Heute habe ich die ersten Sprünge in Z-Hills gemacht. Vorher musste ich allerdings am Sprungplatz einchecken. Das bedeutet man muss zunächst ein vierseitigen Fragebogen ausfüllen auf dem ne Menge Text steht und man praktisch sämtliche Rechte, die man eventuell gegen den Sprungplatz haben könnte, abtreten muss. Danach muss man sein Gurtzeug dem Fallschirmwart auf dem Platz vorführen. Der checkt das Gurtzeug durch und erteilt einem - wenn alles in Ordnung ist - die Erlaubnis, mit dem Schirm zu springen.
Heute waren in Z-Hills zwei Absetzmaschinen im Einsatz. Eine Twin Otter und eine PAC750. Im Manifest habe ich dann das erste Ticket gelöst und bin in die PAC eingetragen worden. Und dann stand er an, der erste Sprung seit 4 Monaten. Als ich im Flugzeug saß begann dann schon das Kribbeln, das ich so lange Zeit vermisst hatte. In 4.000 Metern Höhe gings dann los. Ich war draußen und erstmal froh, dass ich nix verlernt hatte und gleich stabil lag. Ist halt doch so'n bisschen wie Fahrradfahren. Ich habe die Aussicht genossen und bin den Sprung ganz ruhig angegangen. Den Platz habe ich auch gleich gefunden und so war die Landung auf der Landewiese auch kein Problem. Zwar ist um den Platz herum fast nur Wald und Sumpf, in dem man logischerweise nicht unbedingt landen will, aber die Landewiese des Platzes ist so groß, dass man sie kaum verfehlen kann. Da ist man von Hartenholm anderes gewohnt.
Ich habe dann heute noch einen zweiten Sprung gemacht. Diesmal bin ich mit Matthias zusammen gesprungen und wir haben versucht, ein paar relative Übungen zu machen. Den gelinkten Exit haben wir noch ganz gut hinbekommen. Als wir stabil lagen, haben wir uns losgelassen und es dann nicht mehr geschafft wieder richtig zusammen zu kommen. Wir haben uns zwar bei ca. 2.500 Metern kurz berührt, das Ganze aber nicht stabil bekommen. Bei 2.000 haben wir dann aufgegeben und sind voneinander weggetrackt. Wir haben schon beschlossen es auf jeden Fall nocheinmal zu probieren. Wir werden die Gelegenheit dazu haben, denke ich. Der Sprung war übrigens aus der Twin Otter und so habe ich schon beide Absetzmaschinen mal ausprobiert.
So, und um jetzt die Daheimgebliebenen komplett neidisch werden zu lassen: heute hatten wir hier 25° und ich bin den ganzen Tag in kurzen Klamotten durch die Gegend gelaufen. Einfach herrlich :-)
8. März 2010
6. März 2010
Good morning Orlando!
Hab grad festgestellt, dass das Hotel in dem wir die erste Nacht in Orlando verbringen ein W-LAN hat in das man sich einfach so einwählen kann. So kann ich hier gleich den ersten Artikel aus den Staaten schreiben. Es ist jetzt 7:30 Ortszeit und ich kann nicht mehr schlafen. Gestern um ca. 1:00 nachts deutscher Zeit sind wir gelandet und mussten dann erstmal die Einreisegeflogenheiten unserer Amerikanischen Freunde über uns ergehen lassen.
Unzählige Passkontrollen, Formulare und Interviews später standen wir am riesigen Flughafen von Orlando und haben den richtigen Ausgang gesucht wo dann schließlich auch schon unser Bus eintraf:

Schön amerikanisch halt. Aber was solls, bei gerade mal umgerechnet 50 Cent pro Liter Benzin nuss man sich nicht wundern. Im Hotel angekommen waren wir noch ein Bierchen in der Hotelbar trinken und sind dann früh um kurz vor 23 Uhr ins Bett, nach deutscher Zeit war's ja immerhin schon 5 Uhr morgens.
Heute werden wir die Wohnmobile übernehmen und uns auf den Weg nach Z-Hills machen, von dort gibt's dann mehr zu lesen.
Unzählige Passkontrollen, Formulare und Interviews später standen wir am riesigen Flughafen von Orlando und haben den richtigen Ausgang gesucht wo dann schließlich auch schon unser Bus eintraf:

Schön amerikanisch halt. Aber was solls, bei gerade mal umgerechnet 50 Cent pro Liter Benzin nuss man sich nicht wundern. Im Hotel angekommen waren wir noch ein Bierchen in der Hotelbar trinken und sind dann früh um kurz vor 23 Uhr ins Bett, nach deutscher Zeit war's ja immerhin schon 5 Uhr morgens.
Heute werden wir die Wohnmobile übernehmen und uns auf den Weg nach Z-Hills machen, von dort gibt's dann mehr zu lesen.
4. März 2010
Morgen geht's los
Morgen geht's endlich los Richtung Orlando und heute hab ich quasi den ganzen Nachmittag damit verbracht Koffer zu packen. Und das war gar nicht so einfach. Denn man darf nur noch einen Koffer Gepäck aufgeben, ein weiterer kostet 40€ pro Flug, und die will ich natürlich sparen. Das Problem ist nur, dass mein Koffer mit Gurtzeug, Kombi und Helm quasi voll ist:

Ich hab dann noch sämtliche Pflegeprodukte (Duschgel, Sonnencreme, Haarwachs, ..., Wimperntusche ;-), zwei Handtücher, ein Paar Ersatztreter, eine Hose und etwas Elektrokram reingetan und schon hatte ich die 23 Kilo zulässiges Gesamtgewicht erreicht. Nur hatte ich bis auf die eine Hose noch keine Klamotten mit. Die hab ich schließlich in einem kleinen Koffer untergebracht der als Handgepäck durchgehen sollte. Der wiegt jetzt 7,8 Kilo und 8 sind erlaubt - Passt!
Das soll's erstmal aus Deutschland gewesen sein, den nächsten Artikel gibt's dann direkt aus Florida, wenn dort alles klappt.

Ich hab dann noch sämtliche Pflegeprodukte (Duschgel, Sonnencreme, Haarwachs, ..., Wimperntusche ;-), zwei Handtücher, ein Paar Ersatztreter, eine Hose und etwas Elektrokram reingetan und schon hatte ich die 23 Kilo zulässiges Gesamtgewicht erreicht. Nur hatte ich bis auf die eine Hose noch keine Klamotten mit. Die hab ich schließlich in einem kleinen Koffer untergebracht der als Handgepäck durchgehen sollte. Der wiegt jetzt 7,8 Kilo und 8 sind erlaubt - Passt!
Das soll's erstmal aus Deutschland gewesen sein, den nächsten Artikel gibt's dann direkt aus Florida, wenn dort alles klappt.
22. Februar 2010
Noch zwei Wochen...
...und es geht endlich wieder in die Luft und auch dieser Blog wird wieder etwas belebter sein, so viel sei an dieser Stelle schon mal versprochen. Beim Blick aus dem Fenster und auf das "Sprungwetter" rechts fragt ihr Euch: zwei Grad und Regen, das soll Sprungwetter sein? Nein ist es nicht! Zumal die Sprungsaison auf meiner Home-DZ in Hartenholm auch erst am 27. März wieder startet. Ich verlasse diese Breiten- und Längengrade und mache in zwei Wochen für zwei Wochen Urlaub in Zephyrhills/Florida.
Im Wohnmobil werde ich 14 Tage auf einem der bekanntesten Sprungplätze der Welt in Z-Hills verbringen und dort BBQ essen, mir die Gegend ansehen und natürlich ordentlich in die Luft gehen. Die DZ ist auch bekannt als Skydive-City und das sagt doch eigentlich schon alles. Der Platz liegt zwischen Orlando und dem Golf von Mexiko und um diese Jahreszeit herrscht dort normalerweise bestes Fallschirmspringwetter.
Organisiert wird die Gruppenreise vom Go-Skydive Hartenholm, dem Sprungverein in Hartenholm. So weit ich weiß kommen dieses Jahr 18 Leute mit. Sogar zwei Neulinge, die das Springen dort erlernen wollen, sind mit von der Partie. Ich, für meine Fälle, freue mich nach inzwischen 4-monatiger Sprung-Abstinenz riesig und kann es kaum erwarten in's Flugzeug zu steigen. Auch wenn ich mir beim ersten Flug wohl noch keinen Fallschirm umschnallen werde - könnte ein falsches Bild auf mich werfen, wenn ich auf dem Flughafen darauf bestehe nur mit Schirm in's Flugzeug zu steigen. Wo die Ammis doch so genau kontrollieren, wer wann wie und wo in das Land einreist, obwohl: auf dem Fragebogen habe ich schon angekreuzt, dass ich keine terroristischen Absichten habe.
Ich werde live vom Ort des Geschehens berichten, sofern es mir gelingt dort ein fähiges WLAN zu finden in das ich mich mit meinem Notebook einklinken kann.
Im Wohnmobil werde ich 14 Tage auf einem der bekanntesten Sprungplätze der Welt in Z-Hills verbringen und dort BBQ essen, mir die Gegend ansehen und natürlich ordentlich in die Luft gehen. Die DZ ist auch bekannt als Skydive-City und das sagt doch eigentlich schon alles. Der Platz liegt zwischen Orlando und dem Golf von Mexiko und um diese Jahreszeit herrscht dort normalerweise bestes Fallschirmspringwetter.
Organisiert wird die Gruppenreise vom Go-Skydive Hartenholm, dem Sprungverein in Hartenholm. So weit ich weiß kommen dieses Jahr 18 Leute mit. Sogar zwei Neulinge, die das Springen dort erlernen wollen, sind mit von der Partie. Ich, für meine Fälle, freue mich nach inzwischen 4-monatiger Sprung-Abstinenz riesig und kann es kaum erwarten in's Flugzeug zu steigen. Auch wenn ich mir beim ersten Flug wohl noch keinen Fallschirm umschnallen werde - könnte ein falsches Bild auf mich werfen, wenn ich auf dem Flughafen darauf bestehe nur mit Schirm in's Flugzeug zu steigen. Wo die Ammis doch so genau kontrollieren, wer wann wie und wo in das Land einreist, obwohl: auf dem Fragebogen habe ich schon angekreuzt, dass ich keine terroristischen Absichten habe.
