Heute und gestern war das Wetter hier in Sevilla nicht so wie man sich das für Südspanien vorstellt. Davon unbeeindruckt haben wir fast die gesamte Zeit auf der Dropzone verbracht. Dort hörte man häufiger, dass wir gerade auf "Weather hold" sind, es gerade aufgrund des Wetters nicht gesprungen werden kann. Zwischendurch gab es jedoch auch einige aufgelockerte Abschnitte, so dass einige Loads möglich waren. Da viele Wolken am Himmel waren, gab es dann bei den Sprüngen einen unheimlich schönen Ausblick.
Gestern vier und heute zwei Sprünge, waren für das schlechte Wetter eine einigermaßen befriedigende Bilanz. Morgen soll es leider noch einmal schlechter werden, aber dann am Dienstag geht es wieder bergauf. Da ich inzwischen auch meinen 200sten Sprung gemacht habe, darf ich nun auch auf diesem Platz meine Kamera mitnehmen. Hier ein paar Bilder von den letzten beiden Tagen.
Sebastian beim Exit:
Ein toller 3-way zwischen den Wolken:
In der letzten Load des Tages, der Sunset haben wir dann noch den 100sten Sprung von Schmiddl mit nem schönen 5-way zelebriert. Das sah schon echt schick aus als die Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne durch die Wolken durchstachen und darüber hinweg schienen.
Ein schöner Sprung zum Abschluss des Tages. Nun heißt es durchhalten und auf besseres Wetter hoffen.
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13. März 2011
8. März 2011
Springen in Spanien
Letzten Samstag sind wir in Sevilla angekommen und gestern war der erste Tag an dem man so richtig gut springen konnte. Strahlend blauer Himmel und angenehme 25 Grad am Boden sind ideale Bedingungen. Die Dropzone bei Skydive Spain in einem Vorort von Sevilla ist etwa 20 Autominuten von unserem Apartmenthotel entfernt. Früh um halb 10 haben wir uns mit Sack und Pack auf den Weg gemacht um möglichst viele Sprünge zu machen.
Die Dropzone bietet dazu ideale Bedingungen. Alles ist zwar gar nicht so groß aber sehr gut organisiert. Das beste sind die beiden Absetzflugzeuge, die dort zum Einsatz kommen. Es sind zwei Donier G92 mit den Kennungen HA-VOC und EC-KTC. Die Dos haben je zwei Propellertriebwerke mit ordentlich Power und können damit 15 Springer in gerade mal 15 Minuten auf 4.500 Meter bringen. Es werden quasi permanent Anschlußloads geflogen und wenn eine Maschine mal zum Tanken muss wird kurzerhand auf die zweite gewechselt. Das alles führt dazu, dass man sich in der Regel bereits 20 Minuten nach dem Eintragen in der Luft befindet. Denn selbst wenn die nächste Load voll ist, dauert es maximal 30 Minuten bis man dran kommt, meist geht es aber schneller.
Es gibt nur wenige Momente, an dem beide Maschinen am Boden stehen:
Insgesamt bin ich gestern 5 mal in die Luft gekommen, wobei die ersten vier Sprünge im Prinzip ohne Pause aufeinander folgten. Alles schöne RW-Sprünge mit verschiedenen Leuten und endlich wieder die rauschende Luft im Freifall, die einem um die Nase weht, ohne dass es schmerzt, weil es zu kalt ist. Mit jedem Sprung klappte es besser und ich kam wieder rein, wie man so schön sagt. Ein Zweier mit Schmiddl - Open Accordions und Drehungen mit 10 Punkten, ein Zweier mit Sebastian - Salto - Compressed Accordion - 5 Punkte, Zweier mit Mike, Dreier mit Rainer und Sebastian und nen Zweier mit Carsten, so die Bilanz des Tages.
Heute hat sich leider ne fette Regenwolke über Sevilla breit gemacht und es geht überhaupt nix, auch morgen sind die Aussichten eher trübe, aber wir sind noch optimistisch. Für Donnerstag ist dann wieder bestes Wetter vorausgesagt, dann geht's weiter.
Die Dropzone bietet dazu ideale Bedingungen. Alles ist zwar gar nicht so groß aber sehr gut organisiert. Das beste sind die beiden Absetzflugzeuge, die dort zum Einsatz kommen. Es sind zwei Donier G92 mit den Kennungen HA-VOC und EC-KTC. Die Dos haben je zwei Propellertriebwerke mit ordentlich Power und können damit 15 Springer in gerade mal 15 Minuten auf 4.500 Meter bringen. Es werden quasi permanent Anschlußloads geflogen und wenn eine Maschine mal zum Tanken muss wird kurzerhand auf die zweite gewechselt. Das alles führt dazu, dass man sich in der Regel bereits 20 Minuten nach dem Eintragen in der Luft befindet. Denn selbst wenn die nächste Load voll ist, dauert es maximal 30 Minuten bis man dran kommt, meist geht es aber schneller.
Es gibt nur wenige Momente, an dem beide Maschinen am Boden stehen:
Insgesamt bin ich gestern 5 mal in die Luft gekommen, wobei die ersten vier Sprünge im Prinzip ohne Pause aufeinander folgten. Alles schöne RW-Sprünge mit verschiedenen Leuten und endlich wieder die rauschende Luft im Freifall, die einem um die Nase weht, ohne dass es schmerzt, weil es zu kalt ist. Mit jedem Sprung klappte es besser und ich kam wieder rein, wie man so schön sagt. Ein Zweier mit Schmiddl - Open Accordions und Drehungen mit 10 Punkten, ein Zweier mit Sebastian - Salto - Compressed Accordion - 5 Punkte, Zweier mit Mike, Dreier mit Rainer und Sebastian und nen Zweier mit Carsten, so die Bilanz des Tages.
Heute hat sich leider ne fette Regenwolke über Sevilla breit gemacht und es geht überhaupt nix, auch morgen sind die Aussichten eher trübe, aber wir sind noch optimistisch. Für Donnerstag ist dann wieder bestes Wetter vorausgesagt, dann geht's weiter.
30. Januar 2011
Winter-Dive
Mein letzter Sprung, beim Abschluss-Scramble in Hartenholm, ist jetzt schon drei Monate her. Zumindest war es bis gestern so. Denn gestern wurde die Funky-Caravan der Yuus für zwei Loads aus dem Hangar gerollt. Aber die Geschichte der Reihe nach.
Am Freitag nachmittag postete Achmed auf Facebook, dass das Wetter am Wochenende gut werden soll und das doch die Gelegenheit wäre, spontan ein paar Springer in die Luft zu bringen. So organisierten sich innerhalb weniger Stunden genug Leute, das Angedachte in die Tat umzusetzen. Treffpunkt war die alte Feuerwehrwache am ausgemusterten Bundeswehr-Flugplatz "Hungriger Wolf", dem Heimatort von Yuu-Skydive.
Am nächsten Morgen rechtzeitig aufgestanden, musste ich bevor ich los konnte erstmal mein Auto von Eis befreien. Mir kam der Gedanke, dass es doch schon ziemlich bescheuert ist, was ich hier vor hatte und das ich mir vermutlich alles Mögliche abfrieren werde. Naja, so schnell mir der Gedanke kam, hatte ich ihn auch schon wieder fallen gelassen. Ist nun mal kein Sport für Handschuhschneeballer.
Am Flugplatz angekommen wurden diese Gedankengänge mit anderen Springern geteilt. Die Meinungen dazu gingen von "Ich glaub Spaß bringt das nicht, man macht es nur, um mal sagen zu können: ich bin bei 30 Grad minus aus 'nem Flugzeug gesprungen." bis "Wir sind halt Extremsportler: da müssen wir durch." Nachdem wir uns alle drei bis sechs Lagen Klamotten übergeworfen hatten, ging die Cessna Caravan mit der Kennung D-FUNK das erste Mal an diesem Tag vollbesetzt in die Luft. Ich hatte glücklicherweise einen Platz direkt an der Tür ergattert, so dass mir schon während des Fluges ständig ein kühles Lüftchen um die Nase wehte. Genau das Richtige an einem heißen Sommertag. Nur leider ist Winter!
Gesprungen bin ich mit Michael und Mathias, wir hatten uns nicht viel vorgenommen außer einmal zum Stern zusammen zu fliegen. Ansonsten wollten wir nur den Sprung genießen und Spaß haben. Und den hatten wir dann auch. Es war schön das Freifallgefühl endlich wieder zu erleben und die Eiseskälte war kurz vergessen. Erst unten am Boden angekommen musste ich feststellen, dass meine Finger an der linken Hand allesamt taub waren, doch es hatte sich gelohnt.
Es ging noch eine zweite Load, dann war Schluss und ein toller Tag ging zu Ende.
Am Freitag nachmittag postete Achmed auf Facebook, dass das Wetter am Wochenende gut werden soll und das doch die Gelegenheit wäre, spontan ein paar Springer in die Luft zu bringen. So organisierten sich innerhalb weniger Stunden genug Leute, das Angedachte in die Tat umzusetzen. Treffpunkt war die alte Feuerwehrwache am ausgemusterten Bundeswehr-Flugplatz "Hungriger Wolf", dem Heimatort von Yuu-Skydive.
Am nächsten Morgen rechtzeitig aufgestanden, musste ich bevor ich los konnte erstmal mein Auto von Eis befreien. Mir kam der Gedanke, dass es doch schon ziemlich bescheuert ist, was ich hier vor hatte und das ich mir vermutlich alles Mögliche abfrieren werde. Naja, so schnell mir der Gedanke kam, hatte ich ihn auch schon wieder fallen gelassen. Ist nun mal kein Sport für Handschuhschneeballer.
Am Flugplatz angekommen wurden diese Gedankengänge mit anderen Springern geteilt. Die Meinungen dazu gingen von "Ich glaub Spaß bringt das nicht, man macht es nur, um mal sagen zu können: ich bin bei 30 Grad minus aus 'nem Flugzeug gesprungen." bis "Wir sind halt Extremsportler: da müssen wir durch." Nachdem wir uns alle drei bis sechs Lagen Klamotten übergeworfen hatten, ging die Cessna Caravan mit der Kennung D-FUNK das erste Mal an diesem Tag vollbesetzt in die Luft. Ich hatte glücklicherweise einen Platz direkt an der Tür ergattert, so dass mir schon während des Fluges ständig ein kühles Lüftchen um die Nase wehte. Genau das Richtige an einem heißen Sommertag. Nur leider ist Winter!
Gesprungen bin ich mit Michael und Mathias, wir hatten uns nicht viel vorgenommen außer einmal zum Stern zusammen zu fliegen. Ansonsten wollten wir nur den Sprung genießen und Spaß haben. Und den hatten wir dann auch. Es war schön das Freifallgefühl endlich wieder zu erleben und die Eiseskälte war kurz vergessen. Erst unten am Boden angekommen musste ich feststellen, dass meine Finger an der linken Hand allesamt taub waren, doch es hatte sich gelohnt.
Es ging noch eine zweite Load, dann war Schluss und ein toller Tag ging zu Ende.
26. September 2010
Lima Bravo
"Lima Bravo auf zwo drei mit 13 Springern." Bereits zum zweiten Mal hörte ich diesen Satz über die Kopfhörer. Nur was bedeutet er und warum Kopfhörer? Es war die Stimme unseres Piloten Michael, die ich da hörte. Ich saß in unserem Absetzflugzeug, ausnahmsweise mal nicht hinten in Fallschirmspringerkluft, sondern vorne auf dem Copiloten-Sitz der Cessna 208B Grand Caravan in Zivilklamotten, dafür aber angeschnallt und mit Kopfhörer und Mikrofon bewaffnet. Die Kennung des Flugzeugs ist D-FALB:
Daher auch "Lima Bravo", denn Lima und Bravo sind die Schlüsselworte im NATO-Alphabet für die Buchstaben L und B. Dann ist auch klar was "mit 13 Springern" bedeutet. Und "zwo drei" ist die Start- und Landebahn die wir ansteuern wollten. In Hartenholm gibt es zwei davon: "zwo drei" und "null fünf". Beides ist letztlich die gleiche Start- und Landebahn, man unterscheidet jedoch die Richtung. Mit "zwo drei" ist die Himmelsrichtung 230° gemeint. Null Grad ist Norden, wir wollten also in südwestlicher Richtung mit 13 Springern an Bord starten.
Zum zweiten Mal hörte ich diesen Satz, weil der erste Versuch, schon circa eine Stunde vorher, die Springer in die Luft zu bringen am schlechten Wetter gescheitert war. Michael brach den Steigflug direkt nach dem Start ab und landete die Maschine vollbesetzt nach einer Flugplatzrunde. Der zweite Versuch sah besser aus, der Himmel klarte an einer Stelle auf und das war auch das Loch in den Wolken, dass wir treffen wollten.
Auf 4.000 Meter angekommen holte Michael die Freigabe zum Absetzen, gab gründes Licht und die Springer machten sich auf den Weg Richtung Erdboden. Noch kurz bevor der letzte raus war meldete Michael dem Tower "Lima Bravo dropping complete". Unmittelbar nachdem das letzte Tandem absprang, riss Michael das Flugzeug herum und wir gingen in den Sturzflug. Wir flogen fast parallel zum letzten Tandem Richtung Boden. Michael zog das Steuer nochmals in eine andere Richtung und ich konnte das Tandem langsam in den Wolken verschwinden sehen.
Was folgte waren einige Flugmanöver, die meinen in dieser Sache noch jungfräulichen Gleichgewichtssinn ordentlich durcheinander brachten. Die Augen sahen etwas völlig anderes, als der Rest des Körpers wahrnahm und das Gehirn dachte nur: irgendjemand will mich hier verarschen. Ein unglaublich cooles Gefühl, dass alles bisher in irgendwelchen Achterbahnen Erlebtes deutlich in den Schatten stellte.
Wieder am Boden angekommen, brach das schlechte Wetter endgültig über Hartenholm herein und es ging nix mehr an diesem Tag. Egal, ich war zufrieden und hatte mein Erlebnis, denn: nur fliegen ist schöner!
