ich das Problem das Level zu halten, doch bei ungefähr 2.100 Metern hatte ich es dann geschafft. Bis zur Wolkendecke blieben wir gelinkt voreinander liegen und sind dann durch die Wolken voneinander weggetrackt.

Das war sie nun, die Sprungsaison 2009 in Hartenholm. Insgesamt 44 mal habe ich mich dieses Jahr aus dem Flugzeug gestürzt und habe danach gut 35 Minuten im freien Fall verbracht, unzählige Stunden auf dem Flugplatz. Rückwirkend betrachtet eine der besten Entscheidungen meines Lebens mit diesem Sport anzufangen, denn er hat mich in seinen Bann gerissen.