Ich werde live vom Ort des Geschehens berichten, sofern es mir gelingt dort ein fähiges WLAN zu finden in das ich mich mit meinem Notebook einklinken kann.
10. Januar 2010
Skydiver's Diary
Ja, diesen Blog gibt es noch. Doch die Winterpause ist lang und entsprechend fehlt mir die Motivation und der "Stoff" um hier viele Artikel zu schreiben. Mein letzter Sprung liegt nun schon mehr als 2 Monate zurück und ich kann sagen ich vermisse die Luft 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Es gibt zwar ein paar Dropzones, die bei Bedarf auch mal im Winter ein Flugzeug voller Springer in die Luft bringen, bisher ergab sich für mich aber nicht die Gelegenheit.
Um doch mal was zu schreiben, möchte ich diesen Beitrag dazu nutzen einen wichtigen Begleiter eines jeden Fallschirmspringers vorzustellen: das Sprungbuch. Das Sprungbuch ist - wenn man so will - das Tagebuch eines Springers, jeder einzelne Sprung wird darin festgehalten. Zu jedem Sprung werden Sprungnummer, Datum, Ort, der verwendete Fallschirm, die Absetzhöhe, das Absetzflugzeug und die Freifallzeit dokumentiert. Außerdem schreibt man auf, was die Aufgabe oder Übung bei dem Sprung war, zum Beispiel "AFF Level 3" oder "Handdeployeinweisung".
Bei meinem Sprungbuch gibt es dann bei jedem Sprung noch ein großes Freitextfeld in dem man für sich selbst den Sprung beschreiben kann, um ihn in Erinnerung zu behalten. Ich schreibe mir dort immer die wichtigsten Punkte eines Sprungs stichwörtlich auf. So sieht zum Beispiel ein Eintrag in meinem Sprungbuch aus:
Das Sprungbuch führt man aber nicht nur im eigenen Interesse um interessante Erlebnisse festzuhalten, sondern es dient auch als Nachweis dafür, wieviel Erfahrung ein Springer hat. So benötigt man zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Sprünge und eine gewisse kumulierte Freifallzeit um mit der Ausbildung zum Sprunglehrer oder Tandemmaster zu beginnen. Auch wenn man das erste Mal an einen neuen Sprungplatz kommt, dient das Sprungbuch dazu, zu zeigen, dass man sämtliche Voraussetzungen zum Springen erfüllt. In dem Fall sind das mindestens 12 Sprünge in den letzten 12 Monaten.
Jeder Eintrag im Sprungbuch wird von einem anderen Springer unterschrieben, der Inhaber einer Sprunglizenz ist und quasi als Zeuge auftritt. Unterschrieben wird dabei immer mit Namen und Lizenznummer. Eine Zeugin für den Sprung oben zu finden war natürlich einfach, Annette war ja dabei. Auch sonst ist es nicht schwer, man kann einfach einen Springer fragen, der mit in der Maschine saß oder gerade am Platz war.
Um doch mal was zu schreiben, möchte ich diesen Beitrag dazu nutzen einen wichtigen Begleiter eines jeden Fallschirmspringers vorzustellen: das Sprungbuch. Das Sprungbuch ist - wenn man so will - das Tagebuch eines Springers, jeder einzelne Sprung wird darin festgehalten. Zu jedem Sprung werden Sprungnummer, Datum, Ort, der verwendete Fallschirm, die Absetzhöhe, das Absetzflugzeug und die Freifallzeit dokumentiert. Außerdem schreibt man auf, was die Aufgabe oder Übung bei dem Sprung war, zum Beispiel "AFF Level 3" oder "Handdeployeinweisung".
Bei meinem Sprungbuch gibt es dann bei jedem Sprung noch ein großes Freitextfeld in dem man für sich selbst den Sprung beschreiben kann, um ihn in Erinnerung zu behalten. Ich schreibe mir dort immer die wichtigsten Punkte eines Sprungs stichwörtlich auf. So sieht zum Beispiel ein Eintrag in meinem Sprungbuch aus:
Sprung-Nr. 38
Datum 8.10.09
Ort Hartenholm
Luftfahrzeug D-FALB C-208B
Fallschirm PD 190
Sprunghöhe 4.000m
Freifall 57 / 29:25
Vorhaben 2er RW mit Annette
Beschreibung - Neue Kombi
- Gelinkter Exit, Annette draußen
- Abwechselnd 90° Drehungen und andocken
- Insgesamt 13 Punkte
- Separiert bei 1.600, W.O. 1.200
Das Sprungbuch führt man aber nicht nur im eigenen Interesse um interessante Erlebnisse festzuhalten, sondern es dient auch als Nachweis dafür, wieviel Erfahrung ein Springer hat. So benötigt man zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Sprünge und eine gewisse kumulierte Freifallzeit um mit der Ausbildung zum Sprunglehrer oder Tandemmaster zu beginnen. Auch wenn man das erste Mal an einen neuen Sprungplatz kommt, dient das Sprungbuch dazu, zu zeigen, dass man sämtliche Voraussetzungen zum Springen erfüllt. In dem Fall sind das mindestens 12 Sprünge in den letzten 12 Monaten.
Jeder Eintrag im Sprungbuch wird von einem anderen Springer unterschrieben, der Inhaber einer Sprunglizenz ist und quasi als Zeuge auftritt. Unterschrieben wird dabei immer mit Namen und Lizenznummer. Eine Zeugin für den Sprung oben zu finden war natürlich einfach, Annette war ja dabei. Auch sonst ist es nicht schwer, man kann einfach einen Springer fragen, der mit in der Maschine saß oder gerade am Platz war.
24. November 2009
Skydivers Plansch
Am Wochenende haben wir - ein paar Leute vom Fallschirmspringen - das Arriba-Erlebnisbad in Norderstedt nördlich von Hamburg unsicher gemacht. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es war schön ein paar Gesichter, die man auf dem Sprungplatz kennengelernt hat, wieder zu sehen. Ich musste feststellen, dass man auch im Schwimmbad viele Aktivitäten auf das Skydiving beziehen kann, wenigstens wenn man mit der entsprechenden Truppe unterwegs ist.
Nach anfänglichem Frisbee-Spielen, das im Freifall schwierig sein dürfte, und Austesten der verschieden Rutschen, ging es darum beim Sprung vom Dreier die perfekte Pull-Haltung einzunehmen. Spörli kam als Einziger annähernd an die gewünschte Bauchlage heran, doch auch er hatte nach einhelliger Meinung deutlich zu wenig Hohlkreuz. Von anderen, die mit Füßen zuerst um Wasser landeten kam - nach entsprechender Kritik vom Beckenrand - nur der Kommentar: "Ich pull immer so."
Für vollends bekloppt müssen uns die anwesenden Badegäste schließlich gehalten haben, als wir einen 6er-Formations-Exit an der Einstiegsleiter ins Wellenbad nachgestellt haben. Angefangen damit, dass wir uns in zwei Reihen vor die Einstiegsleiter gesetzt haben, so wie wir es auch im Flugzeug tun. Drei von uns sind "raus" geklettert und drei sind von "innen" hinterher gesprungen. Im "Freifall" sind wir zur Star-Formation zusammengekommen und haben, so wie es sich gehört, in ausreichender Höhe separiert. Wir hatten unseren Spaß :-)
Nach anfänglichem Frisbee-Spielen, das im Freifall schwierig sein dürfte, und Austesten der verschieden Rutschen, ging es darum beim Sprung vom Dreier die perfekte Pull-Haltung einzunehmen. Spörli kam als Einziger annähernd an die gewünschte Bauchlage heran, doch auch er hatte nach einhelliger Meinung deutlich zu wenig Hohlkreuz. Von anderen, die mit Füßen zuerst um Wasser landeten kam - nach entsprechender Kritik vom Beckenrand - nur der Kommentar: "Ich pull immer so."
Für vollends bekloppt müssen uns die anwesenden Badegäste schließlich gehalten haben, als wir einen 6er-Formations-Exit an der Einstiegsleiter ins Wellenbad nachgestellt haben. Angefangen damit, dass wir uns in zwei Reihen vor die Einstiegsleiter gesetzt haben, so wie wir es auch im Flugzeug tun. Drei von uns sind "raus" geklettert und drei sind von "innen" hinterher gesprungen. Im "Freifall" sind wir zur Star-Formation zusammengekommen und haben, so wie es sich gehört, in ausreichender Höhe separiert. Wir hatten unseren Spaß :-)
9. November 2009
Teures Hobby
Was schreibt man in einem Skydiving-Blog, wenn gerade keine Saison ist? Diese Frage stellt sich mir jetzt und das ist gar nicht so einfach. Ich werde trotzdem versuchen, den einen oder anderen Artikel zu schreiben, damit meine treuen Leser ('ne Hand voll gibt's da bestimmt) diesen Blog nicht ganz vergessen. Entweder um Fragen zu beantworten, die mir oft gestellt werden, oder falls doch mal ein Skydiving-Event ansteht, werde ich natürlich darüber berichten. Vielleicht schreibe ich auch mal einen Artikel, der nichts mit Fallschirmspringen zu tun hat - mal sehen. Anfangen möchte ich jedenfalls hiermit.
Oft werde ich gefragt: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? Nun ja, über Geld spricht oder schreibt man ja bekanntermaßen nicht, da es aber viele interessiert: meinetwegen. Es ist ja auch nicht unwichtig zu wissen. Gerade wenn man sich überlegt mit diesem Sport anzufangen, möchte man ja schon wissen, was auf einen zu kommt. Alle, die wissen wie teuer es ist, können jetzt im Prinzip aufhören zu lesen ;-)
Zurück zur Frage: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? - Ja. Klare Antwort. Gerade am Anfang muss erstmal eine Menge Geld investiert werden. Wenn ich dieses Jahr nicht mit Skydiving angefangen wäre, hätte ich jetzt viereinhalbtausend Euro mehr auf dem Konto. Und ich habe noch kein eigenen Schirm, für den man ohne Probleme nochmal das gleiche ausgeben kann. Der größte Posten liegt bei der AFF-Ausbildung, für die ich 1.800€ hingelegt habe, inklusive der zwei Wiederholungssprünge. Auch das Equipment, das ich mir bisher zugelegt habe, schlägt mit knapp 900€ zu Buche, dazu gehören Sprungbrille, Kombi, Helm, Handschuhe und Höhenmesser. Der Rest ging, bis auf relativ kleine Posten wie Lizenzgebühren oder Packkurs, für die restlichen 35 Sprünge drauf. Allerdings inklusive der fünf 1-by-1-Sprünge, die allein schon 460€ kosten.