Daher auch "Lima Bravo", denn Lima und Bravo sind die Schlüsselworte im NATO-Alphabet für die Buchstaben L und B. Dann ist auch klar was "mit 13 Springern" bedeutet. Und "zwo drei" ist die Start- und Landebahn die wir ansteuern wollten. In Hartenholm gibt es zwei davon: "zwo drei" und "null fünf". Beides ist letztlich die gleiche Start- und Landebahn, man unterscheidet jedoch die Richtung. Mit "zwo drei" ist die Himmelsrichtung 230° gemeint. Null Grad ist Norden, wir wollten also in südwestlicher Richtung mit 13 Springern an Bord starten.
Zum zweiten Mal hörte ich diesen Satz, weil der erste Versuch, schon circa eine Stunde vorher, die Springer in die Luft zu bringen am schlechten Wetter gescheitert war. Michael brach den Steigflug direkt nach dem Start ab und landete die Maschine vollbesetzt nach einer Flugplatzrunde. Der zweite Versuch sah besser aus, der Himmel klarte an einer Stelle auf und das war auch das Loch in den Wolken, dass wir treffen wollten.
Auf 4.000 Meter angekommen holte Michael die Freigabe zum Absetzen, gab gründes Licht und die Springer machten sich auf den Weg Richtung Erdboden. Noch kurz bevor der letzte raus war meldete Michael dem Tower "Lima Bravo dropping complete". Unmittelbar nachdem das letzte Tandem absprang, riss Michael das Flugzeug herum und wir gingen in den Sturzflug. Wir flogen fast parallel zum letzten Tandem Richtung Boden. Michael zog das Steuer nochmals in eine andere Richtung und ich konnte das Tandem langsam in den Wolken verschwinden sehen.
Was folgte waren einige Flugmanöver, die meinen in dieser Sache noch jungfräulichen Gleichgewichtssinn ordentlich durcheinander brachten. Die Augen sahen etwas völlig anderes, als der Rest des Körpers wahrnahm und das Gehirn dachte nur: irgendjemand will mich hier verarschen. Ein unglaublich cooles Gefühl, dass alles bisher in irgendwelchen Achterbahnen Erlebtes deutlich in den Schatten stellte.
Wieder am Boden angekommen, brach das schlechte Wetter endgültig über Hartenholm herein und es ging nix mehr an diesem Tag. Egal, ich war zufrieden und hatte mein Erlebnis, denn: nur fliegen ist schöner!
8. August 2010
Kappensuche
Einen Reserveschirm hat ein Fallschirmspringer immer dabei, auch wenn er unter normalen Umständen nicht besonders scharf darauf ist, ihn zu benutzen. Wenn's dann darauf ankommt ist man froh, dass er da ist. Gestern gab es bei uns am Platz so eine Situation. Eine Schülerin hatte bei ihrem ersten Sprung ein schlechtes Gefühl mit dem Hauptschirm, der sich nicht richtig öffnete, und sie trennte ab. Wenige Augenblicke später zog die RSL die Reserve und sie hing sicher am Schirm. Die RSL (Reserve Static Line) ist eine Verbindung zwischen den Tragegurten der Hauptkappe und Griffkabel des Reservegriffs. Sie sorgt dafür, dass in dem Moment wo die Hauptkappe abgetrennt wird und wegfliegt die Reserve automatisch geöffnet wird. Alle Schülersysteme bei Albatros sind damit ausgestattet.
Die Hauptkappe und der Freebag segelten davon und auch die Schülerin hat es nicht mehr bis zum Platz geschafft und hatte ihre erste Außenlandung. Nach inoffiziellen Skydiver-Regeln waren also mit diesem Sprung drei Kisten Bier fällig, nämlich eine für den ersten Sprung, eine weitere für die erste Außenlandung und noch eine für die erste Reserve - na prost!
Die Schülerin war relativ schnell wieder gefunden, fehlte noch die Hauptkappe und der Freebag, in dem die Reserve eingepackt ist. Anders als beim Hauptschirm ist der Pod der Reserve nicht mit der Kappe verbunden und fliegt bei der Öffnung mit weg. Am späten Nachmittag bin ich dann mit Steffi und Katja, der Schülerin, losgefahren um beides zu suchen. Der Pilot hatte uns vorher erklärt, wo die beiden Teile ungefähr gelandet sind.
Nachdem wir schon ein gutes Stück mit dem Auto in die Pampa gefahren waren, ging's auf vier Rädern nicht mehr weiter und wir setzten unseren Weg auf zwei Beinen fort. Irgendwann fanden wir uns auf einer Kuhwiese wieder, die nach unserer Meinung ganz in der Nähe von dem von Michael beschriebenen Punkt war. Wir sahen zwei Baumgruppen in der Nähe, hatten aber keine Ahnung wo genau wir jetzt suchen sollten. Nach einem Anruf am Manifest kreiste Michael mit dem Flugzeug nocheinmal um die Stelle und gab uns damit nochmal einen Hinweis.
Zwischendurch hatten wir es mit einer Herde blutrünstiger wiederkäuender Nutztiere zu tun bekommen, die in einem Affenzahn auf uns zu stürmte:
Die dramaturgisch überspritzte Form der Darstellung sei mir hier verziehen. Realistisch betrachtet waren die Viecher wohl einfach nur neugierig, schließlich bekommt man da ja sonst den ganzen Tag nix geboten. Da sind drei Fallschirmspringer und ein kreisendes Flugzeug schon ein echtes Highlight. Nachdem wir gedroht hatten den Schlachter zu rufen, haben sie uns dann auch in Ruhe gelassen.
Nach dem Hinweis von Michael und 15 weiteren Minuten, die wir uns durch ein angrenzendes Waldstück gekämpft hatten, haben wir dann auch tatsächlich zuerst das Freebag und schließlich auch die Kappe gefunden. Beides hing allerdings zu hoch oben im Baum, so dass wir es selbst nicht bergen konnten:
Und das Freebag:
Immerhin hatten wir beides gefunden und die Bergung wird dann heute wahlweise von Profis oder Verrückten, die auf so hohe Bäume klettern, durchgeführt.
Die Hauptkappe und der Freebag segelten davon und auch die Schülerin hat es nicht mehr bis zum Platz geschafft und hatte ihre erste Außenlandung. Nach inoffiziellen Skydiver-Regeln waren also mit diesem Sprung drei Kisten Bier fällig, nämlich eine für den ersten Sprung, eine weitere für die erste Außenlandung und noch eine für die erste Reserve - na prost!
Die Schülerin war relativ schnell wieder gefunden, fehlte noch die Hauptkappe und der Freebag, in dem die Reserve eingepackt ist. Anders als beim Hauptschirm ist der Pod der Reserve nicht mit der Kappe verbunden und fliegt bei der Öffnung mit weg. Am späten Nachmittag bin ich dann mit Steffi und Katja, der Schülerin, losgefahren um beides zu suchen. Der Pilot hatte uns vorher erklärt, wo die beiden Teile ungefähr gelandet sind.
Nachdem wir schon ein gutes Stück mit dem Auto in die Pampa gefahren waren, ging's auf vier Rädern nicht mehr weiter und wir setzten unseren Weg auf zwei Beinen fort. Irgendwann fanden wir uns auf einer Kuhwiese wieder, die nach unserer Meinung ganz in der Nähe von dem von Michael beschriebenen Punkt war. Wir sahen zwei Baumgruppen in der Nähe, hatten aber keine Ahnung wo genau wir jetzt suchen sollten. Nach einem Anruf am Manifest kreiste Michael mit dem Flugzeug nocheinmal um die Stelle und gab uns damit nochmal einen Hinweis.
Zwischendurch hatten wir es mit einer Herde blutrünstiger wiederkäuender Nutztiere zu tun bekommen, die in einem Affenzahn auf uns zu stürmte:
Die dramaturgisch überspritzte Form der Darstellung sei mir hier verziehen. Realistisch betrachtet waren die Viecher wohl einfach nur neugierig, schließlich bekommt man da ja sonst den ganzen Tag nix geboten. Da sind drei Fallschirmspringer und ein kreisendes Flugzeug schon ein echtes Highlight. Nachdem wir gedroht hatten den Schlachter zu rufen, haben sie uns dann auch in Ruhe gelassen.
Nach dem Hinweis von Michael und 15 weiteren Minuten, die wir uns durch ein angrenzendes Waldstück gekämpft hatten, haben wir dann auch tatsächlich zuerst das Freebag und schließlich auch die Kappe gefunden. Beides hing allerdings zu hoch oben im Baum, so dass wir es selbst nicht bergen konnten:
Und das Freebag:
Immerhin hatten wir beides gefunden und die Bergung wird dann heute wahlweise von Profis oder Verrückten, die auf so hohe Bäume klettern, durchgeführt.
2. August 2010
Ein Schuhkarton mit Flügeln
Ausnahmsweise war ich das letzte Wochenende mal nicht in Hartenholm anzutreffen, und das obwohl das Wetter durchaus zum Skydiven einlud. Wir, damit meine ich eine ganze Reihe Springer aus Hartenholm, haben die Dropzone von Yuu-Skydive besucht. Warum? Die Pink war da! Was dem Skydiver schnell einleuchtet muss dem Laien erklärt werden, daher eine kurze Pink-FAQ:
Was ist die Pink?
Die Pink (genauer gesagt gibt es sogar zwei davon) ist ein Absetzflugzeug vom Typ SC7 Skyvan, das teilweise pink angemalt ist und unter Fallschirmspringern Kultcharakter hat.
Was macht die Pink so besonders?
Die beiden Flugzeuge machen den ganzen Tag nix anderes als Fallschirmspringer in die Luft zu bringen. Sie sehen aus wie ein Schuhkarton mit Flügeln und sind in ganz Europa unterwegs. Sie haben eine eigene Internetseite und Fangemeinde.
Was kann die Skyvan?
Sie bringt 25 Springer in 15-20 Minuten auf 4,5k Meter, man kann darin stehen und springt aus einer Heckrampe heraus. Beim Start riecht es sogar im Flugzeug nach Kerosin. Also: alles was das Fallschirmspringerherz höher schlagen lässt.
Wir waren mit einigen Springern in Holo und haben eine Formation nach der anderen aus der riesigen Heckklappe rausgezogen. Mal alle nacheinander ungelinkt, aber auch gelinkte Exits mit 6 Personen waren kein Problem. Die größte Formation, die wir versucht haben war ein 9er. Wobei die Betonung hier ganz klar auf versucht liegt. Da wir alle relativ wenige Sprünge hatten (zwischen 50 und 300) artete das Ganze oft in Luftkampf aus. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat's echt viel Spaß gebracht.
Hier mal ein Foto unmittelbar nach dem Exit:
Sonntag Abend hat Manuela dann noch ihren 100sten Sprung aus der Pink gemacht. Und auch an einem fremden Platz blieb sie nicht von der Torte verschont ;-) Ebrahim hat ein sehr cooles Video von diesem Wochenende zusammengeschnitten.
Update:
Hansi, Pilot der Pink, hat mich darauf hingewiesen, dass es inzwischen sogar vier von den Flugzeugen in pinker Farbe gibt und nicht nur zwei. Danke für den Hinweis und ich find's cool, dass auch er irgendwie auf meinen Blog gestoßen ist und den Artikel gelesen hat. :-)
Was ist die Pink?
Die Pink (genauer gesagt gibt es sogar zwei davon) ist ein Absetzflugzeug vom Typ SC7 Skyvan, das teilweise pink angemalt ist und unter Fallschirmspringern Kultcharakter hat.
Was macht die Pink so besonders?
Die beiden Flugzeuge machen den ganzen Tag nix anderes als Fallschirmspringer in die Luft zu bringen. Sie sehen aus wie ein Schuhkarton mit Flügeln und sind in ganz Europa unterwegs. Sie haben eine eigene Internetseite und Fangemeinde.
Was kann die Skyvan?
Sie bringt 25 Springer in 15-20 Minuten auf 4,5k Meter, man kann darin stehen und springt aus einer Heckrampe heraus. Beim Start riecht es sogar im Flugzeug nach Kerosin. Also: alles was das Fallschirmspringerherz höher schlagen lässt.
Wir waren mit einigen Springern in Holo und haben eine Formation nach der anderen aus der riesigen Heckklappe rausgezogen. Mal alle nacheinander ungelinkt, aber auch gelinkte Exits mit 6 Personen waren kein Problem. Die größte Formation, die wir versucht haben war ein 9er. Wobei die Betonung hier ganz klar auf versucht liegt. Da wir alle relativ wenige Sprünge hatten (zwischen 50 und 300) artete das Ganze oft in Luftkampf aus. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat's echt viel Spaß gebracht.
Hier mal ein Foto unmittelbar nach dem Exit:
Sonntag Abend hat Manuela dann noch ihren 100sten Sprung aus der Pink gemacht. Und auch an einem fremden Platz blieb sie nicht von der Torte verschont ;-) Ebrahim hat ein sehr cooles Video von diesem Wochenende zusammengeschnitten.
Update:
Hansi, Pilot der Pink, hat mich darauf hingewiesen, dass es inzwischen sogar vier von den Flugzeugen in pinker Farbe gibt und nicht nur zwei. Danke für den Hinweis und ich find's cool, dass auch er irgendwie auf meinen Blog gestoßen ist und den Artikel gelesen hat. :-)
12. März 2010
First ever Skydive Expo
Das Wetter hier in Florida ist momentan nicht so doll. Heute morgen regnet es und es sieht nicht danach aus, dass es über den Tag noch viel besser wird. Auch gestern hat es viel geregnet und es gab sogar eine Tornado-Warnung. Aber das Wetter ändert sich schnell hier und morgen soll es schon wieder richtig sonnig werden.
Um nicht den ganzen Tag sinnlos auf dem Campingplatz zu sitzen, sind wir gestern nach DeLand auf einen weiteren Sprungplatz gefahren, wo gerade die erste Skydive Expo statt findet. Verschiedene Hersteller von Skydive Equipment stellen dort ihre neusten Errungenschaften aus. Das ganze findet in einer relativ kleinen Halle statt und ist zwar ganz interessant, aber auch nicht so sehr, dass man sich dort stundenlang aufhalten könnte. Schade, wenn das Wetter besser wäre könnten wir hier auch noch den einen oder anderen Sprung machen.