Hat man die Ausbildung erstmal hinter sich, wird es deutlich günstiger. Für ein Sprungticket aus 4.000 Metern Höhe bezahlt man zwischen 20 und 30 Euro. Je nach Sprungplatz, in Hartenholm zum Beispiel 23€, wenn man Mitglied im Verein ist. Ist man nicht im Besitz eines eigenen Gurtzeuges kommen weitere 13€ Leihgebühr pro Sprung hinzu.
Also, definitiv ein teures aber auch einzigartiges, zutiefst aufregendes Hobby. Man spürt und sieht Dinge, die man mit nix anderem auf der Welt vergleichen kann. Und es gibt einem jedesmal 'nen ordentlichen Kick - und das ganz ohne Drogen. Obwohl die wahrscheinlich günstiger wären...
Oft werde ich gefragt: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? Nun ja, über Geld spricht oder schreibt man ja bekanntermaßen nicht, da es aber viele interessiert: meinetwegen. Es ist ja auch nicht unwichtig zu wissen. Gerade wenn man sich überlegt mit diesem Sport anzufangen, möchte man ja schon wissen, was auf einen zu kommt. Alle, die wissen wie teuer es ist, können jetzt im Prinzip aufhören zu lesen ;-)
Zurück zur Frage: Ist Fallschirmspringen eigentlich teuer? - Ja. Klare Antwort. Gerade am Anfang muss erstmal eine Menge Geld investiert werden. Wenn ich dieses Jahr nicht mit Skydiving angefangen wäre, hätte ich jetzt viereinhalbtausend Euro mehr auf dem Konto. Und ich habe noch kein eigenen Schirm, für den man ohne Probleme nochmal das gleiche ausgeben kann. Der größte Posten liegt bei der AFF-Ausbildung, für die ich 1.800€ hingelegt habe, inklusive der zwei Wiederholungssprünge. Auch das Equipment, das ich mir bisher zugelegt habe, schlägt mit knapp 900€ zu Buche, dazu gehören Sprungbrille, Kombi, Helm, Handschuhe und Höhenmesser. Der Rest ging, bis auf relativ kleine Posten wie Lizenzgebühren oder Packkurs, für die restlichen 35 Sprünge drauf. Allerdings inklusive der fünf 1-by-1-Sprünge, die allein schon 460€ kosten.
Hat man die Ausbildung erstmal hinter sich, wird es deutlich günstiger. Für ein Sprungticket aus 4.000 Metern Höhe bezahlt man zwischen 20 und 30 Euro. Je nach Sprungplatz, in Hartenholm zum Beispiel 23€, wenn man Mitglied im Verein ist. Ist man nicht im Besitz eines eigenen Gurtzeuges kommen weitere 13€ Leihgebühr pro Sprung hinzu.
Also, definitiv ein teures aber auch einzigartiges, zutiefst aufregendes Hobby. Man spürt und sieht Dinge, die man mit nix anderem auf der Welt vergleichen kann. Und es gibt einem jedesmal 'nen ordentlichen Kick - und das ganz ohne Drogen. Obwohl die wahrscheinlich günstiger wären...
2. November 2009
Versöhnliches Ende
Nachdem ich am Samstag bei extrem schönen Wetter den ganzen Tag im Büro saß, weil ich arbeiten musste, hatte ich schon ziemlich schlechte Laune. Vor allem deshalb weil der Wetterbericht für den Sonntag alles andere als große Hoffnungen machte, dass ich noch einmal springen kann. Als ich mich dann am Sonntag aus dem Bett gequält hatte und einen Blick nach draußen werfen konnte, war es nicht wirklich besser. Eine graue, trist diesige Welt begrüßte mich an diesem Morgen des letzten Sprungtages in Hartenholm in dieser Saison.
Gegen Mittag entschied ich mich dann doch nach Hartenholm zu fahren, weil ich mir noch einen Helm kaufen wollte. Im Gepäck die Gewissheit, dass ich bestimmt nicht springen kann. Ich konnte es kaum glauben, als ich dann auf der Landstraße Richtung Flugplatz Fallschirme am immernoch grauen Himmel entdecken konnte. Ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal den Weihnachtsmann sieht. Am Flugplatz angekommen habe ich mich dann auch gleich in die nächste Maschine eingetragen - es war die zweite des Tages. Zwanzig Minuten später saß ich mit neuem Helm im Flugzeug.
Vom Boden aus betrachtet war das Wetter noch immer ziemlich schlecht und so flogen wir zwischen 1.500 und 1.800 Metern durch eine Wolkenschicht. Darüber war es dann komplett klar, ein irrer Anblick, der einem sofort klar macht: über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos. Der Sprung war toll. Ich flog auf die Wolkendecke zu, dann hindurch und konnte erst wenige Sekunden vor der Öffnung sehen, wo ich überhaupt war.
Als ich am Boden meinen Schirm wieder einpackte ging noch die dritte Load hoch, angekündigt als letzte Load der Saison, da das Wetter etwas schlechter wurde. Ich war nicht mehr schnell genug, dass ich da mit rein konnte und so trug ich in der Zwischenzeit den gerade gemachten Sprung in mein Sprungbuch ein, mit den Worten "Letzter Sprung der Saison in HaHo". Als alle wieder am Boden waren wurde das Wetter doch nicht so schnell schlechter wie vermutet und so kündigte uns Norbert tatsächlich noch eine vierte, allerletzte letzte Load der Saison an. Dort konnte ich mich dann auch eintragen.
Ich bin mit Stritz zusammen gesprungen, ein Sprunglehrer, der sich auch gerne mal als Pilot hinter das Steuer der Hartenholmer Absetzmaschine klemmt. Wir sind ungelinkt aus dem Flugzeug gesprungen, Stritz zuerst und ich hinterher. Ich sollte dann versuchen ihn anzufliegen, was mal wieder schwieriger war, als es sich anhört. Oft hatte ich das Problem das Level zu halten, doch bei ungefähr 2.100 Metern hatte ich es dann geschafft. Bis zur Wolkendecke blieben wir gelinkt voreinander liegen und sind dann durch die Wolken voneinander weggetrackt.
Das war sie nun, die Sprungsaison 2009 in Hartenholm. Insgesamt 44 mal habe ich mich dieses Jahr aus dem Flugzeug gestürzt und habe danach gut 35 Minuten im freien Fall verbracht, unzählige Stunden auf dem Flugplatz. Rückwirkend betrachtet eine der besten Entscheidungen meines Lebens mit diesem Sport anzufangen, denn er hat mich in seinen Bann gerissen.
Gegen Mittag entschied ich mich dann doch nach Hartenholm zu fahren, weil ich mir noch einen Helm kaufen wollte. Im Gepäck die Gewissheit, dass ich bestimmt nicht springen kann. Ich konnte es kaum glauben, als ich dann auf der Landstraße Richtung Flugplatz Fallschirme am immernoch grauen Himmel entdecken konnte. Ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal den Weihnachtsmann sieht. Am Flugplatz angekommen habe ich mich dann auch gleich in die nächste Maschine eingetragen - es war die zweite des Tages. Zwanzig Minuten später saß ich mit neuem Helm im Flugzeug.
Vom Boden aus betrachtet war das Wetter noch immer ziemlich schlecht und so flogen wir zwischen 1.500 und 1.800 Metern durch eine Wolkenschicht. Darüber war es dann komplett klar, ein irrer Anblick, der einem sofort klar macht: über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos. Der Sprung war toll. Ich flog auf die Wolkendecke zu, dann hindurch und konnte erst wenige Sekunden vor der Öffnung sehen, wo ich überhaupt war.
Als ich am Boden meinen Schirm wieder einpackte ging noch die dritte Load hoch, angekündigt als letzte Load der Saison, da das Wetter etwas schlechter wurde. Ich war nicht mehr schnell genug, dass ich da mit rein konnte und so trug ich in der Zwischenzeit den gerade gemachten Sprung in mein Sprungbuch ein, mit den Worten "Letzter Sprung der Saison in HaHo". Als alle wieder am Boden waren wurde das Wetter doch nicht so schnell schlechter wie vermutet und so kündigte uns Norbert tatsächlich noch eine vierte, allerletzte letzte Load der Saison an. Dort konnte ich mich dann auch eintragen.
Ich bin mit Stritz zusammen gesprungen, ein Sprunglehrer, der sich auch gerne mal als Pilot hinter das Steuer der Hartenholmer Absetzmaschine klemmt. Wir sind ungelinkt aus dem Flugzeug gesprungen, Stritz zuerst und ich hinterher. Ich sollte dann versuchen ihn anzufliegen, was mal wieder schwieriger war, als es sich anhört. Oft hatte ich das Problem das Level zu halten, doch bei ungefähr 2.100 Metern hatte ich es dann geschafft. Bis zur Wolkendecke blieben wir gelinkt voreinander liegen und sind dann durch die Wolken voneinander weggetrackt.
Das war sie nun, die Sprungsaison 2009 in Hartenholm. Insgesamt 44 mal habe ich mich dieses Jahr aus dem Flugzeug gestürzt und habe danach gut 35 Minuten im freien Fall verbracht, unzählige Stunden auf dem Flugplatz. Rückwirkend betrachtet eine der besten Entscheidungen meines Lebens mit diesem Sport anzufangen, denn er hat mich in seinen Bann gerissen.
26. Oktober 2009
Saisonabschlussparty
Dass Fallschirmspringer nicht nur dann Spaß haben, wenn sie sich aus 4.000 Metern Höhe aus einem Flugzeug stürzen, sondern auch ganz normal feiern können, haben am Samstag über 100 Skydiver auf der Saisonabschlussparty in Hartenholm bewiesen. Der Teilnehmerandrang war so groß, dass das beschauliche Clubhaus lange nicht genug Platz bot und ein in etwa nocheinmal so großes Partyzelt angebaut werden musste. Als Grundlage gab es ein sehr leckeres Spanferkel, dass bereits seit Mittag im Grill seine Runden drehte.
Die gute Stimmung, hervorgerufen durch viel Flüssignahrung, wurde mit vielen kleinen Spielchen und einem Live-Auftritt von Alleinunterhalter Phillipp Scheel, seinerseits Skydiver aus Flensburg, am Leben erhalten. Um Mitternacht feierte dann Olli noch seinen 30sten Geburtstag und musste als Unvermählter den Platz vor dem Festzelt fegen.
Und weil's so schön war hier ein paar Fotos (danke Sandra):




Das offizielle Ende der Saison ist nächsten Sonntag. Dann steigt zum letzten Mal dieses Jahr die Cessna Caravan in die Luft und bringt Springer auf 4.000 Meter. Dann ist bis Mitte März Schluss mit Fallschirmspringen in Hartenholm. Ich mag gar nicht daran denken und weiß ehrlich noch nicht wie ich den Winter ohne Springen überstehen soll.
Die gute Stimmung, hervorgerufen durch viel Flüssignahrung, wurde mit vielen kleinen Spielchen und einem Live-Auftritt von Alleinunterhalter Phillipp Scheel, seinerseits Skydiver aus Flensburg, am Leben erhalten. Um Mitternacht feierte dann Olli noch seinen 30sten Geburtstag und musste als Unvermählter den Platz vor dem Festzelt fegen.
Und weil's so schön war hier ein paar Fotos (danke Sandra):




Das offizielle Ende der Saison ist nächsten Sonntag. Dann steigt zum letzten Mal dieses Jahr die Cessna Caravan in die Luft und bringt Springer auf 4.000 Meter. Dann ist bis Mitte März Schluss mit Fallschirmspringen in Hartenholm. Ich mag gar nicht daran denken und weiß ehrlich noch nicht wie ich den Winter ohne Springen überstehen soll.
20. Oktober 2009
2 fast
Am Sonntag war für diese Jahreszeit sehr schönes Wetter und so habe ich den ganzen Tag am Flugplatz verbracht. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass dieser Tag für mich erst um ca. 13 Uhr begonnen hatte. Es war viel Betrieb in Hartenholm, jeder wollte nochmal diese Gelegenheit nutzen. Lediglich 15° wärmer hätte es sein können, aber mit dicken Klamotten unter der Kombi ging auch das.
Nach einem Solosprung habe ich mich dann mit Tim an einen 2er gewagt. Gewagt deshalb, weil Tim etwa die gleiche Erfahrung hat wie ich, also nicht viel. Wir haben am gleichen Tag die Lizenzprüfung gemacht. Wir hatten uns einen gelinkten Exit vorgenommen, wollten dann erstmal richtig stabil werden, um uns dann loszulassen. Nach ein wenig Levelarbeit, sprich auf gleicher Höhe bleiben, wollten wir wieder zusammen fliegen und dann gemeinsam ein wenig drehen. Die Separation war für 1.600 Meter Höhe geplant.
Beim Exit stand ich draußen, habe also etwas Flugzeug-Surfing betrieben. Tim hielt sich von drinnen an den orangefarbenen Armgriffleisten meiner nagelneuen Rainbow-Relativ-Kombi fest. (Der Satz könnte glatt aus einem Werbeprospekt stammen...) Ich gab das Zeichen für den Absprung und ab ging die Post. Der Exit hat echt gut geklappt: nach wenigen Sekunden lagen wir absolut stabil voreinander, also nickte ich mit dem Kopf als Zeichen für das Release.
Kaum hatten wir uns losgelassen stürzte Tim regelrecht ab und fiel deutlich schneller als ich und das obwohl er gar nicht mal so viel schwerer ist. Ich machte mich klein, winkelte die Knie komplett an und nahm die Arme an den Körper, um viel Fahrt aufzunehmen. Es gelang mir nicht wirklich wieder aufzuschließen, inzwischen war er geschätzte 50 Meter von mir entfernt. Bei 2.500 machte ich mich dann so klein es ging: ich zog die Knie an den Oberkörper und legte meine Arme um sie herum. Auf Kosten der Stabilität konnte ich so genug Fahrt aufnehmen, so dass wir bei 2.000 Metern wieder ungefähr die gleiche Höhe hatten. Allerdings waren wir zu weit voneinander entfernt um rechtzeitig wieder zusammen zu fliegen und so winkte Tim ab, als Zeichen dafür, es gar nicht erst zu versuchen. Wir trackten voneinander weg.
Nach der Öffnung habe ich mich nach unten geschraubt, indem ich fünf bis sechs 360° Drehungen am Schirm gemacht habe. Dadurch verliert man rasant an Höhe und so hatte ich bereits 3 Minuten nach dem Exit wieder festen Boden unter den Füßen. Das Fazit dieses Sprungs: es hat Spaß gemacht - das ist schonmal gut :-) - und es ist für zwei Anfänger verdammt schwer gleich schnell zu fallen.
Nach einem Solosprung habe ich mich dann mit Tim an einen 2er gewagt. Gewagt deshalb, weil Tim etwa die gleiche Erfahrung hat wie ich, also nicht viel. Wir haben am gleichen Tag die Lizenzprüfung gemacht. Wir hatten uns einen gelinkten Exit vorgenommen, wollten dann erstmal richtig stabil werden, um uns dann loszulassen. Nach ein wenig Levelarbeit, sprich auf gleicher Höhe bleiben, wollten wir wieder zusammen fliegen und dann gemeinsam ein wenig drehen. Die Separation war für 1.600 Meter Höhe geplant.
Beim Exit stand ich draußen, habe also etwas Flugzeug-Surfing betrieben. Tim hielt sich von drinnen an den orangefarbenen Armgriffleisten meiner nagelneuen Rainbow-Relativ-Kombi fest. (Der Satz könnte glatt aus einem Werbeprospekt stammen...) Ich gab das Zeichen für den Absprung und ab ging die Post. Der Exit hat echt gut geklappt: nach wenigen Sekunden lagen wir absolut stabil voreinander, also nickte ich mit dem Kopf als Zeichen für das Release.
Kaum hatten wir uns losgelassen stürzte Tim regelrecht ab und fiel deutlich schneller als ich und das obwohl er gar nicht mal so viel schwerer ist. Ich machte mich klein, winkelte die Knie komplett an und nahm die Arme an den Körper, um viel Fahrt aufzunehmen. Es gelang mir nicht wirklich wieder aufzuschließen, inzwischen war er geschätzte 50 Meter von mir entfernt. Bei 2.500 machte ich mich dann so klein es ging: ich zog die Knie an den Oberkörper und legte meine Arme um sie herum. Auf Kosten der Stabilität konnte ich so genug Fahrt aufnehmen, so dass wir bei 2.000 Metern wieder ungefähr die gleiche Höhe hatten. Allerdings waren wir zu weit voneinander entfernt um rechtzeitig wieder zusammen zu fliegen und so winkte Tim ab, als Zeichen dafür, es gar nicht erst zu versuchen. Wir trackten voneinander weg.
Nach der Öffnung habe ich mich nach unten geschraubt, indem ich fünf bis sechs 360° Drehungen am Schirm gemacht habe. Dadurch verliert man rasant an Höhe und so hatte ich bereits 3 Minuten nach dem Exit wieder festen Boden unter den Füßen. Das Fazit dieses Sprungs: es hat Spaß gemacht - das ist schonmal gut :-) - und es ist für zwei Anfänger verdammt schwer gleich schnell zu fallen.
10. Oktober 2009
Tortenschlacht
Gestern habe ich in Hartenholm nochmal das gute Wetter ausgenutzt und habe zwei Sprünge gemacht. Dabei war deutlich zu merken, dass die kalte Jahreszeit angebrochen ist. Trotz Sonnenschein waren nur frostige 13°C am Boden, in der Luft war es entsprechend kälter. Vorsorglich hatte ich mir vor dem ersten Sprung ein Paar Handschuhe zugelegt, aber selbst darin hatte ich kalte Hände.
Das schöne an der kalten Luft ist die geringe Luftfeuchtigkeit. Gestern war die Aussicht so großartig, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte. Ich konnte kilometerweit sehen und der so gut wie wolkenfreie Himmel tat sein Übriges. Da vergisst man ganz schnell die Kälte. Bei dem zweiten Sprung habe ich dann auch, zugegebenermaßen unabsichtlich, meine neue Kombi mal richtig eingeweiht. Weil ich etwas zu spät geflared habe, bin ich bei der Landung schön auf die Nase gefallen. Doch der Boden war weich und so wurde nur die Kombi etwas dreckig.
In der Sunset-Load hat Marcus, einer der AFF-Lehrer, dann seinen 1.000sten Sprung gemacht. Traditioneller Weise überreicht der Springer mit den meisten Sprüngen am Platz dem Jubilar eine Torte. Auf der Torte war eine 1000 drauf, die Marcus sich auch direkt aus nächster Nähe anschaute:

Wenn man Marcus glauben will war sie auf jeden Fall lecker.

Nochmal Herzlichen Glückwunsch, Marcus!
Das schöne an der kalten Luft ist die geringe Luftfeuchtigkeit. Gestern war die Aussicht so großartig, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte. Ich konnte kilometerweit sehen und der so gut wie wolkenfreie Himmel tat sein Übriges. Da vergisst man ganz schnell die Kälte. Bei dem zweiten Sprung habe ich dann auch, zugegebenermaßen unabsichtlich, meine neue Kombi mal richtig eingeweiht. Weil ich etwas zu spät geflared habe, bin ich bei der Landung schön auf die Nase gefallen. Doch der Boden war weich und so wurde nur die Kombi etwas dreckig.
In der Sunset-Load hat Marcus, einer der AFF-Lehrer, dann seinen 1.000sten Sprung gemacht. Traditioneller Weise überreicht der Springer mit den meisten Sprüngen am Platz dem Jubilar eine Torte. Auf der Torte war eine 1000 drauf, die Marcus sich auch direkt aus nächster Nähe anschaute:

Wenn man Marcus glauben will war sie auf jeden Fall lecker.

Nochmal Herzlichen Glückwunsch, Marcus!
9. Oktober 2009
13
Genau so viele Punkte habe ich gestern bei einem schönen 2er RW mit Annette gemacht. Eine Zahl auf die man als Anfänger wohl recht stolz sein kann, naja mir hat der Sprung auf jeden Fall mächtig Spaß gemacht und ich finde darauf kommt es hauptsächlich an. Je einen Punkt beim Formationsspringen (RW) gibt es, wenn die Springer nach einem Release wieder zu einer neuen Figur zusammen kommen. In Wettkämpfen stehen dafür in der Regel 35 Sekunden ab Exit zur Verfügung, wir haben zwar ungefähr 50 Sekunden lang "gearbeitet", aber es war ja auch kein Wettkampf.