DeLand ist einer der größten Sprungplätze der Welt mit diversen Absetzmaschinen. Ich habe einige auf dem Flogplatz gesehen, sie aber nicht gezählt. Auch die PAC aus der ich in Z-Hills gesprungen bin und eine der Twin-Otters sind hier beheimatet.

DeLand liegt etwa 35 min nördlich von Orlando. Heute wollen wir noch weiter nach Daytona und heute Abend wieder zurück nach Z-Hills, um morgen möglichst viel von dem guten Wetter mitzunehmen.
Um nicht den ganzen Tag sinnlos auf dem Campingplatz zu sitzen, sind wir gestern nach DeLand auf einen weiteren Sprungplatz gefahren, wo gerade die erste Skydive Expo statt findet. Verschiedene Hersteller von Skydive Equipment stellen dort ihre neusten Errungenschaften aus. Das ganze findet in einer relativ kleinen Halle statt und ist zwar ganz interessant, aber auch nicht so sehr, dass man sich dort stundenlang aufhalten könnte. Schade, wenn das Wetter besser wäre könnten wir hier auch noch den einen oder anderen Sprung machen.

DeLand ist einer der größten Sprungplätze der Welt mit diversen Absetzmaschinen. Ich habe einige auf dem Flogplatz gesehen, sie aber nicht gezählt. Auch die PAC aus der ich in Z-Hills gesprungen bin und eine der Twin-Otters sind hier beheimatet.