Folgende Figuren haben wir am Boden besprochen und sind wir dann auch in der Luft geflogen: gelinkter Exit (der zählt schon als erster Punkt, wenn er klappt), ich drinnen und Annette draußen - ich drehe 90° rechts - 2. Punkt - ich drehe 90° zurück - 3. Punkt - dann dreht Annette 90° - 4. Punkt - wieder zurück - usw. Nach 13 Punkten lagen wir dann wieder voreinander. Bei 1.600 Metern sind wir auseinander getrackt, ich bin dabei vom Flugplatz weg in Richtung Wald, bzw. darüber geflogen.
Nach der Öffnung habe ich mich dann schnell zum Flugplatz gegen den Wind gedreht, weil ich wusste, dass es recht windig war. Viel Gelegenheit zum Kurven fliegen hatte ich nicht, ich bin kaum gegen den Wind angekommen. Unter mir sah ich einen Springer, der in dem Maisfeld gelandet ist, auf dem ich auch schon mal Platz genommen hatte, inzwischen ist es allerdings abgemäht. Ich war froh als ich nicht mehr über dem Wald hing und habe es dann tatsächlich noch bis zur Landewiese geschafft - gerade so, ungefähr sechs sieben Meter hinter dem Maisfeld.
Der Sprung war echt toll. Es macht einfach riesig Spaß, wenn man mit anderen Springern zusammen und Tempo 200 Richtung Erde fällt und es dabei schafft nebeneinander zu liegen und die Höhe zu halten. Ganz nebenbei bemerkt war das der erste Sprung mit meiner neuen Kombi, die schon seit letzten Samstag am Flugplatz auf ihren ersten Einsatz wartete. Vielleicht klappte es ja deshalb so gut.
Es wurde dann immer windiger und ich entschied mich nicht nocheinmal in die Luft zu gehen, man muss sein Glück ja nicht unbedingt herausfordern, vor allem da auch wesentlich erfahrenere Springer am Boden blieben. Heute sieht das Wetter wieder super aus und so werde ich mich gleich wieder auf dem Weg Richtung Hartenholm machen, auch wenn es wahrscheinlich kalt sein wird da oben.
Folgende Figuren haben wir am Boden besprochen und sind wir dann auch in der Luft geflogen: gelinkter Exit (der zählt schon als erster Punkt, wenn er klappt), ich drinnen und Annette draußen - ich drehe 90° rechts - 2. Punkt - ich drehe 90° zurück - 3. Punkt - dann dreht Annette 90° - 4. Punkt - wieder zurück - usw. Nach 13 Punkten lagen wir dann wieder voreinander. Bei 1.600 Metern sind wir auseinander getrackt, ich bin dabei vom Flugplatz weg in Richtung Wald, bzw. darüber geflogen.
Nach der Öffnung habe ich mich dann schnell zum Flugplatz gegen den Wind gedreht, weil ich wusste, dass es recht windig war. Viel Gelegenheit zum Kurven fliegen hatte ich nicht, ich bin kaum gegen den Wind angekommen. Unter mir sah ich einen Springer, der in dem Maisfeld gelandet ist, auf dem ich auch schon mal Platz genommen hatte, inzwischen ist es allerdings abgemäht. Ich war froh als ich nicht mehr über dem Wald hing und habe es dann tatsächlich noch bis zur Landewiese geschafft - gerade so, ungefähr sechs sieben Meter hinter dem Maisfeld.
Der Sprung war echt toll. Es macht einfach riesig Spaß, wenn man mit anderen Springern zusammen und Tempo 200 Richtung Erde fällt und es dabei schafft nebeneinander zu liegen und die Höhe zu halten. Ganz nebenbei bemerkt war das der erste Sprung mit meiner neuen Kombi, die schon seit letzten Samstag am Flugplatz auf ihren ersten Einsatz wartete. Vielleicht klappte es ja deshalb so gut.
Es wurde dann immer windiger und ich entschied mich nicht nocheinmal in die Luft zu gehen, man muss sein Glück ja nicht unbedingt herausfordern, vor allem da auch wesentlich erfahrenere Springer am Boden blieben. Heute sieht das Wetter wieder super aus und so werde ich mich gleich wieder auf dem Weg Richtung Hartenholm machen, auch wenn es wahrscheinlich kalt sein wird da oben.
1. Oktober 2009
Mit der Lizenz zum Springen
"Mein Name ist 00 Tobi und ich habe die Lizenz zum Springen!" - So, oder so ähnlich könnte ich ab jetzt durch die Straßen laufen und mich den Leuten vorstellen, denn seit heute bin ich stolzer Besitzer des Luftfahrerscheins für Luftsportgeräteführer, umgangssprachlich der Fallschirmspringer-Lizenz. Ich könnte! Tue ich aber nicht. Nicht, dass mich noch jemand für verrückt erklärt und mir Sprungverbot erteilt. Und so sieht der Wisch aus:

Meine Lizenznummer ist DFV-14468 und die muss ich mir merken. Denn ab sofort kann ich bei anderen Springern Einträge im Sprungbuch als Zeuge mit meinem Namen und eben dieser Nummer unterschreiben. Die Lizenz gilt unbefristet und berechtigt mich "Luftfahrzeuge im Umfang der Lizenz zu führen." Und der Umfang sind Sprungfallschirme. Auf deutsch: ich darf Fallschirmspringen :-)
Die Lizenz wird zwar unbefristet ausgestellt, eigenverantwortlich springen darf man aber nur dann, wenn man wenigstens 12 Sprünge in den letzten 12 Monaten nachweisen kann. Da mach ich mir allerdings keine Sorgen, dass ich diese 12 Sprünge im Jahr zusammen bekomme. Und was heißt nun eigenverantwortlich? Das bedeutet ich muss mich nicht mehr checken lassen bevor ich springe und ich kann selbst entscheiden, ob ich springe, solange es denn ein Flugzeug gibt, das mich mitnimmt.

Meine Lizenznummer ist DFV-14468 und die muss ich mir merken. Denn ab sofort kann ich bei anderen Springern Einträge im Sprungbuch als Zeuge mit meinem Namen und eben dieser Nummer unterschreiben. Die Lizenz gilt unbefristet und berechtigt mich "Luftfahrzeuge im Umfang der Lizenz zu führen." Und der Umfang sind Sprungfallschirme. Auf deutsch: ich darf Fallschirmspringen :-)
Die Lizenz wird zwar unbefristet ausgestellt, eigenverantwortlich springen darf man aber nur dann, wenn man wenigstens 12 Sprünge in den letzten 12 Monaten nachweisen kann. Da mach ich mir allerdings keine Sorgen, dass ich diese 12 Sprünge im Jahr zusammen bekomme. Und was heißt nun eigenverantwortlich? Das bedeutet ich muss mich nicht mehr checken lassen bevor ich springe und ich kann selbst entscheiden, ob ich springe, solange es denn ein Flugzeug gibt, das mich mitnimmt.
27. September 2009
Doppelt hält besser
Gestern habe ich meinen ersten Sprung nach der Lizenzprüfung gemacht. Was war anders als sonst? Eigentlich gar nix. Das lag in erste Linie daran, dass ich meine Lizenz noch nicht habe, die wird mir erst noch zugeschickt und solange gelte ich offiziell noch als Schüler. Das heißt die Lehrer tragen noch die Verantwortung, machen also immernoch sämtliche Checks und entscheiden weiterhin, ob aufgrund der äußeren Bedingungen gesprungen wird oder nicht.
Etwas war dann doch anders: mein neuer Höhenmesser schmückte mein Handgelenk. Da dieser sich doch stark von denen unterscheidet, die ich bisher benutzt habe, empfahl mir Jens noch einen zusätzlichen "normalen" Höhenmesser umzulegen. Gut, letztendlich zeigen beide die Höhe an und beide auch die gleiche Höhe, jedoch haben die Höhenmesser, die ich bisher genutzt habe, alle eine analoge Kreisskala, bei meinem neuen steht dagegen einfach nur die Zahl drauf. Ich stieg also mit zwei Höhenmessern bewaffnet ins Flugzeug ein.
Im Steigflug sind wir dann durch eine Wolkenschicht durch, die zwar mit ca 200-300m relativ dünn war, sich aber großflächig über dem Himmel verteilte. Im Flugzeug sagte mir Jens, dass wir oben erstmal schauen müssen, ob ich überhaupt springen darf. Im Falle einer kompletten Wolkenschicht würde es nicht gehen. Glücklicherweise konnten wir in 4.000 Metern Höhe angekommen den Flugplatz durch ein großes Loch in der Wolkendecke entdecken und so konnte es losgehen. Ich habe mich als erster aus dem Flugzeug herausgekugelt und habe den strahlenden Sonnenschein über den Wolken genossen. Von oben sahen die Wolken wie eine schneebedeckte Landschaft aus. Letztenendes war ich dann noch vor der Öffnung an den Wolken vorbei. Den zweiten Höhenmesser habe ich nicht wirklich gebraucht, ich bin bestens mit dem neuen Gerät klar gekommen, auch wenn nur Zahlen drauf standen.
Zurück am Boden, nachdem ich den Schirm gepackt hatte, habe ich mir dann ganz neugierig die aufgezeichneten Daten meines Höhenmessers angeschaut: die Freifallzeit betrug 58 Sekunden, die durchschnittliche Fallgeschwindigkeit lag bei 194km/h. Der Schirm war in 880m Höhe komplett geöffnet, gezogen habe ich bei 1.200. Letzteres steht zwar nicht im Logbuch, aber das weiß ich noch. Die Flugzeit am Schirm betrug 3 Minuten und 11 Sekunden.
Dann wurde das Wetter schlechter, das Wolkenband erreichte den Flugplatz und der Sprungbetrieb wurde für Schüler eingestellt. Also bin ich nach Hause gefahren, ich hatte meinen Sprung ja.