DeLand liegt etwa 35 min nördlich von Orlando. Heute wollen wir noch weiter nach Daytona und heute Abend wieder zurück nach Z-Hills, um morgen möglichst viel von dem guten Wetter mitzunehmen.
10. Januar 2010
Skydiver's Diary
Ja, diesen Blog gibt es noch. Doch die Winterpause ist lang und entsprechend fehlt mir die Motivation und der "Stoff" um hier viele Artikel zu schreiben. Mein letzter Sprung liegt nun schon mehr als 2 Monate zurück und ich kann sagen ich vermisse die Luft 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Es gibt zwar ein paar Dropzones, die bei Bedarf auch mal im Winter ein Flugzeug voller Springer in die Luft bringen, bisher ergab sich für mich aber nicht die Gelegenheit.
Um doch mal was zu schreiben, möchte ich diesen Beitrag dazu nutzen einen wichtigen Begleiter eines jeden Fallschirmspringers vorzustellen: das Sprungbuch. Das Sprungbuch ist - wenn man so will - das Tagebuch eines Springers, jeder einzelne Sprung wird darin festgehalten. Zu jedem Sprung werden Sprungnummer, Datum, Ort, der verwendete Fallschirm, die Absetzhöhe, das Absetzflugzeug und die Freifallzeit dokumentiert. Außerdem schreibt man auf, was die Aufgabe oder Übung bei dem Sprung war, zum Beispiel "AFF Level 3" oder "Handdeployeinweisung".
Bei meinem Sprungbuch gibt es dann bei jedem Sprung noch ein großes Freitextfeld in dem man für sich selbst den Sprung beschreiben kann, um ihn in Erinnerung zu behalten. Ich schreibe mir dort immer die wichtigsten Punkte eines Sprungs stichwörtlich auf. So sieht zum Beispiel ein Eintrag in meinem Sprungbuch aus:
Das Sprungbuch führt man aber nicht nur im eigenen Interesse um interessante Erlebnisse festzuhalten, sondern es dient auch als Nachweis dafür, wieviel Erfahrung ein Springer hat. So benötigt man zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Sprünge und eine gewisse kumulierte Freifallzeit um mit der Ausbildung zum Sprunglehrer oder Tandemmaster zu beginnen. Auch wenn man das erste Mal an einen neuen Sprungplatz kommt, dient das Sprungbuch dazu, zu zeigen, dass man sämtliche Voraussetzungen zum Springen erfüllt. In dem Fall sind das mindestens 12 Sprünge in den letzten 12 Monaten.
Jeder Eintrag im Sprungbuch wird von einem anderen Springer unterschrieben, der Inhaber einer Sprunglizenz ist und quasi als Zeuge auftritt. Unterschrieben wird dabei immer mit Namen und Lizenznummer. Eine Zeugin für den Sprung oben zu finden war natürlich einfach, Annette war ja dabei. Auch sonst ist es nicht schwer, man kann einfach einen Springer fragen, der mit in der Maschine saß oder gerade am Platz war.
Um doch mal was zu schreiben, möchte ich diesen Beitrag dazu nutzen einen wichtigen Begleiter eines jeden Fallschirmspringers vorzustellen: das Sprungbuch. Das Sprungbuch ist - wenn man so will - das Tagebuch eines Springers, jeder einzelne Sprung wird darin festgehalten. Zu jedem Sprung werden Sprungnummer, Datum, Ort, der verwendete Fallschirm, die Absetzhöhe, das Absetzflugzeug und die Freifallzeit dokumentiert. Außerdem schreibt man auf, was die Aufgabe oder Übung bei dem Sprung war, zum Beispiel "AFF Level 3" oder "Handdeployeinweisung".
Bei meinem Sprungbuch gibt es dann bei jedem Sprung noch ein großes Freitextfeld in dem man für sich selbst den Sprung beschreiben kann, um ihn in Erinnerung zu behalten. Ich schreibe mir dort immer die wichtigsten Punkte eines Sprungs stichwörtlich auf. So sieht zum Beispiel ein Eintrag in meinem Sprungbuch aus:
Sprung-Nr. 38
Datum 8.10.09
Ort Hartenholm
Luftfahrzeug D-FALB C-208B
Fallschirm PD 190
Sprunghöhe 4.000m
Freifall 57 / 29:25
Vorhaben 2er RW mit Annette
Beschreibung - Neue Kombi
- Gelinkter Exit, Annette draußen
- Abwechselnd 90° Drehungen und andocken
- Insgesamt 13 Punkte
- Separiert bei 1.600, W.O. 1.200
Das Sprungbuch führt man aber nicht nur im eigenen Interesse um interessante Erlebnisse festzuhalten, sondern es dient auch als Nachweis dafür, wieviel Erfahrung ein Springer hat. So benötigt man zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Sprünge und eine gewisse kumulierte Freifallzeit um mit der Ausbildung zum Sprunglehrer oder Tandemmaster zu beginnen. Auch wenn man das erste Mal an einen neuen Sprungplatz kommt, dient das Sprungbuch dazu, zu zeigen, dass man sämtliche Voraussetzungen zum Springen erfüllt. In dem Fall sind das mindestens 12 Sprünge in den letzten 12 Monaten.
Jeder Eintrag im Sprungbuch wird von einem anderen Springer unterschrieben, der Inhaber einer Sprunglizenz ist und quasi als Zeuge auftritt. Unterschrieben wird dabei immer mit Namen und Lizenznummer. Eine Zeugin für den Sprung oben zu finden war natürlich einfach, Annette war ja dabei. Auch sonst ist es nicht schwer, man kann einfach einen Springer fragen, der mit in der Maschine saß oder gerade am Platz war.
9. November 2009
Teures Hobby
Was schreibt man in einem Skydiving-Blog, wenn gerade keine Saison ist? Diese Frage stellt sich mir jetzt und das ist gar nicht so einfach. Ich werde trotzdem versuchen, den einen oder anderen Artikel zu schreiben, damit meine treuen Leser ('ne Hand voll gibt's da bestimmt) diesen Blog nicht ganz vergessen. Entweder um Fragen zu beantworten, die mir oft gestellt werden, oder falls doch mal ein Skydiving-Event ansteht, werde ich natürlich darüber berichten. Vielleicht schreibe ich auch mal einen Artikel, der nichts mit Fallschirmspringen zu tun hat - mal sehen. Anfangen möchte ich jedenfalls hiermit.
Oft werde ich gefragt: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? Nun ja, über Geld spricht oder schreibt man ja bekanntermaßen nicht, da es aber viele interessiert: meinetwegen. Es ist ja auch nicht unwichtig zu wissen. Gerade wenn man sich überlegt mit diesem Sport anzufangen, möchte man ja schon wissen, was auf einen zu kommt. Alle, die wissen wie teuer es ist, können jetzt im Prinzip aufhören zu lesen ;-)
Zurück zur Frage: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? - Ja. Klare Antwort. Gerade am Anfang muss erstmal eine Menge Geld investiert werden. Wenn ich dieses Jahr nicht mit Skydiving angefangen wäre, hätte ich jetzt viereinhalbtausend Euro mehr auf dem Konto. Und ich habe noch kein eigenen Schirm, für den man ohne Probleme nochmal das gleiche ausgeben kann. Der größte Posten liegt bei der AFF-Ausbildung, für die ich 1.800€ hingelegt habe, inklusive der zwei Wiederholungssprünge. Auch das Equipment, das ich mir bisher zugelegt habe, schlägt mit knapp 900€ zu Buche, dazu gehören Sprungbrille, Kombi, Helm, Handschuhe und Höhenmesser. Der Rest ging, bis auf relativ kleine Posten wie Lizenzgebühren oder Packkurs, für die restlichen 35 Sprünge drauf. Allerdings inklusive der fünf 1-by-1-Sprünge, die allein schon 460€ kosten.
Hat man die Ausbildung erstmal hinter sich, wird es deutlich günstiger. Für ein Sprungticket aus 4.000 Metern Höhe bezahlt man zwischen 20 und 30 Euro. Je nach Sprungplatz, in Hartenholm zum Beispiel 23€, wenn man Mitglied im Verein ist. Ist man nicht im Besitz eines eigenen Gurtzeuges kommen weitere 13€ Leihgebühr pro Sprung hinzu.
Also, definitiv ein teures aber auch einzigartiges, zutiefst aufregendes Hobby. Man spürt und sieht Dinge, die man mit nix anderem auf der Welt vergleichen kann. Und es gibt einem jedesmal 'nen ordentlichen Kick - und das ganz ohne Drogen. Obwohl die wahrscheinlich günstiger wären...
Oft werde ich gefragt: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? Nun ja, über Geld spricht oder schreibt man ja bekanntermaßen nicht, da es aber viele interessiert: meinetwegen. Es ist ja auch nicht unwichtig zu wissen. Gerade wenn man sich überlegt mit diesem Sport anzufangen, möchte man ja schon wissen, was auf einen zu kommt. Alle, die wissen wie teuer es ist, können jetzt im Prinzip aufhören zu lesen ;-)
Zurück zur Frage: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? - Ja. Klare Antwort. Gerade am Anfang muss erstmal eine Menge Geld investiert werden. Wenn ich dieses Jahr nicht mit Skydiving angefangen wäre, hätte ich jetzt viereinhalbtausend Euro mehr auf dem Konto. Und ich habe noch kein eigenen Schirm, für den man ohne Probleme nochmal das gleiche ausgeben kann. Der größte Posten liegt bei der AFF-Ausbildung, für die ich 1.800€ hingelegt habe, inklusive der zwei Wiederholungssprünge. Auch das Equipment, das ich mir bisher zugelegt habe, schlägt mit knapp 900€ zu Buche, dazu gehören Sprungbrille, Kombi, Helm, Handschuhe und Höhenmesser. Der Rest ging, bis auf relativ kleine Posten wie Lizenzgebühren oder Packkurs, für die restlichen 35 Sprünge drauf. Allerdings inklusive der fünf 1-by-1-Sprünge, die allein schon 460€ kosten.
Hat man die Ausbildung erstmal hinter sich, wird es deutlich günstiger. Für ein Sprungticket aus 4.000 Metern Höhe bezahlt man zwischen 20 und 30 Euro. Je nach Sprungplatz, in Hartenholm zum Beispiel 23€, wenn man Mitglied im Verein ist. Ist man nicht im Besitz eines eigenen Gurtzeuges kommen weitere 13€ Leihgebühr pro Sprung hinzu.
Also, definitiv ein teures aber auch einzigartiges, zutiefst aufregendes Hobby. Man spürt und sieht Dinge, die man mit nix anderem auf der Welt vergleichen kann. Und es gibt einem jedesmal 'nen ordentlichen Kick - und das ganz ohne Drogen. Obwohl die wahrscheinlich günstiger wären...
26. Oktober 2009
Saisonabschlussparty
Dass Fallschirmspringer nicht nur dann Spaß haben, wenn sie sich aus 4.000 Metern Höhe aus einem Flugzeug stürzen, sondern auch ganz normal feiern können, haben am Samstag über 100 Skydiver auf der Saisonabschlussparty in Hartenholm bewiesen. Der Teilnehmerandrang war so groß, dass das beschauliche Clubhaus lange nicht genug Platz bot und ein in etwa nocheinmal so großes Partyzelt angebaut werden musste. Als Grundlage gab es ein sehr leckeres Spanferkel, dass bereits seit Mittag im Grill seine Runden drehte.
Die gute Stimmung, hervorgerufen durch viel Flüssignahrung, wurde mit vielen kleinen Spielchen und einem Live-Auftritt von Alleinunterhalter Phillipp Scheel, seinerseits Skydiver aus Flensburg, am Leben erhalten. Um Mitternacht feierte dann Olli noch seinen 30sten Geburtstag und musste als Unvermählter den Platz vor dem Festzelt fegen.
Und weil's so schön war hier ein paar Fotos (danke Sandra):




Das offizielle Ende der Saison ist nächsten Sonntag. Dann steigt zum letzten Mal dieses Jahr die Cessna Caravan in die Luft und bringt Springer auf 4.000 Meter. Dann ist bis Mitte März Schluss mit Fallschirmspringen in Hartenholm. Ich mag gar nicht daran denken und weiß ehrlich noch nicht wie ich den Winter ohne Springen überstehen soll.
Die gute Stimmung, hervorgerufen durch viel Flüssignahrung, wurde mit vielen kleinen Spielchen und einem Live-Auftritt von Alleinunterhalter Phillipp Scheel, seinerseits Skydiver aus Flensburg, am Leben erhalten. Um Mitternacht feierte dann Olli noch seinen 30sten Geburtstag und musste als Unvermählter den Platz vor dem Festzelt fegen.
Und weil's so schön war hier ein paar Fotos (danke Sandra):




Das offizielle Ende der Saison ist nächsten Sonntag. Dann steigt zum letzten Mal dieses Jahr die Cessna Caravan in die Luft und bringt Springer auf 4.000 Meter. Dann ist bis Mitte März Schluss mit Fallschirmspringen in Hartenholm. Ich mag gar nicht daran denken und weiß ehrlich noch nicht wie ich den Winter ohne Springen überstehen soll.
10. Oktober 2009
Tortenschlacht
Gestern habe ich in Hartenholm nochmal das gute Wetter ausgenutzt und habe zwei Sprünge gemacht. Dabei war deutlich zu merken, dass die kalte Jahreszeit angebrochen ist. Trotz Sonnenschein waren nur frostige 13°C am Boden, in der Luft war es entsprechend kälter. Vorsorglich hatte ich mir vor dem ersten Sprung ein Paar Handschuhe zugelegt, aber selbst darin hatte ich kalte Hände.
Das schöne an der kalten Luft ist die geringe Luftfeuchtigkeit. Gestern war die Aussicht so großartig, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte. Ich konnte kilometerweit sehen und der so gut wie wolkenfreie Himmel tat sein Übriges. Da vergisst man ganz schnell die Kälte. Bei dem zweiten Sprung habe ich dann auch, zugegebenermaßen unabsichtlich, meine neue Kombi mal richtig eingeweiht. Weil ich etwas zu spät geflared habe, bin ich bei der Landung schön auf die Nase gefallen. Doch der Boden war weich und so wurde nur die Kombi etwas dreckig.
In der Sunset-Load hat Marcus, einer der AFF-Lehrer, dann seinen 1.000sten Sprung gemacht. Traditioneller Weise überreicht der Springer mit den meisten Sprüngen am Platz dem Jubilar eine Torte. Auf der Torte war eine 1000 drauf, die Marcus sich auch direkt aus nächster Nähe anschaute:

Wenn man Marcus glauben will war sie auf jeden Fall lecker.

Nochmal Herzlichen Glückwunsch, Marcus!
Das schöne an der kalten Luft ist die geringe Luftfeuchtigkeit. Gestern war die Aussicht so großartig, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte. Ich konnte kilometerweit sehen und der so gut wie wolkenfreie Himmel tat sein Übriges. Da vergisst man ganz schnell die Kälte. Bei dem zweiten Sprung habe ich dann auch, zugegebenermaßen unabsichtlich, meine neue Kombi mal richtig eingeweiht. Weil ich etwas zu spät geflared habe, bin ich bei der Landung schön auf die Nase gefallen. Doch der Boden war weich und so wurde nur die Kombi etwas dreckig.
In der Sunset-Load hat Marcus, einer der AFF-Lehrer, dann seinen 1.000sten Sprung gemacht. Traditioneller Weise überreicht der Springer mit den meisten Sprüngen am Platz dem Jubilar eine Torte. Auf der Torte war eine 1000 drauf, die Marcus sich auch direkt aus nächster Nähe anschaute:

Wenn man Marcus glauben will war sie auf jeden Fall lecker.

Nochmal Herzlichen Glückwunsch, Marcus!
27. September 2009
Doppelt hält besser
Gestern habe ich meinen ersten Sprung nach der Lizenzprüfung gemacht. Was war anders als sonst? Eigentlich gar nix. Das lag in erste Linie daran, dass ich meine Lizenz noch nicht habe, die wird mir erst noch zugeschickt und solange gelte ich offiziell noch als Schüler. Das heißt die Lehrer tragen noch die Verantwortung, machen also immernoch sämtliche Checks und entscheiden weiterhin, ob aufgrund der äußeren Bedingungen gesprungen wird oder nicht.
Etwas war dann doch anders: mein neuer Höhenmesser schmückte mein Handgelenk. Da dieser sich doch stark von denen unterscheidet, die ich bisher benutzt habe, empfahl mir Jens noch einen zusätzlichen "normalen" Höhenmesser umzulegen. Gut, letztendlich zeigen beide die Höhe an und beide auch die gleiche Höhe, jedoch haben die Höhenmesser, die ich bisher genutzt habe, alle eine analoge Kreisskala, bei meinem neuen steht dagegen einfach nur die Zahl drauf. Ich stieg also mit zwei Höhenmessern bewaffnet ins Flugzeug ein.
Im Steigflug sind wir dann durch eine Wolkenschicht durch, die zwar mit ca 200-300m relativ dünn war, sich aber großflächig über dem Himmel verteilte. Im Flugzeug sagte mir Jens, dass wir oben erstmal schauen müssen, ob ich überhaupt springen darf. Im Falle einer kompletten Wolkenschicht würde es nicht gehen. Glücklicherweise konnten wir in 4.000 Metern Höhe angekommen den Flugplatz durch ein großes Loch in der Wolkendecke entdecken und so konnte es losgehen. Ich habe mich als erster aus dem Flugzeug herausgekugelt und habe den strahlenden Sonnenschein über den Wolken genossen. Von oben sahen die Wolken wie eine schneebedeckte Landschaft aus. Letztenendes war ich dann noch vor der Öffnung an den Wolken vorbei. Den zweiten Höhenmesser habe ich nicht wirklich gebraucht, ich bin bestens mit dem neuen Gerät klar gekommen, auch wenn nur Zahlen drauf standen.
Zurück am Boden, nachdem ich den Schirm gepackt hatte, habe ich mir dann ganz neugierig die aufgezeichneten Daten meines Höhenmessers angeschaut: die Freifallzeit betrug 58 Sekunden, die durchschnittliche Fallgeschwindigkeit lag bei 194km/h. Der Schirm war in 880m Höhe komplett geöffnet, gezogen habe ich bei 1.200. Letzteres steht zwar nicht im Logbuch, aber das weiß ich noch. Die Flugzeit am Schirm betrug 3 Minuten und 11 Sekunden.
Dann wurde das Wetter schlechter, das Wolkenband erreichte den Flugplatz und der Sprungbetrieb wurde für Schüler eingestellt. Also bin ich nach Hause gefahren, ich hatte meinen Sprung ja.
Etwas war dann doch anders: mein neuer Höhenmesser schmückte mein Handgelenk. Da dieser sich doch stark von denen unterscheidet, die ich bisher benutzt habe, empfahl mir Jens noch einen zusätzlichen "normalen" Höhenmesser umzulegen. Gut, letztendlich zeigen beide die Höhe an und beide auch die gleiche Höhe, jedoch haben die Höhenmesser, die ich bisher genutzt habe, alle eine analoge Kreisskala, bei meinem neuen steht dagegen einfach nur die Zahl drauf. Ich stieg also mit zwei Höhenmessern bewaffnet ins Flugzeug ein.
Im Steigflug sind wir dann durch eine Wolkenschicht durch, die zwar mit ca 200-300m relativ dünn war, sich aber großflächig über dem Himmel verteilte. Im Flugzeug sagte mir Jens, dass wir oben erstmal schauen müssen, ob ich überhaupt springen darf. Im Falle einer kompletten Wolkenschicht würde es nicht gehen. Glücklicherweise konnten wir in 4.000 Metern Höhe angekommen den Flugplatz durch ein großes Loch in der Wolkendecke entdecken und so konnte es losgehen. Ich habe mich als erster aus dem Flugzeug herausgekugelt und habe den strahlenden Sonnenschein über den Wolken genossen. Von oben sahen die Wolken wie eine schneebedeckte Landschaft aus. Letztenendes war ich dann noch vor der Öffnung an den Wolken vorbei. Den zweiten Höhenmesser habe ich nicht wirklich gebraucht, ich bin bestens mit dem neuen Gerät klar gekommen, auch wenn nur Zahlen drauf standen.
Zurück am Boden, nachdem ich den Schirm gepackt hatte, habe ich mir dann ganz neugierig die aufgezeichneten Daten meines Höhenmessers angeschaut: die Freifallzeit betrug 58 Sekunden, die durchschnittliche Fallgeschwindigkeit lag bei 194km/h. Der Schirm war in 880m Höhe komplett geöffnet, gezogen habe ich bei 1.200. Letzteres steht zwar nicht im Logbuch, aber das weiß ich noch. Die Flugzeit am Schirm betrug 3 Minuten und 11 Sekunden.
Dann wurde das Wetter schlechter, das Wolkenband erreichte den Flugplatz und der Sprungbetrieb wurde für Schüler eingestellt. Also bin ich nach Hause gefahren, ich hatte meinen Sprung ja.
14. September 2009
Die Hälfte seines Lebens...
... wartet der Springer vergebens." Darauf, dass das Wetter endlich besser wird, die nächste Load startet und Platz in der Maschine frei ist, der Sprungbetrieb wieder los geht und überhaupt darauf, endlich wieder springen zu können. Daher auch diese auf dem Sprungplatz oft gehörte Floskel. So unglaublich schön und erlebnisreich dieser Sport ist, wenn man ihn ausführen kann, so frustrierend ist er, wenn man am Boden steht und nicht springen kann. Und das Schlimmste ist: man kann nix dagegen tun.
Letzten Samstag bin ich bei aussichtsreichem Wetter nach Hartenholm gefahren. Dort angekommen habe ich mich recht zügig in eine Load eingetragen, in der auch einige weitere Schüler waren. Wir standen schon in voller Montur - und jeder zweimal gecheckt, so wie es sich gehört - auf dem Vorfeld, als eine fiese dunkle Wolke am Himmel auftauchte. Dem verantwortlichen Lehrer wurde es dann zu heikel und so hat er alle Schüler aus der Load ausgetragen. Rein objektiv betrachtet sicherlich die richtige Entscheidung, aber es gibt nix Blöderes als das Gurtzeug wieder abzulegen ohne den Sprung gemacht zu haben.
Ich bin dann unverrichteter Dinge mit leicht schlechter Laune wieder nach Hause gefahren, weil ich abends noch mit ein paar Freunden an der Alster grillen wollte. Das Wetter wurde später wieder besser und wir erlebten einen schönen Sonnenuntergang am bekanntesten Gewässer der Hansestadt.