Etwas war dann doch anders: mein neuer Höhenmesser schmückte mein Handgelenk. Da dieser sich doch stark von denen unterscheidet, die ich bisher benutzt habe, empfahl mir Jens noch einen zusätzlichen "normalen" Höhenmesser umzulegen. Gut, letztendlich zeigen beide die Höhe an und beide auch die gleiche Höhe, jedoch haben die Höhenmesser, die ich bisher genutzt habe, alle eine analoge Kreisskala, bei meinem neuen steht dagegen einfach nur die Zahl drauf. Ich stieg also mit zwei Höhenmessern bewaffnet ins Flugzeug ein.
Im Steigflug sind wir dann durch eine Wolkenschicht durch, die zwar mit ca 200-300m relativ dünn war, sich aber großflächig über dem Himmel verteilte. Im Flugzeug sagte mir Jens, dass wir oben erstmal schauen müssen, ob ich überhaupt springen darf. Im Falle einer kompletten Wolkenschicht würde es nicht gehen. Glücklicherweise konnten wir in 4.000 Metern Höhe angekommen den Flugplatz durch ein großes Loch in der Wolkendecke entdecken und so konnte es losgehen. Ich habe mich als erster aus dem Flugzeug herausgekugelt und habe den strahlenden Sonnenschein über den Wolken genossen. Von oben sahen die Wolken wie eine schneebedeckte Landschaft aus. Letztenendes war ich dann noch vor der Öffnung an den Wolken vorbei. Den zweiten Höhenmesser habe ich nicht wirklich gebraucht, ich bin bestens mit dem neuen Gerät klar gekommen, auch wenn nur Zahlen drauf standen.
Zurück am Boden, nachdem ich den Schirm gepackt hatte, habe ich mir dann ganz neugierig die aufgezeichneten Daten meines Höhenmessers angeschaut: die Freifallzeit betrug 58 Sekunden, die durchschnittliche Fallgeschwindigkeit lag bei 194km/h. Der Schirm war in 880m Höhe komplett geöffnet, gezogen habe ich bei 1.200. Letzteres steht zwar nicht im Logbuch, aber das weiß ich noch. Die Flugzeit am Schirm betrug 3 Minuten und 11 Sekunden.
Dann wurde das Wetter schlechter, das Wolkenband erreichte den Flugplatz und der Sprungbetrieb wurde für Schüler eingestellt. Also bin ich nach Hause gefahren, ich hatte meinen Sprung ja.
24. September 2009
Alticheck
Der wohl wichtigste Ausrüstungsgegenstand beim Fallschirmspringen ist logischerweise der Fallschirm, also Gurtzeug, Haupt- und Reservekappe und was sonst noch dazu gehört. Danach, wenn auch deutlich danach, kommt der Höhenmesser. Er erteilt Auskunft über die Höhe im Freifall und auch während der Schirmfahrt. Er ist deshalb wichtig, weil man in der Höhe in der man sich als Fallschirmspringer aufhält, kaum erkennen kann wie hoch man wirklich ist. Auch bei einer Fehlöffnung ist er wichtig, damit man in sicherer Höhe das Notfallprozedere einleitet, zum Beispiel, wenn man einen Twist nicht herausgedreht bekommt.
Als Frischlizenzler wird es langsam Zeit sich so ein Gerät zuzulegen und das habe ich jetzt getan. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen analogen und digitalen Höhenmessern. Beiden gemein ist, dass die Höhe anhand des Luftdrucks gemessen wird. Da sich dieser bekanntermaßen ständig verändert, es gibt Tief- und Hochdruckgebiete, gibt es eine Norm nach der in der Luftfahrt die Höhe gemessen wird. In der so genannten Standardatmosphäre liegt der Luftdruck auf Meeresspiegelhöhe bei 1013,25 hPa bei einer Temparatur von 15°C. Alle restlichen Höhenangaben werden anhand dieser Definition abgeleitet. Gemessen am Luftdruck befinde ich mich jetzt gerade 68m unterhalb des Meeresspiegels (sagt zumindest mein Höhenmesser), der Luftdruck ist zur Zeit also höher als in der Standardatmosphäre. Aufgrund der Luftdruckschwankungen ist es wichtig vor jedem Sprung den Höhenmesser zu kalibrieren, also auf Null zu stellen. Die digitalen Höhenmesser machen das in der Regel automatisch.
Für mich als technikverliebter Mensch kam nur ein digitaler Höhenmesser in Frage und damit habe ich mir ein neues tolles Spielzeug zugelegt. Ich habe mich für den Neptune2 von der Firma Alti-2 entschieden und der kann noch viel mehr als nur die Höhe anzeigen. Integriert ist ein Sprungbuch, das automatisch alle Sprünge aufzeichnet mit Datum, Uhrzeit, Absetzhöhe, Freifallzeit, Freifallgeschwindigkeit, Zeit der Schirmfahrt, Öffnungshöhe und noch mehr. Es können 200 Sprünge gespeichert und per Infrarot auf einen PC übertragen werden. Die Anzeige am Gerät kennt 4 verschiedene Modi, je einen für den Aufenthalt am Boden, im Steigflug, im Freifall und am Schirm. Das Gerät erkennt alleine was man gerade macht, bzw. in welcher Phase man sich befindet und schaltet in den entsprechenden Modus. Zusätzlich kann man am Gerät für den Freifall und den Schirmflug je drei Höhen für akustische Warnsignale einstellen. Alles in allem ein tolles Instrument, das mit 249€ aber auch seinen stolzen Preis hat.
Nun kann ich es kaum erwarten das Ding endlich auszuprobieren und live zu erleben.
Als Frischlizenzler wird es langsam Zeit sich so ein Gerät zuzulegen und das habe ich jetzt getan. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen analogen und digitalen Höhenmessern. Beiden gemein ist, dass die Höhe anhand des Luftdrucks gemessen wird. Da sich dieser bekanntermaßen ständig verändert, es gibt Tief- und Hochdruckgebiete, gibt es eine Norm nach der in der Luftfahrt die Höhe gemessen wird. In der so genannten Standardatmosphäre liegt der Luftdruck auf Meeresspiegelhöhe bei 1013,25 hPa bei einer Temparatur von 15°C. Alle restlichen Höhenangaben werden anhand dieser Definition abgeleitet. Gemessen am Luftdruck befinde ich mich jetzt gerade 68m unterhalb des Meeresspiegels (sagt zumindest mein Höhenmesser), der Luftdruck ist zur Zeit also höher als in der Standardatmosphäre. Aufgrund der Luftdruckschwankungen ist es wichtig vor jedem Sprung den Höhenmesser zu kalibrieren, also auf Null zu stellen. Die digitalen Höhenmesser machen das in der Regel automatisch.
Für mich als technikverliebter Mensch kam nur ein digitaler Höhenmesser in Frage und damit habe ich mir ein neues tolles Spielzeug zugelegt. Ich habe mich für den Neptune2 von der Firma Alti-2 entschieden und der kann noch viel mehr als nur die Höhe anzeigen. Integriert ist ein Sprungbuch, das automatisch alle Sprünge aufzeichnet mit Datum, Uhrzeit, Absetzhöhe, Freifallzeit, Freifallgeschwindigkeit, Zeit der Schirmfahrt, Öffnungshöhe und noch mehr. Es können 200 Sprünge gespeichert und per Infrarot auf einen PC übertragen werden. Die Anzeige am Gerät kennt 4 verschiedene Modi, je einen für den Aufenthalt am Boden, im Steigflug, im Freifall und am Schirm. Das Gerät erkennt alleine was man gerade macht, bzw. in welcher Phase man sich befindet und schaltet in den entsprechenden Modus. Zusätzlich kann man am Gerät für den Freifall und den Schirmflug je drei Höhen für akustische Warnsignale einstellen. Alles in allem ein tolles Instrument, das mit 249€ aber auch seinen stolzen Preis hat.
Nun kann ich es kaum erwarten das Ding endlich auszuprobieren und live zu erleben.
20. September 2009
Prüfungsangst...
...hatte ich gestern zwar nicht, dennoch war ich schon etwas aufgeregt als ich im Flugzeug saß und in Gedanken immer wieder den vor mir liegenden Sprung durchging.
Was war bis jetzt passiert? Schon um halb neun war ich am Sprungplatz zur theoretischen Prüfung aufgeschlagen. Mit mir waren noch 10 weitere Lizenzanwärter dort und wollten ebenfalls unter Beweis stellen, was sie in den letzten Wochen und Monaten gelernt hatten. Auf uns warteten 200 Fragen aus dem Gesamtfragenkatalog und zwei Prüfungssprünge. Eine gewisse Nervosität war bei jedem von uns zu spüren. Wir saßen zunächst also im Übungsraum mit jeweils im Wechsel verteilten Prüfungsbögen, was das Abschreiben erschwerte. Ich hatte eh nicht vor zu schummeln.
Nach der Theorie ging es dann auch ziemlich schnell - und ohne vorher das Ergebnis zu erfahren - rein in die Klamotten und ab ins Flugzeug für den ersten Prüfungssprung aus 4.000 Metern Höhe. Und da saß ich nun, hinter mir meine Prüferin Annette, die mir liebenswerter Weise weiß machen wollte, es handle sich um einen Spaßsprung und nicht um einen Prüfungssprung. Um mich herum weitere aufgeregte Anwärter, die Stimmung im Flugzeug war - ich sag mal: konzentriert. In 3.500 Metern Höhe haben wir uns dann fertig gemacht: Brille und Helm auf und letzten Check gemacht. Wir haben uns allen mit dem vor jedem Sprung üblichen Skydiver-Handshake gutes Gelingen gewünscht und dann ging's los.
Ich stand in der Tür, kurzer Blick zurück und dann raus. Schnell lag ich stabil und konnte auch schon Annette entdecken wie sie mir das Startzeichen gab. Ich machte den Salto und anschließend eine Fassrolle. Ich musste mich kurz neu orientieren bis ich Annette wieder gefunden hatte und bin dann zu ihr hingeflogen. Wieder losgelassen und noch die beiden Drehungen gemacht. Wir waren noch über 2.000 als ich fertig war und so konnten wir uns noch zuwinken und ich wunderte mich, ob ich vielleicht was vergessen hatte, war aber nicht so. Bei 1.600 habe ich mich umgedreht, bin weggeflogen und bei 1.300 abgewunken. Bei der Landung habe ich dann das Zielhütchen nur um ca. 10 Meter verfehlt, war also deutlich im geforderten 50m Umkreis. Sprung Nummer eins war geschafft!