Und es stimmt tatsächlich: als Fallschirmspringer taxiert man das Wetter ständig auf Sprungtauglichkeit. Und dieser Sunset wäre ideal gewesen. Man stellt sich innerlich vor, wie es wohl ist, dieses Bild von oben zu betrachten. Gemütlich sein Bierchen bei Sonnenuntergang an der Alster zu trinken hat aber auf jeden Fall auch was und es wird sicherlich wieder sprungtaugliches Wetter geben. Außerdem lohnt sich die Warterei, ganz bestimmt!
Letzten Samstag bin ich bei aussichtsreichem Wetter nach Hartenholm gefahren. Dort angekommen habe ich mich recht zügig in eine Load eingetragen, in der auch einige weitere Schüler waren. Wir standen schon in voller Montur - und jeder zweimal gecheckt, so wie es sich gehört - auf dem Vorfeld, als eine fiese dunkle Wolke am Himmel auftauchte. Dem verantwortlichen Lehrer wurde es dann zu heikel und so hat er alle Schüler aus der Load ausgetragen. Rein objektiv betrachtet sicherlich die richtige Entscheidung, aber es gibt nix Blöderes als das Gurtzeug wieder abzulegen ohne den Sprung gemacht zu haben.
Ich bin dann unverrichteter Dinge mit leicht schlechter Laune wieder nach Hause gefahren, weil ich abends noch mit ein paar Freunden an der Alster grillen wollte. Das Wetter wurde später wieder besser und wir erlebten einen schönen Sonnenuntergang am bekanntesten Gewässer der Hansestadt.


Und es stimmt tatsächlich: als Fallschirmspringer taxiert man das Wetter ständig auf Sprungtauglichkeit. Und dieser Sunset wäre ideal gewesen. Man stellt sich innerlich vor, wie es wohl ist, dieses Bild von oben zu betrachten. Gemütlich sein Bierchen bei Sonnenuntergang an der Alster zu trinken hat aber auf jeden Fall auch was und es wird sicherlich wieder sprungtaugliches Wetter geben. Außerdem lohnt sich die Warterei, ganz bestimmt!
9. September 2009
Quickie
Mein letzter Sprung lag schon einige Zeit zurück, also habe ich mich gestern dazu entschlossen das wunderbare Wetter zu nutzen. Und das obwohl ich abends noch ein Punktspiel hatte - ich spiele nebenbei noch Tischtennis. Ich bin also direkt nach der Arbeit zum Sprungplatz gefahren und habe mich in die nächstmögliche Load eingetragen.
Kurze Zeit später saß ich im Flugzeug und bin in 4.000 Metern rausgesprungen. Dort habe ich mal einen anderen Exit ausprobiert: ich habe mich an der Stange, die am Ausgang befestigt ist festgehalten und mich dann mit dem Rücken zum Wind aus dem Flugzeug geschwungen. Das hat sich irgendwie lustig und etwas ungewöhnlich angefühlt. Als ich dann lag, habe ich nur die Aussicht genossen. Es war nicht eine Wolke am Himmel und ich konnte alles von Schleswig-Holstein sehen, was zwischen Nord- und Ostsee liegt und das ist ja bekanntermaßen ein sehr großer Teil.
Am Boden angekommen habe ich meinen Schirm gepackt und musste dann auch schon wieder los. Ein echter Quickie eben. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn heute war ich nach der Arbeit zwar auch am Sprungplatz, doch leider wurde just als ich dort ankam der Sprungbetrieb wegen schlechtem Wetter eingestellt. Man muss eben jede Gelegenheit nutzen, denn eines ist sicher: ich bin im Teufelskreis der Sucht gefangen!
Kurze Zeit später saß ich im Flugzeug und bin in 4.000 Metern rausgesprungen. Dort habe ich mal einen anderen Exit ausprobiert: ich habe mich an der Stange, die am Ausgang befestigt ist festgehalten und mich dann mit dem Rücken zum Wind aus dem Flugzeug geschwungen. Das hat sich irgendwie lustig und etwas ungewöhnlich angefühlt. Als ich dann lag, habe ich nur die Aussicht genossen. Es war nicht eine Wolke am Himmel und ich konnte alles von Schleswig-Holstein sehen, was zwischen Nord- und Ostsee liegt und das ist ja bekanntermaßen ein sehr großer Teil.
Am Boden angekommen habe ich meinen Schirm gepackt und musste dann auch schon wieder los. Ein echter Quickie eben. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn heute war ich nach der Arbeit zwar auch am Sprungplatz, doch leider wurde just als ich dort ankam der Sprungbetrieb wegen schlechtem Wetter eingestellt. Man muss eben jede Gelegenheit nutzen, denn eines ist sicher: ich bin im Teufelskreis der Sucht gefangen!
31. August 2009
Popcorn-Landung
Als ich letzten Freitag in Hartenholm anrief wollte ich eigentlich nur die Sprungtage für die folgende Woche erfragen, war ich mir doch angesichts des schlechten Wetters ziemlich sicher, dass kein Betrieb ist. Am Telefon sagte mir Norbert aber, dass es um halb fünf losgehen sollte, jetzt war es halb drei, das Wetter hatte also noch zwei Stunden Zeit besser zu werden. Ich bin dann tatsächlich noch hingefahren und war pünktlich um halb fünf in der Halle. Minuten später kam ein Schauer runter der weniger dem idealen Sprungwetter als dem Weltuntergang entsprach.
Nicht wirklich zu meiner Überraschung war nicht viel los, ein paar Tandemmaster und Gäste warteten also mit mir zusammen auf die angekündigte Wetterverbesserung. Eine Stunde später war es dann tatsächlich so weit und ich durfte in die zweite Load hinein. Schien das Wetter am Boden inzwischen nahezu perfekt (kaum Wolken, fast kein Wind) hatten wir schon bei der ersten Load des Tages gesehen, dass in der Luft sehr starker Wind wehte, auf den ich auch aufpassen sollte.
Nach der Schirmöffnung habe ich mich dann auch sofort gegen den Wind gestellt um meine Abdrift zu kontrollieren. Dabei prüft man, wie gut man gegen den Wind voran kommt um dann entsprechend den Schirmflug zu planen. Ich befand mich so in der Luft, dass der Wind mich zum Flugplatz hintrieb, also bis hierhin noch alles ok. Da ich merkte, dass ich gegen den Wind praktisch überhaupt nicht voran kam, blieb ich so stehen. Je tiefer ich kam, desto mehr machte sich der starke Wind bemerkbar. So kam ich entgegen meiner Flugrichtung zunächst direkt über den Flugplatz und bin dann davon weg getrieben worden.
Mit jedem Höhenmeter flog ich weiter weg und somit schwanden auch meine Chancen den Flugplatz zu erreichen und ich peilte schon das Maisfeld direkt daneben an. Neben dem Maisfeld gibt es noch eine kleine Grünfläche, die ich vielleicht noch erreicht hätte. Dafür hätte ich aber ein paar Meter quer zum Wind fliegen müssen. Das hätte aber auch bedeutet, dass mich der Wind noch weiter raus treibt und da ist Wald. Also entschied ich mich dazu lieber sicher das Maisfeld anzusteuern, als vielleicht die Grünfläche, aber vielleicht auch den Wald zu erwischen.
Die Landung zwischen den zu dieser Jahreszeit etwa mannhohen Maispflanzen war dann gar nicht so schlimm. Der aufgelockerte Mutterboden machte die Landung sehr weich und so stand ich knöcheltief in der Erde. Gut das zwei Stunden vorher dieser Weltuntergangsschauer runtergekommen war, so hatte es sich wenigstens richtig gelohnt und hinterher war Schuhe putzen angesagt.
Nachdem ich meinen Schirm zwischen den ganzen Pflanzen herausgefummelt und unter den Arm geklemmt hatte, bin ich zur Halle zurück gelaufen. Vor dem Maisfeld hatte sich schon Sandra postiert und hielt nach mir Ausschau. Wieder in der Halle angekommen musste ich mir natürlich den einen oder anderen Spruch anhören. Das gehört dazu und ich seh' das sportlich, außer Dreck ist ja nix passiert und es war klar das der Tag kommen würde, an dem ich auf irgendeinem Acker lande.
Nicht wirklich zu meiner Überraschung war nicht viel los, ein paar Tandemmaster und Gäste warteten also mit mir zusammen auf die angekündigte Wetterverbesserung. Eine Stunde später war es dann tatsächlich so weit und ich durfte in die zweite Load hinein. Schien das Wetter am Boden inzwischen nahezu perfekt (kaum Wolken, fast kein Wind) hatten wir schon bei der ersten Load des Tages gesehen, dass in der Luft sehr starker Wind wehte, auf den ich auch aufpassen sollte.
Nach der Schirmöffnung habe ich mich dann auch sofort gegen den Wind gestellt um meine Abdrift zu kontrollieren. Dabei prüft man, wie gut man gegen den Wind voran kommt um dann entsprechend den Schirmflug zu planen. Ich befand mich so in der Luft, dass der Wind mich zum Flugplatz hintrieb, also bis hierhin noch alles ok. Da ich merkte, dass ich gegen den Wind praktisch überhaupt nicht voran kam, blieb ich so stehen. Je tiefer ich kam, desto mehr machte sich der starke Wind bemerkbar. So kam ich entgegen meiner Flugrichtung zunächst direkt über den Flugplatz und bin dann davon weg getrieben worden.
Mit jedem Höhenmeter flog ich weiter weg und somit schwanden auch meine Chancen den Flugplatz zu erreichen und ich peilte schon das Maisfeld direkt daneben an. Neben dem Maisfeld gibt es noch eine kleine Grünfläche, die ich vielleicht noch erreicht hätte. Dafür hätte ich aber ein paar Meter quer zum Wind fliegen müssen. Das hätte aber auch bedeutet, dass mich der Wind noch weiter raus treibt und da ist Wald. Also entschied ich mich dazu lieber sicher das Maisfeld anzusteuern, als vielleicht die Grünfläche, aber vielleicht auch den Wald zu erwischen.
Die Landung zwischen den zu dieser Jahreszeit etwa mannhohen Maispflanzen war dann gar nicht so schlimm. Der aufgelockerte Mutterboden machte die Landung sehr weich und so stand ich knöcheltief in der Erde. Gut das zwei Stunden vorher dieser Weltuntergangsschauer runtergekommen war, so hatte es sich wenigstens richtig gelohnt und hinterher war Schuhe putzen angesagt.
Nachdem ich meinen Schirm zwischen den ganzen Pflanzen herausgefummelt und unter den Arm geklemmt hatte, bin ich zur Halle zurück gelaufen. Vor dem Maisfeld hatte sich schon Sandra postiert und hielt nach mir Ausschau. Wieder in der Halle angekommen musste ich mir natürlich den einen oder anderen Spruch anhören. Das gehört dazu und ich seh' das sportlich, außer Dreck ist ja nix passiert und es war klar das der Tag kommen würde, an dem ich auf irgendeinem Acker lande.
24. August 2009
Triff den Hut
Bei der letzten Load des Tages wird in Hartenholm in der Regel ein Hütchen aufgebaut. Darauf befindet sich eine leere Plastikflasche. Ziel der Springer ist es das Hütchen zu treffen und die Flasche herunter zu treten.

Das Lande-T vor der Flasche zeigt die Landerichtung an. Es wird immer dann ausgelegt, wenn die Landerichtung nicht eindeutig durch den Wind vorgegeben wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn kein oder nur wenig Wind weht und die Windrichtung öfter wechselt. Es wird dann bei der Landung parallel zum senkrechten Strich des T auf den waagerechten Strich zu geflogen, auf dem Foto ist die Richtung also vom T aus in Richtung Hütchen.
Die Schwierigkeit beim Treffen des Hütchens liegt darin die Höhe richtig abzupassen. So "verhungern" viele Springer ein paar Meter vor dem Hütchen oder fliegen überweg. Im zweiten Fall kann dann schon mal ein Spruch der schaulustigen Springermeute am Boden kommen, wie: "Wenn Du jetzt abtrennst, könnte es noch passen!" Einem der Springer gelang es dann tatsächlich das Hütchen zu treffen.

Das Lande-T vor der Flasche zeigt die Landerichtung an. Es wird immer dann ausgelegt, wenn die Landerichtung nicht eindeutig durch den Wind vorgegeben wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn kein oder nur wenig Wind weht und die Windrichtung öfter wechselt. Es wird dann bei der Landung parallel zum senkrechten Strich des T auf den waagerechten Strich zu geflogen, auf dem Foto ist die Richtung also vom T aus in Richtung Hütchen.
Die Schwierigkeit beim Treffen des Hütchens liegt darin die Höhe richtig abzupassen. So "verhungern" viele Springer ein paar Meter vor dem Hütchen oder fliegen überweg. Im zweiten Fall kann dann schon mal ein Spruch der schaulustigen Springermeute am Boden kommen, wie: "Wenn Du jetzt abtrennst, könnte es noch passen!" Einem der Springer gelang es dann tatsächlich das Hütchen zu treffen.
7. August 2009
Sunset Load bei Vollmond
Sunset-Load heißt die letzte Load eines Tages, weil sie typischerweise zum Sonnenuntergang in der Luft ist. Am Mittwoch hatte ich das Vergnügen mit einem Solosprung an genau jener teilzunehmen. Neben diversen Fassrollen, Salti und Drehungen, die ich im Freifall zu meiner Belustigung machte, konnte ich bei gutem Wetter die rote Sonne untergehen sehen. Gleichzeitig hing der Vollmond an der anderen Seite des Himmels. Ein Spektakel, dass ich so richtig auf mich wirken lassen konnte, hing ich doch meinerseits am Schirm.
Wieder mal eine Erfahrung, die man bei anderen massentauglichen Sportarten wohl eher selten macht. Ich schwebe in ungefähr 1.000 Metern Höhe durch die Lüfte und sehe eine rot-orange Scheibe, wie sie gerade den Horizont berührt. Auf der anderen Seite eine ähnlich große weiße Scheibe - einfach nur cool. Ich würde hier echt gerne mal ein paar Fotos online stellen, nur leider habe ich keine. Und als Schüler darf man aus Sicherheitsgründen keine Helmkamera mitnehmen. Dafür muss man erstmal einige Sprünge absolvieren.
Und obwohl ich an diesem Tag nur einen Sprung machen konnte, hatte es sich auf jeden Fall gelohnt zum Flugplatz zu fahren.
Wieder mal eine Erfahrung, die man bei anderen massentauglichen Sportarten wohl eher selten macht. Ich schwebe in ungefähr 1.000 Metern Höhe durch die Lüfte und sehe eine rot-orange Scheibe, wie sie gerade den Horizont berührt. Auf der anderen Seite eine ähnlich große weiße Scheibe - einfach nur cool. Ich würde hier echt gerne mal ein paar Fotos online stellen, nur leider habe ich keine. Und als Schüler darf man aus Sicherheitsgründen keine Helmkamera mitnehmen. Dafür muss man erstmal einige Sprünge absolvieren.
Und obwohl ich an diesem Tag nur einen Sprung machen konnte, hatte es sich auf jeden Fall gelohnt zum Flugplatz zu fahren.
6. Juli 2009
3. Versuch
Am Wochenende wollte ich natürlich wieder springen, um endlich meinen Level-4 zu bestehen und am besten gleich noch ein paar weitere Sprünge zu machen. Nach dem sehr guten Wetter zum Ende der letzten Woche war ich eigentlich auch guter Dinge, dass es klappen würde. Leider wurde das Wetter gerade am Samstag schlechter. So waren zuerst zu viele Wolken am Himmel und später, als es aufklarte, war der Wind zu stark.
Am Sonntag war es dann wesentlich besser und ich habe mich auf den Weg gemacht. Bedingt dadurch, dass Samstag garnicht gesprungen werden konnte, war der Flugplatz allerdings regelrecht überlaufen. Viele Springer und Tandemgäste warteten auf einen Platz in der Maschine. Hinzu kam, dass dieses Wochenende wieder ein Grundkurs war, so dass vier Schüler auf den ersten Sprung warteten. Bei nur vier Lehrern war es entsprechend schwer einen Platz zu bekommen.
Einen Sprung konnte ich dann doch machen. Ich bin mit Ralph gesprungen und der hat wieder seine Videokamera aufgesetzt, damit ich hinterher sehen kann, was ich falsch mache, falls es denn wieder schief gehen würde. Außerdem haben wir uns Plan B ausgedacht, bei dem Ralph mir bei den Drehungen hilft. Der Sprung war dann wirklich gut und alle Maßnahmen, die wir getroffen hatten, brauchten wir nicht. Im Gegensatz zu den beiden Sprüngen vorher habe ich mich viel Stärker auf die korrekte Haltung konzentriert und die Drehungen nur sehr sachte eingeleitet und gestoppt. Und ich habe versucht mir viel Zeit dafür zu nehmen.
Unten angekommen war ich froh endlich den vierten Level geschafft zu haben und kann es kaum erwarten mich wieder ins Flugzeug zu setzen.
Am Sonntag war es dann wesentlich besser und ich habe mich auf den Weg gemacht. Bedingt dadurch, dass Samstag garnicht gesprungen werden konnte, war der Flugplatz allerdings regelrecht überlaufen. Viele Springer und Tandemgäste warteten auf einen Platz in der Maschine. Hinzu kam, dass dieses Wochenende wieder ein Grundkurs war, so dass vier Schüler auf den ersten Sprung warteten. Bei nur vier Lehrern war es entsprechend schwer einen Platz zu bekommen.
Einen Sprung konnte ich dann doch machen. Ich bin mit Ralph gesprungen und der hat wieder seine Videokamera aufgesetzt, damit ich hinterher sehen kann, was ich falsch mache, falls es denn wieder schief gehen würde. Außerdem haben wir uns Plan B ausgedacht, bei dem Ralph mir bei den Drehungen hilft. Der Sprung war dann wirklich gut und alle Maßnahmen, die wir getroffen hatten, brauchten wir nicht. Im Gegensatz zu den beiden Sprüngen vorher habe ich mich viel Stärker auf die korrekte Haltung konzentriert und die Drehungen nur sehr sachte eingeleitet und gestoppt. Und ich habe versucht mir viel Zeit dafür zu nehmen.
Unten angekommen war ich froh endlich den vierten Level geschafft zu haben und kann es kaum erwarten mich wieder ins Flugzeug zu setzen.
30. Juni 2009
Wie war das erste Mal?
Diese Frage wird einem oft gestellt. Und das nicht von 13-jährigen Teenies, die damit offensichtlich etwas anderes meinen, sondern von Leuten, denen man vom Fallschirmspringen erzählt. So hat das auch Edith, eine Leserin meines Blogs, getan. Deshalb schreibe ich darüber gerne einen Eintrag. (Nebenbei bemerkt: noch jemand der meinen Blog verfolgt. *freu*)
Leider ist es unheimlich schwer zu beschreiben, wie man sich fühlt, weil einfach unheimlich viel auf einmal passiert. Ich habe mich auch schon mit anderen Springern unterhalten und alle sind sich einig. Man kann es mit nix anderem vergleichen und man weiß erst wie es sich anfühlt, wenn man es mal gemacht hat. Ich versuch es trotzdem mal.
Ich war von dem Moment an als ich ins Flugzeug eingestiegen bin und wir zur Startbahn gerollt sind einfach nur tierisch aufgeregt. Mit jedem Höhenmeter steigt die Herzfrequenz und tausend Fragen gingen mir durch den Kopf: Wie wird es sich anfühlen? Schaffe ich alle Übungen in der verdammt kurzen Zeit? Werde ich selber den Schirm aufbekommen? Finde ich den Landeplatz? Treffe ich den Landeplatz? Angst hatte ich ehrlich gesagt keine, war ich doch sehr gut durch die Theorie vorbereitet. Selbst vor einer Reserve hatte ich keine Angst, hatte ich die Handgriffe doch immer und immer und immer wieder durchgespielt.
Oben angekommen geht die Tür auf und der Wind pfeift in das Flugzeug hinein. Die Aufregung ist jetzt absolut auf dem Höhepunkt und nicht mehr zu toppen. Ich bekomme das Kommando "In die Tür!" Ich stelle mich in die Tür und stecke schon mal die Nase aus dem Flugzeug. Dann bin ich gesprungen und habe erstmal gar nicht kapiert wie mir geschieht. Ich wusste nicht wo oben, unten, rechts, links, vorne, hinten war. Nach ein paar Sekunden ging's dann und ich habe mit den Übungen losgelegt unter ständiger nervöser Beobachtung des Höhenmessers, um ja nicht den richtigen Zeitpunkt zum Pullen zu verpassen. Die Zeit darüber nachzudenken was gerade mit mir passiert hatte ich nicht. Mir tränten ein wenig die Augen, weil etwas Luft durch die Brille kam. Dann waren wir auf Pullhöhe und ich habe den Schirm geöffnet. Als mir offensichtlich klar war, dass ich an einem funktionierenden Schirm hing musste ich erstmal durchatmen und realisieren was gerade passiert war. Für einen Augenblick war ich nicht in der Lage irgendwas zu tun, sondern war erstmal froh, dass ich sicher am Schirm hing.
Der Schirmflug war dann viel entspannter. Ich habe den Funktionscheck gemacht und auch sofort den Landeplatz gefunden. Meine Ohren waren etwas taub, aber nach einem Druckausgleich war auch das weg und ich konnte sogar die Funkanweisungen verstehen. Der Flug zum Landeplatz und die Landung waren dann viel einfacher als ich dachte. Unten angekommen war ich super glücklich und hatte vermutlich ein Gesicht wie ein Honigkuchenpferd. So etwas wie das hatte ich bisher noch nicht erlebt!
Nach dem Sprung habe ich mir nur eine einzige Frage gestellt: Wann geht es endlich wieder los?
Ich bin mir sicher, dass allen, die Spaß an einem Tandem hatten auch diese Erfahrung Riesenspaß machen wird. Angst muss man dabei wirklich nicht haben. Man hat bis zur Schirmöffnung zwei AFF-Lehrer dabei, die einen selbst dann lebend runter bringen, wenn man sich beim Exit den Kopf stößt und dabei ohnmächtig wird. Solange man sich an die Spielregeln hält ist Fallschirmspringen nicht viel gefährlicher als Fahrrad fahren. Ich jedenfalls habe mich jede Sekunde in guten und vor allem sicheren Händen gefühlt.
Jetzt wo ich den Text gerade nochmal durchgelesen habe muss ich feststellen, dass er nur annähernd das beschreibt, was mir wirklich durch den Kopf ging, bzw. was ich wirklich erlebt habe, aber besser bekomme ich das nicht hin. Ich kann nur allen raten, die noch überlegen, ob sie das wirklich machen sollen: Hört auf zu überlegen und tut es endlich!
Leider ist es unheimlich schwer zu beschreiben, wie man sich fühlt, weil einfach unheimlich viel auf einmal passiert. Ich habe mich auch schon mit anderen Springern unterhalten und alle sind sich einig. Man kann es mit nix anderem vergleichen und man weiß erst wie es sich anfühlt, wenn man es mal gemacht hat. Ich versuch es trotzdem mal.
Ich war von dem Moment an als ich ins Flugzeug eingestiegen bin und wir zur Startbahn gerollt sind einfach nur tierisch aufgeregt. Mit jedem Höhenmeter steigt die Herzfrequenz und tausend Fragen gingen mir durch den Kopf: Wie wird es sich anfühlen? Schaffe ich alle Übungen in der verdammt kurzen Zeit? Werde ich selber den Schirm aufbekommen? Finde ich den Landeplatz? Treffe ich den Landeplatz? Angst hatte ich ehrlich gesagt keine, war ich doch sehr gut durch die Theorie vorbereitet. Selbst vor einer Reserve hatte ich keine Angst, hatte ich die Handgriffe doch immer und immer und immer wieder durchgespielt.
Oben angekommen geht die Tür auf und der Wind pfeift in das Flugzeug hinein. Die Aufregung ist jetzt absolut auf dem Höhepunkt und nicht mehr zu toppen. Ich bekomme das Kommando "In die Tür!" Ich stelle mich in die Tür und stecke schon mal die Nase aus dem Flugzeug. Dann bin ich gesprungen und habe erstmal gar nicht kapiert wie mir geschieht. Ich wusste nicht wo oben, unten, rechts, links, vorne, hinten war. Nach ein paar Sekunden ging's dann und ich habe mit den Übungen losgelegt unter ständiger nervöser Beobachtung des Höhenmessers, um ja nicht den richtigen Zeitpunkt zum Pullen zu verpassen. Die Zeit darüber nachzudenken was gerade mit mir passiert hatte ich nicht. Mir tränten ein wenig die Augen, weil etwas Luft durch die Brille kam. Dann waren wir auf Pullhöhe und ich habe den Schirm geöffnet. Als mir offensichtlich klar war, dass ich an einem funktionierenden Schirm hing musste ich erstmal durchatmen und realisieren was gerade passiert war. Für einen Augenblick war ich nicht in der Lage irgendwas zu tun, sondern war erstmal froh, dass ich sicher am Schirm hing.
Der Schirmflug war dann viel entspannter. Ich habe den Funktionscheck gemacht und auch sofort den Landeplatz gefunden. Meine Ohren waren etwas taub, aber nach einem Druckausgleich war auch das weg und ich konnte sogar die Funkanweisungen verstehen. Der Flug zum Landeplatz und die Landung waren dann viel einfacher als ich dachte. Unten angekommen war ich super glücklich und hatte vermutlich ein Gesicht wie ein Honigkuchenpferd. So etwas wie das hatte ich bisher noch nicht erlebt!
Nach dem Sprung habe ich mir nur eine einzige Frage gestellt: Wann geht es endlich wieder los?
Ich bin mir sicher, dass allen, die Spaß an einem Tandem hatten auch diese Erfahrung Riesenspaß machen wird. Angst muss man dabei wirklich nicht haben. Man hat bis zur Schirmöffnung zwei AFF-Lehrer dabei, die einen selbst dann lebend runter bringen, wenn man sich beim Exit den Kopf stößt und dabei ohnmächtig wird. Solange man sich an die Spielregeln hält ist Fallschirmspringen nicht viel gefährlicher als Fahrrad fahren. Ich jedenfalls habe mich jede Sekunde in guten und vor allem sicheren Händen gefühlt.
Jetzt wo ich den Text gerade nochmal durchgelesen habe muss ich feststellen, dass er nur annähernd das beschreibt, was mir wirklich durch den Kopf ging, bzw. was ich wirklich erlebt habe, aber besser bekomme ich das nicht hin. Ich kann nur allen raten, die noch überlegen, ob sie das wirklich machen sollen: Hört auf zu überlegen und tut es endlich!
20. Juni 2009
Kein Schülerwetter
Heute morgen bin ich nach Hartenholm gefahren um meinen nächsten Sprung zu machen. Nachdem die ersten Sonnenstrahlen in meine Wohnung einfielen, war ich eigentlich auch guter Dinge, dass es was werden könnte. Leider war dann schnell klar, dass es heute nix wird, weil das Wetter einfach zu wechselhaft ist.
Der erste Load ging um ca. 10 Uhr in die Luft. Ohne Schüler an Bord, dafür 4 Tandems und noch 4 weitere Springer, die eine Formation fliegen wollten. Die vier übten schon am Boden, wie die Formation aussehen soll, das war ganz interessant zu beobachten:

Als die Maschine dann startete war das Wetter noch ganz gut. Die Sonne schien und es war richtig warm. Kurz vor'm Absetzen der Springer zog sich der Himmel recht schnell zu, man sah eine fette Regenwolke auf dem Flugplatz zu kommen und Annette funkte noch zum Piloten, um ihm das mitzuteilen. Doch der wollte nicht hören, bzw. es war schon zu spät und die Springer sind gesprungen - durch die Regenwolken. Als wir die ersten Schirme am Himmel erblickten tröpfelte es schon leicht. Als die Tandems schließlich unten ankamen, regnete es dann schon in Strömen.
Ich habe mich hinterher mit paar Springern unterhalten und der Freifall ist wohl ziemlich unangenehm gewesen. Das lag vor allem an den minus 7° die oben herrschten. Dadurch waren die Regenwolken mit einer Eisschicht bedeckt und im freien Fall gab es ein gratis Hagel-Peeling. Die Leute hatten knallrote Gesichter und waren völlig durchnässt. Da das Wetter heute so wechselhaft bleiben soll, war dann klar, dass ich nicht mehr springen durfte und ich bin nach Hause gefahren.
Rein aus sicherheitstechnischer Sicht ist es übrigens völlig unkritisch im Regen zu springen. Die Schirme funktionieren genauso gut. Nur macht der ganze Sport natürlich keinen Spaß mehr, wenn man danach ein schmerzverzerrtes Gesicht hat.
Der erste Load ging um ca. 10 Uhr in die Luft. Ohne Schüler an Bord, dafür 4 Tandems und noch 4 weitere Springer, die eine Formation fliegen wollten. Die vier übten schon am Boden, wie die Formation aussehen soll, das war ganz interessant zu beobachten:

Als die Maschine dann startete war das Wetter noch ganz gut. Die Sonne schien und es war richtig warm. Kurz vor'm Absetzen der Springer zog sich der Himmel recht schnell zu, man sah eine fette Regenwolke auf dem Flugplatz zu kommen und Annette funkte noch zum Piloten, um ihm das mitzuteilen. Doch der wollte nicht hören, bzw. es war schon zu spät und die Springer sind gesprungen - durch die Regenwolken. Als wir die ersten Schirme am Himmel erblickten tröpfelte es schon leicht. Als die Tandems schließlich unten ankamen, regnete es dann schon in Strömen.
Ich habe mich hinterher mit paar Springern unterhalten und der Freifall ist wohl ziemlich unangenehm gewesen. Das lag vor allem an den minus 7° die oben herrschten. Dadurch waren die Regenwolken mit einer Eisschicht bedeckt und im freien Fall gab es ein gratis Hagel-Peeling. Die Leute hatten knallrote Gesichter und waren völlig durchnässt. Da das Wetter heute so wechselhaft bleiben soll, war dann klar, dass ich nicht mehr springen durfte und ich bin nach Hause gefahren.
Rein aus sicherheitstechnischer Sicht ist es übrigens völlig unkritisch im Regen zu springen. Die Schirme funktionieren genauso gut. Nur macht der ganze Sport natürlich keinen Spaß mehr, wenn man danach ein schmerzverzerrtes Gesicht hat.
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