Ich musste dann auf den zweiten Sprung etwas warten, weil so viel los war, denn das Wetter war einfach traumhaft. In der Zwischenzeit erfuhr ich dann schonmal, dass ich die theoretische Prüfung bestanden hatte. Am frühen Nachmittag war ich dann für den zweiten Sprung, einem Flachköpper aus 1.200 Metern Höhe, eingetragen. Es ging nur darum herauszuspringen und innerhalb von 5 Sekunden stabil den Schirm zu ziehen. Ich war nicht mehr ganz so aufgeregt wie bei dem ersten Sprung und so klappte der Exit recht gut und ich konnte schnell den Schirm öffnen.
Dann mussten wir lange warten, bis alle Prüflinge fertig waren und erst nach der Sunset-Load und nachdem alle Schirme gepackt waren, stellte sich Marcus unser Prüfungsleiter vor die bis dahin noch versammelte Springermeute und verkündete das Urteil. Wir hatten alle bestanden und so mussten wir die Springertaufe über uns ergehen lassen. Dabei stellen sich alle Frischlizenzler in einer Reihe auf und beugen sich nach vorne. Jeder anwesende Lizenzspringer darf einem ordentlich auf den Hintern hauen und Marcus konnte es nicht lassen jedem von uns etwas Bier ins Maurerdekoltee zu schütten. Der Hintergrund ist der, dass man in Zukunft bei keiner Landung mehr Schmerzen spürt als bei diesem Prozedere. Wir haben es ertragen und freuten uns über die bestandene Prüfung.
Den Abend haben wir dann gemeinsam mit den Lehrern gemütlich bei Bierchen und Grillfleisch am Lagerfeuer ausklingen lassen. Ein schöner Tag!
Dive Exit, stabil werden und auf das Zeichen warten, dann das Programm: ein Rückwärtssalto, eine Fassrolle, anschließend einmal zum Prüfer hinfliegen, wieder loslassen. Dann 360° links und 360° rechts. In 1.600 Metern Höhe 180° drehen und wegtracken, schließlich bei 1.300 Metern abwinken und bei 1.200 Metern pullen. Wichtig: beim gesamten Sprung die Höhe im Auge behalten. Eigentlich gar nicht so schwer, im Prinzip kann ich das, nur jetzt musste es klappen!
Was war bis jetzt passiert? Schon um halb neun war ich am Sprungplatz zur theoretischen Prüfung aufgeschlagen. Mit mir waren noch 10 weitere Lizenzanwärter dort und wollten ebenfalls unter Beweis stellen, was sie in den letzten Wochen und Monaten gelernt hatten. Auf uns warteten 200 Fragen aus dem Gesamtfragenkatalog und zwei Prüfungssprünge. Eine gewisse Nervosität war bei jedem von uns zu spüren. Wir saßen zunächst also im Übungsraum mit jeweils im Wechsel verteilten Prüfungsbögen, was das Abschreiben erschwerte. Ich hatte eh nicht vor zu schummeln.
Nach der Theorie ging es dann auch ziemlich schnell - und ohne vorher das Ergebnis zu erfahren - rein in die Klamotten und ab ins Flugzeug für den ersten Prüfungssprung aus 4.000 Metern Höhe. Und da saß ich nun, hinter mir meine Prüferin Annette, die mir liebenswerter Weise weiß machen wollte, es handle sich um einen Spaßsprung und nicht um einen Prüfungssprung. Um mich herum weitere aufgeregte Anwärter, die Stimmung im Flugzeug war - ich sag mal: konzentriert. In 3.500 Metern Höhe haben wir uns dann fertig gemacht: Brille und Helm auf und letzten Check gemacht. Wir haben uns allen mit dem vor jedem Sprung üblichen Skydiver-Handshake gutes Gelingen gewünscht und dann ging's los.
Ich stand in der Tür, kurzer Blick zurück und dann raus. Schnell lag ich stabil und konnte auch schon Annette entdecken wie sie mir das Startzeichen gab. Ich machte den Salto und anschließend eine Fassrolle. Ich musste mich kurz neu orientieren bis ich Annette wieder gefunden hatte und bin dann zu ihr hingeflogen. Wieder losgelassen und noch die beiden Drehungen gemacht. Wir waren noch über 2.000 als ich fertig war und so konnten wir uns noch zuwinken und ich wunderte mich, ob ich vielleicht was vergessen hatte, war aber nicht so. Bei 1.600 habe ich mich umgedreht, bin weggeflogen und bei 1.300 abgewunken. Bei der Landung habe ich dann das Zielhütchen nur um ca. 10 Meter verfehlt, war also deutlich im geforderten 50m Umkreis. Sprung Nummer eins war geschafft!
Ich musste dann auf den zweiten Sprung etwas warten, weil so viel los war, denn das Wetter war einfach traumhaft. In der Zwischenzeit erfuhr ich dann schonmal, dass ich die theoretische Prüfung bestanden hatte. Am frühen Nachmittag war ich dann für den zweiten Sprung, einem Flachköpper aus 1.200 Metern Höhe, eingetragen. Es ging nur darum herauszuspringen und innerhalb von 5 Sekunden stabil den Schirm zu ziehen. Ich war nicht mehr ganz so aufgeregt wie bei dem ersten Sprung und so klappte der Exit recht gut und ich konnte schnell den Schirm öffnen.
Dann mussten wir lange warten, bis alle Prüflinge fertig waren und erst nach der Sunset-Load und nachdem alle Schirme gepackt waren, stellte sich Marcus unser Prüfungsleiter vor die bis dahin noch versammelte Springermeute und verkündete das Urteil. Wir hatten alle bestanden und so mussten wir die Springertaufe über uns ergehen lassen. Dabei stellen sich alle Frischlizenzler in einer Reihe auf und beugen sich nach vorne. Jeder anwesende Lizenzspringer darf einem ordentlich auf den Hintern hauen und Marcus konnte es nicht lassen jedem von uns etwas Bier ins Maurerdekoltee zu schütten. Der Hintergrund ist der, dass man in Zukunft bei keiner Landung mehr Schmerzen spürt als bei diesem Prozedere. Wir haben es ertragen und freuten uns über die bestandene Prüfung.
Den Abend haben wir dann gemeinsam mit den Lehrern gemütlich bei Bierchen und Grillfleisch am Lagerfeuer ausklingen lassen. Ein schöner Tag!
18. September 2009
Übung macht den Meister
Das Sprichwort ist ja allgemein bekannt und da morgen mein großer Tag der Lizenzprüfung ist, schickt es sich an ein wenig dafür zu üben. Theoretisch habe ich mir die Prüfungsfragen heruntergeladen und auch schon alle mal angesehen. Außerdem gibt es unter http://pt.skyger.de eine Internetseite auf der man für die theoretische Prüfung trainieren kann. Für das sofortige Bestehen benötigt man 85% richtige Antworten, mit 75% schafft man es in die mündliche Nachprüfung, darunter ist man durchgefallen. Die Quote muss dabei in jedem der sieben Fächer erreicht werden.
Für die praktische Prüfung habe ich unter der Woche auch zwei Übungssprünge gemacht. Bei der Prüfung macht man zwei Sprünge. Einen aus ungefähr 1.500 Metern Höhe, bei dem es darum geht innerhalb von 5 Sekunden stabil zu werden und zu pullen. Bei dem anderen Sprung aus 4.000 Metern geht es darum die Beherrschung des Freifalls zu zeigen. Im Programm sind im Wesentlichen Rotationen um alle drei Körperachsen, also Drehungen, Rollen und Salti. Waren das zu AFF Zeiten noch echte Herausforderungen, ist das inzwischen gut zu schaffen, hat man doch mittlerweile einige Umdrehungen in der Luft hinter sich.
Den ersten der beiden Übungssprünge habe ich mit Sandra zusammen gemacht. Leider darf man als Schüler aus Sicherheitsgründen noch nicht wirklich zusammen springen, so haben wir uns damit beholfen uns vor dem Sprung ein Programm auszudenken, dass wir dann getrennt voneinander - quasi mit 6 Sekunden Abstand - in der Luft abgearbeitet haben. Folgendes hatten wir uns überlegt: Rückwärtssalto, Vorwärtssalto, Fassrolle rechts, 360° Drehung links. Mein Exit war so stabil, dass ich schon im relativen Wind den ersten Salto machen konnte. Entsprechend war ich in 3.000 Metern Höhe mit dem Programm durch. Als relativen Wind bezeichnet man den Wind auf den man direkt nach dem Absprung aufliegt (ca. 10 Sekunden lang) und der durch die Absetzgeschwindigkeit des Flugzeuges erst von vorne kommt und sich dann langsam nach unten dreht.
Insgesamt habe ich ein gutes Gefühl für die Prüfung und morgen wird sich dann zeigen, ob ich damit richtig liege oder vielleicht doch durchfalle. Ich hoffe nicht...
Für die praktische Prüfung habe ich unter der Woche auch zwei Übungssprünge gemacht. Bei der Prüfung macht man zwei Sprünge. Einen aus ungefähr 1.500 Metern Höhe, bei dem es darum geht innerhalb von 5 Sekunden stabil zu werden und zu pullen. Bei dem anderen Sprung aus 4.000 Metern geht es darum die Beherrschung des Freifalls zu zeigen. Im Programm sind im Wesentlichen Rotationen um alle drei Körperachsen, also Drehungen, Rollen und Salti. Waren das zu AFF Zeiten noch echte Herausforderungen, ist das inzwischen gut zu schaffen, hat man doch mittlerweile einige Umdrehungen in der Luft hinter sich.
Den ersten der beiden Übungssprünge habe ich mit Sandra zusammen gemacht. Leider darf man als Schüler aus Sicherheitsgründen noch nicht wirklich zusammen springen, so haben wir uns damit beholfen uns vor dem Sprung ein Programm auszudenken, dass wir dann getrennt voneinander - quasi mit 6 Sekunden Abstand - in der Luft abgearbeitet haben. Folgendes hatten wir uns überlegt: Rückwärtssalto, Vorwärtssalto, Fassrolle rechts, 360° Drehung links. Mein Exit war so stabil, dass ich schon im relativen Wind den ersten Salto machen konnte. Entsprechend war ich in 3.000 Metern Höhe mit dem Programm durch. Als relativen Wind bezeichnet man den Wind auf den man direkt nach dem Absprung aufliegt (ca. 10 Sekunden lang) und der durch die Absetzgeschwindigkeit des Flugzeuges erst von vorne kommt und sich dann langsam nach unten dreht.
Insgesamt habe ich ein gutes Gefühl für die Prüfung und morgen wird sich dann zeigen, ob ich damit richtig liege oder vielleicht doch durchfalle. Ich hoffe nicht...
14. September 2009
Die Hälfte seines Lebens...
... wartet der Springer vergebens." Darauf, dass das Wetter endlich besser wird, die nächste Load startet und Platz in der Maschine frei ist, der Sprungbetrieb wieder los geht und überhaupt darauf, endlich wieder springen zu können. Daher auch diese auf dem Sprungplatz oft gehörte Floskel. So unglaublich schön und erlebnisreich dieser Sport ist, wenn man ihn ausführen kann, so frustrierend ist er, wenn man am Boden steht und nicht springen kann. Und das Schlimmste ist: man kann nix dagegen tun.
Letzten Samstag bin ich bei aussichtsreichem Wetter nach Hartenholm gefahren. Dort angekommen habe ich mich recht zügig in eine Load eingetragen, in der auch einige weitere Schüler waren. Wir standen schon in voller Montur - und jeder zweimal gecheckt, so wie es sich gehört - auf dem Vorfeld, als eine fiese dunkle Wolke am Himmel auftauchte. Dem verantwortlichen Lehrer wurde es dann zu heikel und so hat er alle Schüler aus der Load ausgetragen. Rein objektiv betrachtet sicherlich die richtige Entscheidung, aber es gibt nix Blöderes als das Gurtzeug wieder abzulegen ohne den Sprung gemacht zu haben.
Ich bin dann unverrichteter Dinge mit leicht schlechter Laune wieder nach Hause gefahren, weil ich abends noch mit ein paar Freunden an der Alster grillen wollte. Das Wetter wurde später wieder besser und wir erlebten einen schönen Sonnenuntergang am bekanntesten Gewässer der Hansestadt.


Und es stimmt tatsächlich: als Fallschirmspringer taxiert man das Wetter ständig auf Sprungtauglichkeit. Und dieser Sunset wäre ideal gewesen. Man stellt sich innerlich vor, wie es wohl ist, dieses Bild von oben zu betrachten. Gemütlich sein Bierchen bei Sonnenuntergang an der Alster zu trinken hat aber auf jeden Fall auch was und es wird sicherlich wieder sprungtaugliches Wetter geben. Außerdem lohnt sich die Warterei, ganz bestimmt!
Letzten Samstag bin ich bei aussichtsreichem Wetter nach Hartenholm gefahren. Dort angekommen habe ich mich recht zügig in eine Load eingetragen, in der auch einige weitere Schüler waren. Wir standen schon in voller Montur - und jeder zweimal gecheckt, so wie es sich gehört - auf dem Vorfeld, als eine fiese dunkle Wolke am Himmel auftauchte. Dem verantwortlichen Lehrer wurde es dann zu heikel und so hat er alle Schüler aus der Load ausgetragen. Rein objektiv betrachtet sicherlich die richtige Entscheidung, aber es gibt nix Blöderes als das Gurtzeug wieder abzulegen ohne den Sprung gemacht zu haben.
Ich bin dann unverrichteter Dinge mit leicht schlechter Laune wieder nach Hause gefahren, weil ich abends noch mit ein paar Freunden an der Alster grillen wollte. Das Wetter wurde später wieder besser und wir erlebten einen schönen Sonnenuntergang am bekanntesten Gewässer der Hansestadt.


Und es stimmt tatsächlich: als Fallschirmspringer taxiert man das Wetter ständig auf Sprungtauglichkeit. Und dieser Sunset wäre ideal gewesen. Man stellt sich innerlich vor, wie es wohl ist, dieses Bild von oben zu betrachten. Gemütlich sein Bierchen bei Sonnenuntergang an der Alster zu trinken hat aber auf jeden Fall auch was und es wird sicherlich wieder sprungtaugliches Wetter geben. Außerdem lohnt sich die Warterei, ganz bestimmt!
9. September 2009
Quickie
Mein letzter Sprung lag schon einige Zeit zurück, also habe ich mich gestern dazu entschlossen das wunderbare Wetter zu nutzen. Und das obwohl ich abends noch ein Punktspiel hatte - ich spiele nebenbei noch Tischtennis. Ich bin also direkt nach der Arbeit zum Sprungplatz gefahren und habe mich in die nächstmögliche Load eingetragen.
Kurze Zeit später saß ich im Flugzeug und bin in 4.000 Metern rausgesprungen. Dort habe ich mal einen anderen Exit ausprobiert: ich habe mich an der Stange, die am Ausgang befestigt ist festgehalten und mich dann mit dem Rücken zum Wind aus dem Flugzeug geschwungen. Das hat sich irgendwie lustig und etwas ungewöhnlich angefühlt. Als ich dann lag, habe ich nur die Aussicht genossen. Es war nicht eine Wolke am Himmel und ich konnte alles von Schleswig-Holstein sehen, was zwischen Nord- und Ostsee liegt und das ist ja bekanntermaßen ein sehr großer Teil.
Am Boden angekommen habe ich meinen Schirm gepackt und musste dann auch schon wieder los. Ein echter Quickie eben. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn heute war ich nach der Arbeit zwar auch am Sprungplatz, doch leider wurde just als ich dort ankam der Sprungbetrieb wegen schlechtem Wetter eingestellt. Man muss eben jede Gelegenheit nutzen, denn eines ist sicher: ich bin im Teufelskreis der Sucht gefangen!
Kurze Zeit später saß ich im Flugzeug und bin in 4.000 Metern rausgesprungen. Dort habe ich mal einen anderen Exit ausprobiert: ich habe mich an der Stange, die am Ausgang befestigt ist festgehalten und mich dann mit dem Rücken zum Wind aus dem Flugzeug geschwungen. Das hat sich irgendwie lustig und etwas ungewöhnlich angefühlt. Als ich dann lag, habe ich nur die Aussicht genossen. Es war nicht eine Wolke am Himmel und ich konnte alles von Schleswig-Holstein sehen, was zwischen Nord- und Ostsee liegt und das ist ja bekanntermaßen ein sehr großer Teil.
Am Boden angekommen habe ich meinen Schirm gepackt und musste dann auch schon wieder los. Ein echter Quickie eben. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn heute war ich nach der Arbeit zwar auch am Sprungplatz, doch leider wurde just als ich dort ankam der Sprungbetrieb wegen schlechtem Wetter eingestellt. Man muss eben jede Gelegenheit nutzen, denn eines ist sicher: ich bin im Teufelskreis der Sucht gefangen!
6. September 2009
Alles Theorie
In zwei Wochen habe ich meinen Prüfungstermin zur Fallschirmsprung-Lizenz, bestehend aus einer theoretischen Prüfung und zwei Prüfungssprüngen. Die Theorie besteht aus multiple choice Fragen aus 7 Prüfungsfächern:
Den Fragenkatalog kann man sich beim Deutschen Fallschirmsport Verband (DFV) herunterladen. Je Fachgebiet sind das zwischen 35 und 106 Fragen, insgesamt ca 500.
Viele der Fragen kann man schon mit gesundem Menschenverstand beantworten. So kann man zum Beispiel zur Frage "Warum sollte grundsätzlich alkohol-, drogen-, medikamenten- und aufputschmittelfrei gesprungen werden?" die Antwort "Ein möglicher Realitätsverlust ist als eher förderlich erwünscht" wohl ausschließen. Zumal einer unserer Lehrer schon sagte: "Wenn man aus dem Flugzeug springt, ist man erstmal potenziell tot, nur der Fallschirm rettet einem das Leben." Klar das Realitätsverlust in der Situation nicht unbedingt förderlich ist.
Es gibt aber auch Fragen, die man ganz einfach lernen muss. So können sich nur die Wenigsten selbst herleiten, dass sich der Luftdruck in einer Höhe von etwa 5.500 Metern halbiert. Auch, dass die Farbe eines Plombenfadens am Reservefallschirm rot ist, gehört wohl nicht zum Allgemeinwissen des Durchschnittsdeutschen.
Ich habe mir die Fragen heruntergeladen und gehe sie für mich alle gründlich durch, etwas Lernen für die Prüfung muss man dann doch, allein schon, um ein gutes Gefühl dabei zu haben. Von der Schwierigkeit her würde ich die Prüfung etwa mit der theoretischen Führerscheinprüfung vergleichen. Grundsätzlich sollte sie also für jeden machbar sein.
- Aerodynamik
- Freifall
- Luftrecht
- Menschliches Leistungsvermögen
- Meteorologie
- Technik
- Verhalten in besonderen Fällen
Den Fragenkatalog kann man sich beim Deutschen Fallschirmsport Verband (DFV) herunterladen. Je Fachgebiet sind das zwischen 35 und 106 Fragen, insgesamt ca 500.
Viele der Fragen kann man schon mit gesundem Menschenverstand beantworten. So kann man zum Beispiel zur Frage "Warum sollte grundsätzlich alkohol-, drogen-, medikamenten- und aufputschmittelfrei gesprungen werden?" die Antwort "Ein möglicher Realitätsverlust ist als eher förderlich erwünscht" wohl ausschließen. Zumal einer unserer Lehrer schon sagte: "Wenn man aus dem Flugzeug springt, ist man erstmal potenziell tot, nur der Fallschirm rettet einem das Leben." Klar das Realitätsverlust in der Situation nicht unbedingt förderlich ist.
Es gibt aber auch Fragen, die man ganz einfach lernen muss. So können sich nur die Wenigsten selbst herleiten, dass sich der Luftdruck in einer Höhe von etwa 5.500 Metern halbiert. Auch, dass die Farbe eines Plombenfadens am Reservefallschirm rot ist, gehört wohl nicht zum Allgemeinwissen des Durchschnittsdeutschen.
Ich habe mir die Fragen heruntergeladen und gehe sie für mich alle gründlich durch, etwas Lernen für die Prüfung muss man dann doch, allein schon, um ein gutes Gefühl dabei zu haben. Von der Schwierigkeit her würde ich die Prüfung etwa mit der theoretischen Führerscheinprüfung vergleichen. Grundsätzlich sollte sie also für jeden machbar sein.
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